mini|Bischofskirche Freiburger Münster Das Erzbistum Freiburg () ist eine römisch-katholische Erzdiözese in Baden-Württemberg und umfasst die Gebiete des früheren Landes Baden und der Hohenzollernschen Lande (bei der Gründung 1821 das Großherzogtum Baden und die Fürstentümer Hohenzollern-Hechingen und Hohenzollern-Sigmaringen).

Die Erzdiözese wird von einem Erzbischof geleitet, welcher zugleich Metropolit der Oberrheinischen Kirchenprovinz mit den beiden Suffraganbistümern Mainz und Rottenburg-Stuttgart ist. Am 30. Mai 2014 wurde Stephan Burger zum Erzbischof im Erzbistum Freiburg ernannt. Die Weihe fand am 29. Juni 2014 im Freiburger Münster statt.

Mit 1.600.735 Katholiken (Stand: 31. Dezember 2023) im Diözesangebiet ist das Erzbistum Freiburg das viertgrößte Bistum Deutschlands (hinter dem Erzbistum Köln, dem Bistum Münster und dem Bistum Rottenburg-Stuttgart).

Geschichte Die Kirche auf dem Gebiet der Erzdiözese vor deren Gründung Die ersten christlichen Glaubensboten auf dem Gebiet des späteren Erzbistums Freiburg waren im 6. Jahrhundert die Mönche Fridolin, Landolin, Trudpert und Gallus. Als erste Orte des Glaubens gelten die Klöster in Säckingen am Hochrhein sowie in Schuttern in der Ortenau. Auch das um 724 gegründete Kloster auf der Bodenseeinsel Reichenau zählt mit zu den ältesten Klöstern des Erzbistums.

Um die Alemannen zu missionieren, wurde bereits im 6. Jahrhundert das Bistum Konstanz gegründet, welches sich vom St. Gotthard bis zum mittleren Neckar und vom Rhein bis an die Iller erstreckte. Hier wirkte von 934 bis 975 der „Alemannenbischof“ Konrad von Konstanz. Durch eine radikale Reform im Klosterleben entstand im 11. Jahrhundert unter anderem das Kloster St. Peter auf dem Schwarzwald. Dort ist heute das Geistliche Zentrum der Erzdiözese untergebracht. Während der zweiten Reformbewegung entstanden im 12. Jahrhundert außerdem weitere Klöster in Salem am Bodensee, in Tennenbach und in Lichtenthal bei Baden-Baden.

Um die umstrittene Frage nach dem rechtmäßigen Papst zu klären, lud Kaiser Sigismund von 1414 bis 1418 zum Konzil der damaligen Bischofsstadt Konstanz in Konstanzer Münster. Auch die Reformation ging am Gebiet des späteren Erzbistums Freiburg nicht spurlos vorüber. Der Markgraf von Baden-Durlach und der Heidelberger Kurfürst von der Pfalz waren zwei der bekanntesten Regenten, welche den Protestantismus in ihren Gebieten einführten. Bald darauf setzte jedoch eine Gegenreform ein, welche besonders von den Jesuiten und Kapuzinern vorangetrieben wurde. Ein bleibendes Zeugnis dieser Gegenreform ist bis heute die „Jesuitenkirche“ in Mannheim.

1803 wurde der Südwesten Deutschlands neu geordnet und das Bistum Konstanz aufgelöst. 1821 wurde dann nach zähen Verhandlungen die „Oberrheinische Provinz“ gegründet, welche aus dem Bistum Konstanz und Teilen der Bistümer Mainz, Straßburg, Worms, Speyer und Würzburg bestand (Zirkumskriptionsbulle Provida solersque, datiert vom 16. August 1821).

Von der Gründung bis zum Zweiten Weltkrieg Die eigentliche Gründung der Erzdiözese Freiburg fand jedoch erst 1827 nach erneuten, zähen Verhandlungen statt., Erzbistum Freiburg, Meldung vom 29. Januar 2021. Das Freiburger Münster, das bis dahin eine einfache Stadtpfarrkirche war, wurde zur Metropolitankirche erhoben. Die Wahl des Bischofs gestaltete sich jedoch schwierig, da der erste Kandidat Ignaz Heinrich von Wessenberg vom Papst als Kandidat verworfen wurde und sein Nachfolger, Ferdinand Geminian Wanker, während der Verhandlungen verstarb.

1827 nahm der bisherige Freiburger Münsterpfarrer Bernhard Boll, der zuvor in der Freiburger Universitätskirche zum Bischof geweiht wurde, das Freiburger Münster in Besitz und wurde erster Erzbischof von Freiburg. Dem neuen Erzbistum wurden die Bistümer Mainz, Fulda, Bistum Rottenburg und Limburg als Suffraganbistümer zugeordnet. Im Zuge des Preußenkonkordats von 1929 wurde das Bistum Limburg der Kirchenprovinz Köln und das Bistum Fulda der Kirchenprovinz Paderborn zugeordnet.

