mini|Allen mit Betty Ford nach einem Staatsdinner zu Ehren des Präsidenten und der First Lady von Liberia (21. September 1976) Morton David Alpern (* 23. März 1922 in Pittsburgh, Pennsylvania; † 12. Februar 2018 in Las Vegas, Nevada), besser bekannt als Marty Allen, war ein US-amerikanischer Schauspieler und Komiker, der von 1951 bis 2018 aktiv war.

Leben Allen wurde 1922 als Morton David Alpern in Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania geboren. Er war der Sohn jüdischer Einwanderer aus Rumänien und Russland: Elsie Moss (1901–1979) und Louis Alpern (1898–1977), Besitzer eines Restaurants und einer Bar. Im Jahr 1940 machte Allen seinen Abschluss an der Taylor Allderdice High School in Squirrel Hill, die unter anderem auch Rob Marshall, Antoine Fuqua and Wiz Khalifa besuchten.

Während des Zweiten Weltkriegs trat er dem United States Army Air Corps bei, aus dem später die United States Air Force wurde, und war in Italien stationiert. Beim Betanken eines Flugzeugs brach ein Feuer aus und er rettete mehreren Männern das Leben, indem er geistesgegenwärtig den brennenden Tankwagen wegfuhr und beim Löschen half. Er wurde dafür mit der Soldier’s Medal der United States Army ausgezeichnet und mit einer Parade in voller Uniform geehrt. Er verließ das Militär später im Rang eines Sergeants.

Nach seiner Dienstzeit begann er Journalismus an der University of Southern California (USC) zu studieren, begann jedoch mit Stand-up-Comedy. Er finanzierte seinen Lebensunterhalt zu Beginn seiner Karriere zeitweise als Vertreter und bewarb Tanzkurse.

Allen lernte Lorraine „Frenchy“ Trydelle kennen, als diese Reservierungs- und Büroleiterin des Concord Resort Hotel in den Catskill Mountains war. Sie wurden ein Paar und waren vom 9. April 1960 bis zum 3. September 1976 verheiratet, als sie an den Folgen einer Krebserkrankung verstarb. 1983 lernte er seine zweite Frau, Karon Kate Blackwell, in einem Restaurant in Los Angeles kennen, das sie leitete. Sie hatte zuvor kleinere Erfolge als Pianistin und Liedtexterin gehabt, verließt die Showbranche allerdings. Aus der anfänglichen Freundschaft entwickelte sich eine Beziehung und es kam zu gemeinsamen Auftritten. Sie heirateten am 17. Juni 1984 im Haus des Schriftstellers Sidney Sheldon in Beverly Hills und ließen sich später in Las Vegas nieder. Allen war zudem der uneheliche Vater von Tura Satanas Tochter Kalani, die erst nach Satanas Tod durch eine DNA-Analyse von ihrer Abstammung erfuhr.

2009 wurde Allen, der Mitglied der American Federation of Television and Radio Artists war, in die Hall of Fame seiner ehemaligen High School aufgenommen. 2014 veröffentlichte er seine Biografie Hello Dere! An Illustrated Biography by Marty Allen.

Im Jahr 2018 starb Allen im Alter von 95 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung in seinem Haus in Las Vegas – an der Seite seiner zweiten Ehefrau Karon Kate Blackwell. Seine Beisetzung fand auf dem Eden Memorial Park Cemetery in Mission Hills in Kalifornien statt.

Karriere In den frühen 1950er‑Jahren traten Allen und sein erster Comedy‑Partner Mitch DeWood als Vorprogramm für Stars wie Sarah Vaughan, Eydie Gormé und Nat King Cole auf. Allen und DeWood arbeiteten außerdem in vielen Clubs, darunter im „Copacabana“, bis sie ab etwa 1957/1958 getrennte Wege gingen.

Danach wurde er Teil des Comedy‑Duos Allen & Rossi, an der Seite von Steve Rossi, was zu einer Reihe erfolgreicher Comedy‑Alben, 44 Auftritten in der Ed Sullivan Show, bei Merv Griffin sowie dem Film Die ’allerletzten’ Geheimagenten? (1966) führte – Nat King Cole brachte beide 1957 zusammen. In der Ausgabe der Ed Sullivan Show vom 16. Februar 1964 waren die Beatles zu Gast: Allen gewann die Fans im Publikum für sich, indem er verkündete, dass er „Ringos Mutter“ sei. Das Komikerduo arbeitete von 1957 bis 1968 zusammen und trennte sich in Freundschaft, sie traten aber in den 1970er-Jahren bis in die 1990er‑Jahre immer wieder gemeinsam auf. Während des US-Präsidentschaftswahlkampfs 1964 stellte Allen den ultrakonservativen republikanischen Kandidaten Barry Goldwater dar – obwohl er keinerlei Versuch unternahm, wie dieser zu klingen und das Interview mit „Hello dere!“ eröffnete – und erklärte, er sei zuversichtlich, „alle 13 Staaten“ zu gewinnen. Er arbeitete auch mit Kollegen wie Joe E. Ross und Slappy White.

