Das Open Source Automation Development Lab (OSADL) ist eine eingetragene Genossenschaft mit dem Ziel, die Entwicklung von Open-Source-Software für den Maschinen- und Anlagenbau und für die Automatisierungsindustrie zu fördern und zu koordinieren. Sie vertritt speziell die Interessen von Maschinenbauern, Herstellern von Automatisierungs-Hardware und -Software sowie Open-Source-Software-Dienstleistern. Mitglied der Genossenschaft kann weltweit jedes Unternehmen werden.

Geschichte Bei der Gründung standen verschiedene Gesellschaftsformen (Verein, Stiftung, GmbH, Genossenschaft usw.) zur Diskussion. Die enge inhaltlich-ethische Verwandtschaft zwischen dem bereits im 19. Jahrhundert formulierten Genossenschaftsgedanken und der erst wenige Jahrzehnte alten Open-Source-Bewegung gab den Ausschlag, eine Genossenschaft zu gründen.Genossenschaft und Open Source – Die Traditionale Genossenschaft als Organisationsform im Bereich internetbasierter Kooperation (PDF; 160 kB), Zeitschrift für das gesamte Genossenschaftswesen 61/3, 2011, S. 1–16 Die Gründung erfolgte am 8. Dezember 2005. Im August 2006 wurde das OSADL in das Genossenschaftsregister beim Amtsgericht Stuttgart unter der Nummer 440085 eingetragen. 2013 wurde der Sitz von Schramberg nach Heidelberg verlegt. Seit 2013 ist OSADL unter der Nummer GnR 700048 beim Amtsgericht Mannheim eingetragen.

Ziele

Präambel in der Satzung von OSADL Die Präambel in der Satzung (Stand 2. Juni 2022) lautet:

Die Industrie profitiert in besonderem Maße von Open-Source-Software wie z. B. Linux, da hierdurch die Unabhängigkeit von einzelnen Software-Herstellern und Kostenersparnis durch Zusammenarbeit in einer Community ermöglicht wird. Allerdings reicht die Verfügbarkeit der Software unter einer Open-Source-Lizenz allein nicht aus, um diese in einem Industrieprodukt mit der erforderlichen Zuverlässigkeit und Gesetzeskonformität in den Handel zu bringen. Entwicklung und Bereitstellung dafür benötigter Leistungen sind Ziele der Open Source Automation Development Lab (OSADL) eG.

Gegenstand der Genossenschaft Im Genossenschaftsregister ist folgender Gegenstand des Unternehmens eingetragen:

die Errichtung und der Betrieb von Testlaboren für industriell genutzte Soft- und Hardware, die Entwicklung einer Open-Source-Systemumgebung für die Industrie, das Erbringen von Dienstleistungen, die benötigt werden, um Open-Source-Software verwenden, kopieren und verbreiten zu können.

Reguläre und akademische Mitglieder Bei den 104 Mitgliedsfirmen (Stand Juni 2026) handelt es sich um namhafte in- und ausländische Unternehmen. Die 33 akademischen Mitglieder sind meist fachspezifische Institute von Universitäten und Hochschulen aus Europa, insbesondere Deutschland, aber auch aus Indien und China.

Tätigkeit

Tätigkeitsschwerpunkte Das OSADL agiert unter anderem als „Einkaufsgemeinschaft für Open-Source-Software“, d. h. von den Mitgliedsbeiträgen werden Entwicklungsaufträge für Open-Source-Software-Projekte vergeben, die von der Mehrheit der Mitglieder benötigt bzw. befürwortet werden. Darüber hinaus verfolgt das OSADL die Standardisierung von Software-Schnittstellen für die Automatisierungsindustrie sowie deren Zertifizierung. Außerdem erarbeitet das OSADL Konzepte zur praktischen Vorgehensweise bei der Verwendung von Open-Source-Software in Industrie-Produkten im Hinblick auf folgende juristische und administrative Aspekte:

Unternehmensprozesse im Umgang mit Open-Source-Software in Industrie-Produkten Juristische Fragen rund um Open-Source-Software und Lizenzen Qualitätssicherung bei Echtzeit-Linux und funktionaler Sicherheit Vernetzung von Firmen, die Open-Source nutzen

OSADL veranstaltet regelmäßig Seminare zu aktuellen Themengebieten rund um Open-Source in der Industrie und stellt seinen Mitglieder eine umfangreiche Dokumentation zu Unternehmensprozessen und juristische Fragen zur Verfügung. Syndikus des OSADL ist Rechtsanwalt Dr. Till Jaeger, ein Mitbegründer des ifrOSS.

Arbeitsgruppen und Projekte Ingo Molnárs und Thomas Gleixners Echtzeit-Linux (Realtime-Preempt-Patches) Kernel-based Virtual Machine in Verbindung mit den Realtime-Preempt-Patches Critical Safety Linux Universelles industrielles I/O-Framework Integration von Gerätetreibern in den Mainline-Linux-Kernel (Upstream-Submission) Zertifizierungen von Board-Support-Packages Qualitätssicherung des Linuxkernels und speziell dessen Echtzeiteigenschaften in sogenannter „QA Farm“Echtzeit im Echtheits-Test (PDF; 449 kB), Elektronik, 60/4, 2011, S. 54–58 License Compliance Audit (LCA), mit dem Unternehmen die Einhaltung von Open-Source-Lizenzpflichten zertifizieren lassen können Organisation des seit 1999 jährlich stattfindenden internationalen Real-Time Linux Workshop (bisher in Wien, Orlando, Mailand, Boston, Valencia, Singapore, Lille, Lanzhou, Linz, Guadalajara, Dresden, Nairobi, Prag und Chapel Hill)

Einzelnachweise

Weblinks Offizielle Webpräsenz (englisch) Plattform Industrie 4.0 (Österreich): Gemeinsam stärker bei der Softwareentwicklung in der Industrie

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