Infolge des Todes von Erzbischof Boll am 16. März 1836 wurde, nach einer neunmonatigen Vakanz, Ignaz Demeter am 29. Januar 1837 zweiter Erzbischof von Freiburg. In Demeters Amtszeit fallen vor allem Auseinandersetzungen mit dem Großherzogtum Baden und Querelen innerhalb des Freiburger Diözesanklerus.Heinrich Heil: Der Polizeistock im Heiligtum der Kirche. Ein Blick auf die Kirchenpolitik vor 100 Jahren unter besonderer Berücksichtigung der Lage in West-Deutschland und im Bereiche der Oberrheinischen Kirchenprovinz. Carolus-Druckerei, Frankfurt am Main 1921. Darin vor allem: Dritter Abschnitt: Der Kampf mit dem Staatskirchentum in Südwest-Deutschland. Kapitel 6: Vergewaltigung der Rechte der oberrheinischen Bischöfe. S. 63ff. Demeter verstarb nach fünfjähriger Amtszeit am 21. März 1842.

Am 26. März 1843 wurde der vormalige Freiburger Weihbischof Hermann von Vicari dritter Erzbischof von Freiburg. Während seiner Amtszeit sind die Ereignisse um die Badische Revolution sowie weitere kirchenrechtliche Konflikte mit dem Großherzogtum Baden zu verzeichnen.Heinrich Heil: Der Polizeistock im Heiligtum der Kirche. Carolus-Druckerei, Frankfurt am Main 1921. Darin vor allem: Dritter Abschnitt: Der Kampf mit dem Staatskirchentum in Südwest-Deutschland. Kapitel 11: Vergewaltigung der Rechte der oberrheinischen Bischöfe. S. 87ff. Im Alter von 94 Jahren starb Vicari im Amt am 14. April 1868. Infolge des Badischen Kulturkampfes blieb der Stuhl des Freiburger Erzbischofs bis 1882 unbesetzt. In dieser Zeit (1868–1881) war Lothar von Kübel Erzbistumsverweser.

Das Verhältnis des Bistums zum Staat sowie die Besetzung des Bischofsstuhles und die Zusammensetzung des Domkapitels wurden im Badischen Konkordat von 1932, das bis heute Geltung hat, geregelt.

Während der zwölf Jahre andauernden nationalsozialistischen Herrschaft wurden viele Geistliche der Erzdiözese Freiburg inhaftiert. Einige davon brachte man in den „Priesterblock“ des KZ Dachau. Manche wurden in andere Lager verlegt oder „evakuiert“, nur wenige entlassen, einige verstarben im Lager.aus: Stanislav Zámečník: (Hrsg. Comité International de Dachau): Das war Dachau. Luxemburg 2002.

Von der Nachkriegszeit bis zur Jahrtausendwende Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde für alle von den Nationalsozialisten ermordeten Priester aus der Erzdiözese Freiburg eine Gedenktafel in der Wallfahrtskirche Maria Lindenberg errichtet. Diese wurde im Jahre 1978 nach der Renovierung der Wallfahrtskapelle angebracht.Richard Zahlten: Die Ermordeten. Die Gedenktafel der Erzdiözese Freiburg für die verfolgten Priester (1933 bis 1945) in Maria Lindenberg, nahe St. Peter/Schwarzwald. dold.verlag, Vöhrenbach 1998, ISBN 3-927677-18-3.

Die Erzdiözese im 21. Jahrhundert Am 1. November 2005 setzte Erzbischof Robert Zollitsch erstmals in der Geschichte der Erzdiözese „Pastorale Leitlinien“ in Kraft. Sie stehen unter dem Titel: „Den Aufbruch gestalten“.Diözesane Leitlinien

Ende 2010 wurde zum zweiten Mal ein Kunstpreis der Erzdiözese ausgeschrieben. Die Verleihung des Preises 2015 stand unter dem Titel „Gnade“. Die in Heidelberg geborene Wienerin Barbis Ruder gewann ihn.

Anlässlich der Apostolischen Reise vom 22. bis 25. September 2011 stattete Papst Benedikt XVI. der Erzdiözese Freiburg als erster Papst einen Besuch ab. Seine Visite stand unter dem Leitwort „Wo Gott ist, da ist Zukunft“ und sollte die katholische Kirche in Deutschland in vielfältiger Weise ermutigen.

2012 kamen mehrere zehntausend Menschen in Mannheim zum 98. Deutschen Katholikentag nach Mannheim. Er stand unter dem Motto „Einen neuen Aufbruch wagen“.

Strukturveränderungen 2015 fusionierten die 1053 Pfarreien zu 224 Seelsorgeeinheiten, um Verwaltungsvorgänge zu vereinfachen. Die Kirchen St. Elisabeth in Freiburg, St. Johannes und St. Sebastian in Ladenburg und Heilige Familie in Lörrach wurden zu Beginn des 21. Jahrhunderts profaniert, die Schlosskirche Beuggen wurde an die Evangelische Landeskirche in Baden verkauft.

2019 stieß Erzbischof Stephan Burger das Projekt Kirchenentwicklung 2030 an. Zum 1. Januar 2026 wurden die bisherigen Seelsorgeeinheiten zu 36 Pfarreien zusammengeführt.

