mini|Porträt von Yamao Yōzō Shishaku Yamao Yōzō (; * 5. November 1837; † 21. Dezember 1917) war ein japanischer Samurai der späten Edo-Zeit, der während der Meiji-Zeit zu einem einflussreichen Mitglied der japanischen Regierung wurde. Als Mitglied der Chōshū-Fünf wird er auch als einer der „Gründerväter des modernen Japans“ betitelt.

Frühes Leben Yamao wurde in Aio-Futajima, einem Dorf im Chōshū-Han (heute Präfektur Yamaguchi), geboren und erhielt eine traditionelle Ausbildung zum Samurai. Er zeigte großes Interesse an den Naturwissenschaften und besuchte die Egawa-Schule in Edo, dem heutigen Tokio. Anschließend setzte er seine Studien bei Takeda Hishisaburō, einem Samurai und Ingenieur in Hakodate, fort.

Ende 1862 schloss er sich der radikalen Bewegung des Chōshū-Han an und beteiligte sich an der Brandstiftung an der kurz zuvor fertiggestellten britischen Gesandtschaft auf Gotenyama. 1863 verließ er germeinsam mit vier junge Samurai aus Chōshū, die später als Chōshū-Fünf bekannt wurden, mit Unterstützung von Thomas Blake Glover von Nagasaki aus Japan, um in London westliches Wissen zu studieren.

Bildung in Großbritannien Bevor sie am University College London studieren konnten, lernten die Mitglieder der Chōshū-Fünf ein Jahr lang Englisch. Zwei seiner Gefährten, Itō Hirobumi und Inoue Kaoru, kehrten nach Japan zurück, um zu verhindern, dass der Chōshū-Han einen Krieg mit den Westmächten begann (Bombardement von Shimonoseki). Yamao und die restlichen zwei weitere Mitglieder blieben hingegen in Großbritannien und studierten am University College London Naturwissenschaften und Industrie.

Nach zwei Jahren zog Yamao nach Glasgow, wo er auf der Werft von Robert Napier & Sons am Clyde eine technische Ausbildung erhielt. Er wohnte im Haus von Colin Brown, einem Freund von Hugh Matheson, und besuchte abends Lehrveranstaltungen am Anderson’s College (heute University of Strathclyde). Auch Henry Dyer besuchte das College und berichtete, Yamao dort gesehen zu haben, obwohl die beiden zu dieser Zeit noch keinen persönlichen Kontakt hatten.

Brown erinnerte sich später daran, dass Yamao in Glasgow jeden Tag von früh morgens bis spät hart für die Zukunft Japans arbeitete. Als er von C. A. McVean erfuhr, dass Yamao eine verantwortungsvolle Position in der Meiji-Regierung übernommen hatte, bezeichnete er ihn daher als einen „wahren Helden“.

Rückkehr nach Japan Kurz nach der Meiji-Restauration kehrte Yamao nach Japan zurück und trat der neuen Meiji-Regierung bei. Zunächst übernahm er die Leitung der Marinewerft Yokosuka (ehemals Yokosuka-Arsenal) und der Eisenwerke von Yokohama.

Unterdessen schlug Edmund Morel, der als leitender Ingenieur für den Eisenbahnbau tätig war, der neuen Regierung die Gründung eines Ministeriums für öffentliche Arbeiten vor. Itō Hirobumi und Yamao setzten sich daraufhin für die Einrichtung des neuen Ministeriums ein. Morel betonte die Bedeutung einer ingenieurwissenschaftlichen Ausbildung, während Colin Alexander McVean Yamao zur Einrichtung einer Vermessungsabteilung riet. Yamao erreichte daraufhin, dass beide Bereiche im September 1871 in das neue Ministerium aufgenommen wurden.

Nach Morels Tod im Oktober 1871 musste Yamao einen neuen Berater für die Gründung der Ingenieurschule finden. Schließlich nahm er über die Vermittlung McVeans erneut Kontakt zu Hugh Matheson auf. Matheson organisierte die Berufung von Lehrkräften für die Schule unter der Leitung von Henry Dyer. Dabei nutzte er seine Verbindungen zu Lewis Gordon, William Rankine und William Thomson.

Vor seiner Ankunft in Japan im Juni 1873 erarbeitete Dyer den Lehrplan und die Unterrichtsorganisation der Ingenieurschule an der Tafel. Yamao nahm diesen Plan ohne Änderungen an. Es gelang ihm, die Schule erfolgreich aufzubauen; 1877 wurde sie offiziell in Imperial College of Engineering umbenannt. Darüber hinaus gründete Yamao eine Schule für Blinde und Gehörlose und soll die Idee der Gebärdensprache in Japan eingeführt haben.

Daraufhin wurde Yamao im Kazoku-Adelsstand zum Shishaku () erhoben.

Auld Lang Syne Colin Brown war am Andersonian College als „Euing Lecturer of Music“ tätig und veröffentlichte gemeinsam mit J. Pittman die Sammlung Songs of Scotland: New Symphonies and Accompaniments (1873), in der sich auf Seite 21 das Lied „Auld Lang Syne“ befindet. Yamao dürfte das Lied bei seinen Aufenthalten in Browns Haus gehört haben. Es ist möglich, dass er Auld Lang Syne erstmalig nach Japan brachte, wo es unter dem Titel Hotaru no Hikari („Das Licht der Glühwürmchen“) bekannt ist und bei Abschlussfeiern an Oberschulen gesungen wird.

Literatur Beasley, W. G.: The Meiji Restoration. Stanford: Stanford University Press, 1972. Cobbing, Andrew: The Japanese Discovery of Victorian Britain. London: RoutledgeCurzon, 1998. Craig, Albert M.: Chōshū in the Meiji Restoration. Cambridge: Harvard University Press, 1961.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Samurai Kategorie:Absolvent des University College London Kategorie:Politiker (Japan) Kategorie:Person (Yamaguchi) Kategorie:Britisch-japanische Beziehungen Kategorie:Japaner Kategorie:Geboren 1837 Kategorie:Gestorben 1917 Kategorie:Mann