Das Amt Windheim war bis 1972 ein Amt im Kreis Minden in Nordrhein-Westfalen, Deutschland mit Sitz in der Gemeinde Lahde.
Geschichte
Die Orte des Amtes Windheim gehörten bis 1807 zum Fürstentum Minden. Nachdem dieses 1807 an den napoleonischen Satellitenstaat Königreich Westphalen gefallen war, wurde im Distrikt Minden des Königreichs der Kanton Windheim gebildet. Dieser Kanton hatte im Wesentlichen den gleichen Umfang wie das spätere Amt Windheim. Nach der napoleonischen Niederlage wurde aus dem Kanton Windheim 1816 der Verwaltungsbezirk Windheim im preußischen Kreis Minden.
Bei der Einführung der westfälischen Landgemeinde-Ordnung von 1841 wurde 1843 im Kreis Minden aus dem Verwaltungsbezirk Windheim das Amt Windheim gebildet.Amtsblatt der Regierung Minden 1843: Bildung des Amtes Windheim Der Sitz des Amtes befand sich in der Gemeinde Lahde. Ein Amtshaus wurde dort 1914 an der Bahnhofstraße Ecke Schillerstraße errichtet.Webseite der Kulturgemeinschaft Lahde
Der Gutsbezirk Wietersheim wurde am 1. Juli 1920 aufgelöst und in die Gemeinde Wietersheim eingegliedert. Nachdem am 1. Oktober 1934 das benachbarte Amt Schlüsselburg aufgelöst wurde, kam die Stadt Schlüsselburg zum Amt Windheim hinzu.Amtsblatt der Regierung Minden 1934, S. 118 Am 1. Januar 1963 wurde aus dem rechts der Weser gelegenen Gebiet der Stadt Schlüsselburg die neue Gemeinde Wasserstraße gegründet.GVBl NRW 1962, S. 601 Am 1. Oktober 1971 wurde die Gemeinde Frille des niedersächsischen Landkreis Schaumburg-Lippe durch einen Staatsvertrag zwischen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen in die Gemeinde Frille des Amtes Windheim eingegliedert.
Das Amt Windheim umfasste zuletzt 23 Gemeinden: Aminghausen Bierde Dankersen Döhren Frille Gorspen-Vahlsen Heimsen Ilse Ilserheide Ilvese Jössen Lahde, Amtssitz Leteln Neuenknick Päpinghausen Quetzen Raderhorst Rosenhagen Schlüsselburg, Stadt Seelenfeld Wasserstraße Wietersheim Windheim Durch das Bielefeld-Gesetz wurde das Amt Windheim zum 31. Dezember 1972 aufgelöst. Die Gemeinden Aminghausen, Dankersen, Leteln und Päpinghausen wurden in die Stadt Minden eingegliedert; alle übrigen kamen zur Stadt Petershagen, die auch Rechtsnachfolgerin des Amtes wurde. Die Städte Minden und Petershagen wurden Teil des neuen Kreises Minden-Lübbecke.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1818 7.935 Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen: Gemeindestatistik des Landes Nordrhein-Westfalen: Bevölkerungsentwicklung 1816–1871. Düsseldorf 1966 1843 7.815 1864 10.052 Topographisch-statistisches Handbuch des Regierungs-Bezirks Minden, 1866 1871 10.147 1885 10.914 Gemeindelexikon für die Provinz Westfalen 1885 1910 13.891 1925 14.665 1939 16.573 1950 22.123 Regionales Gemeindeverzeichnis-Informationssystem GV-ISys (mit historischen Bevölkerungszahlen) 1961 21.548 1970 22.755 1972 22.600
Einzelnachweise
Windheim Kategorie:Geschichte (Minden) Kategorie:Organisation (Petershagen) Kategorie:Historisches Territorium (Kreis Minden-Lübbecke) Kategorie:Verwaltungseinheitsgründung 1843 Kategorie:Aufgelöst 1972