Allen hatte von 1961 bis 1965 auch Musical-Auftritte am Broadway in New York City. 1966 war er gemeinsam mit Steve Rossi für den Golden Laurel bei den Laurel Awards in der Kategorie „New Faces, Male“ nominiert.

Später in seiner Karriere begann er dramatische Rollen zu spielen. Sein Debüt als ernsthafter Schauspieler hatte er in der Fernsehserie Big Valley als der unglückliche Waldo Diefendorfer. In den 1970er‑ und frühen 1980er‑Jahren war er in zahlreichen Fernsehformaten zu sehen und war ein Stammgast der Unterhaltungsshow The Hollywood Squares. Er trat in Circus of the Stars auf, hatte einen Cameo‑Auftritt in The Super Mario Bros. Super Show!, war in weiteren Spielshows wie Password und zahlreichen Talkshows zu sehen – darunter eine Auftritt am 11. Januar 1983 bei Tom Cottle: Up Close – und spielte in zehn Fernsehfilmen. Außerdem wirkte er in Kinofilmen wie Der große Walzer (1972), Harrad Summer (1974) und Ferien mit einem Wal (1976) mit. Im deutschen Sprachraum wurde Allen unter anderem von Gerd Duwner, Erich Ebert, Michael Habeck, Andreas Mannkopff, Wolfgang Spier und Thomas Nero Wolff synchronisiert.

Ab den 1980er‑Jahren trat er gemeinsam mit seiner zweiten Ehefrau, der Sängerin und Liedtexterin Karon Kate Blackwell, mit einem musikalischen Comedy‑Programm im ganzen Land auf. 2007 begann das Duo im Gold Coast Hotel and Casino in Las Vegas aufzutreten und später auch im Southpoint Casino, im Palace Station sowie auf Kreuzfahrtschiffen. 2015 spielten sie wieder in Las Vegas, unter anderem im Rampart Casino und im Downtown Grand, und traten 2016 im Metropolitan Room in New York City auf. Am 30. Juni 2014 war Allen zudem in Gilbert Gottfrieds Amazing Colossal Podcast zu Gast und im Februar 2015 in Folge 574 des Podcasts WTF with Marc Maron.

Neben seiner Arbeit auf der Bühne und vor der Kamera unterstützte Allen auch zahlreiche wohltätige Organisationen. 1968 absolvierte er eine „Hello Dere“-Tour durch Militärkrankenhäuser in den Vereinigten Staaten, benannt nach dem von ihm populär gemachten Schlagwort. Er wiederholte diese Tour jährlich bis 1972. Während der Besuche sprach er mit verwundeten Soldaten, die gerade aus dem Vietnamkrieg zurückgekehrt waren, oder unterhielt sie. Der Philanthrop engagierte sich außerdem für zahlreiche weitere Wohltätigkeitsprojekte und -organisationen, darunter die American Cancer Society, The Heart Fund, March of Dimes, Fight for Sight, Cerebral Palsy. Er war auch Mitglied des Vorstands der Epilepsy Foundation.

Zitate

Diskografie (Auswahl) 1962: Hello Dere! (Album; ABC-Paramount) 1962: Hello Dere / Christopher Columbus (Single; ABC-Paramount) 1963: Two Funny For Words (Album; Reprise Records) 1963: One More Time, Hello Dere! (Album; ABC-Paramount) 1963: The Fighter (Single; ABC-Paramount) 1963: Little Sir Echo / Hello Dere (Single; Ampar) 1963: One More Time, Hello Dere! (Single; Ampar) 1964: In Person (Album; Mercury) 1965: Meet The Great Society (Album; Mercury) 1965: Marty The Spy / The Boy Scout (Single; Mercury) 1966: Allen And Rossi Tell The Truth About The Green Horn-Nut And Ca-toe (Album; Roulette) 1967: Dedicated To Our Armed Forces (Album; Roulette) 1967: I Think We’re Alone Now / Jackpot Bingo Theme (Single; Roulette) 1967: Exodus / Israel (Single; Roulette) 1968: The Adventures Of Batman And Rubin (Album; Mercury) Sway (Single; Calla Records)

Filmografie (Auswahl)

Theater (Auswahl) 1961: Let It Ride! (Eugene O’Neill Theatre, Broadway New York City) 1962: Nowhere to Go But Up (Winter Garden Theatre, Broadway New York City) 1963: Hot Spot (Majestic Theatre, Broadway New York City) 1964–1965: I Had a Ball (Martin Beck Theatre, Broadway New York City)

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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