Fälle des sexuellen Missbrauchs

Patrone Jungfrau Maria, Patronin der Erzdiözese Heiliger Konrad, Bischof von Konstanz, zweiter Patron der Erzdiözese Seliger Bernhard von Baden, Landespatron Badens Heiliger Fidelis, Landespatron Hohenzollerns

Diözesankalender In der Erzdiözese Freiburg wird der Regionalkalender für das deutsche Sprachgebiet um die folgenden Eigenfeiern ergänzt (dahinter jeweils der Rang):

Abkürzungen: H = Hochfest, F = Fest, G = gebotener Gedenktag, g = nicht gebotener Gedenktag

5. Januar: Hl. Johannes Nepomuk Neumann (gest. 1860), Bischof und Glaubensbote – g 26. April: Hl. Trudpert (gest. 7. Jh.), Einsiedler im Breisgau, Märtyrer 8. Mai: Sel. Ulrika Franziska Nisch von Hegne (gest. 1913), Jungfrau – g 27. Juni: Hl. Heimerad aus Messkirch (gest. 1019), Priester, Einsiedler in Hasungen – g 14. Juli: Hl. Ulrich von Zell (St. Ulrich im Breisgau) (gest. 1093), Mönch – im Breisgau F, sonst g 15. Juli: Sel. Bernhard, Markgraf von Baden (gest. 1458) – in Baden F, in Hohenzollern g 21. Juli: Hl. Arbogast (gest. 6. Jh.), Bischof von Straßburg – g 12. August: Sel. Karl Leisner (gest. 1945), Priester, Märtyrer – g 27. August: Hl. Gebhard (gest. 995), Bischof von Konstanz – g 1. September: Hl. Pelagius (gest. 283/284), Märtyrer – g 1. September: Hl. Verena (gest. um 350), Jungfrau in Zurzach – g 22. September: Hl. Landelin (gest. 7. Jh.), Einsiedler in der Ortenau, Märtyrer – g 16. November: Hl. Otmar (gest. 759), Abt von St. Gallen – g 26. November: Hl. Konrad (gest. 975), Bischof von Konstanz, zweiter Patron der Erzdiözese – F (seit 2011)

Bewegliche Feste Sonntag nach Dreifaltigkeit: Jahrtag der Kirchweihe der Kathedralkirche – im Freiburger Münster H 3. Sonntag im Oktober: Jahrtag der Kirchweihe für jene Kirchen, die den eigentlichen Weihetag nicht kennen oder nicht feiern können – H

Bistumsgliederung Diözesanstellen und Dekanate mini|Aktuelles Bischofshaus (Herrenstraße 39)

Das Erzbistum Freiburg gliedert sich in sieben Diözesanstellen bzw. Regionen, diese wiederum gliederten sich seit der Dekanatsreform zum 1. Januar 2008 in 26 Dekanate mit 327 Seelsorgeeinheiten.Erzbistum Freiburg: . Online auf www.erzbistum-freiburg.de. Abgerufen am 4. Mai 2016.Webseite der Erzdiözese Freiburg zur Die Anzahl der Seelsorgeeinheiten verringerte sich zum 1. Januar 2015 von 327 auf 224. Aus 183 bisherigen Seelsorgeeinheiten entstanden 80 neue Seelsorgeeinheiten, 144 blieben geographisch unverändert.

Ebenfalls änderte sich 2015 die rechtliche Struktur der Seelsorgeeinheiten als Körperschaften des öffentlichen Rechts. Damit handeln seitdem alle Pfarrgemeinden einer Seelsorgeeinheit rechtlich gemeinsam und haben eine gemeinsame Vermögensverwaltung. Daneben bleiben die Pfarreien jedoch weiterhin als eigenständige Einheiten des kirchlichen Rechts bestehen.Erzbistum Freiburg: . Online auf www.erzbistum-freiburg.de. Abgerufen am 14. April 2016. Zum 1. September 2015 wurden die bisherigen Regionalstellen in Diözesanstellen umgewandelt.Erzbistum Freiburg: Erzbischöfliches Seelsorgeamt, Abt. V Diözesanstellen und pastorale Entwicklung, Diözesanstellen. Bisherige Regionalstellen werden zu Diözesanstellen. (PDF; 364,6 kB). Online auf www.esa-dioezesanstelle.de. Abgerufen am 3. Oktober 2016. Innerhalb der 224 Seelsorgeeinheiten bestehen 1.069 Pfarreien mit etwa 1.953.000 Gläubigen (Stand: 1. Januar 2015):Quellen: catholic-hierarchy.org, pfarrei-deutschland.de und erzbistum-freiburg.de

Zum 1. Januar 2026 wurden die bisher 1056 Pfarreien des Erzbistums in insgesamt 36 Pfarreien zusammengefasst, die gleichzeitig im staatsrechtlichen Sinne Kirchengemeinden sind.Erzbistum Freiburg: , 22. Januar 2024, abgerufen am 22. Januar 2024