Jesse Kendall James Wagstaff (* 30. April 1986 in Canberra, Australian Capital Territory) ist ein australischer Basketballspieler, der in der National Basketball League (NBL) für das australische Team Perth Wildcats aufläuft. In seiner Karriere war er mit den Perth Wildcats in der NBL sechsmal Meister. Dazu gewann er den NBL Rookie of the Year Award und einmal den NBL Best Sixth Man Award.
Leben Wagstaff wurde in Canberra geboren, wo er 2003 seinen Abschluss am Radford College machte und in den Jahren 2004 und 2005 die Australian National University besuchte. Er vertrat Australien beim Oceania Youth Tournament 2004 und erzielte dort durchschnittlich 19 Punkte sowie acht Rebounds pro Spiel. In Jahr 2004 trat er für die ACT Academy of Sport und 2005 für die Canberra Nationals in der Waratah League an.
Laufbahn College In seiner ersten Saison (2005/06) als Freshman bei den Metro State Roadrunners stand Wagstaff siebenmal in der Startformation und kam in allen 31 Spielen zum Einsatz. Dabei erzielte er durchschnittlich 5,2 Punkte und holte 3,3 Rebounds. Er wurde in das „RMAC All-Tournament Team“ berufen, nachdem er in den drei Turnierspielen insgesamt 35 Punkte erzielt und 15 Rebounds gesammelt hatte.
Als Sophomore (2006/07) erhielt Wagstaff eine „Honorable Mention“-Auszeichnung für die RMAC East Division, nachdem er im Schnitt 11,7 Punkte und als mannschaftsinterner Bestwert, 6,7 Rebounds pro Spiel erzielt hatte. Er bestritt alle 32 Spiele (davon 31 als Starter) und kam auf eine durchschnittliche Spielzeit von 27,1 Minuten. Zudem wurde er als „Most Valuable Player“ (wertvollster Spieler) des RMAC-Turniers ausgezeichnet.
In seiner Junior-Saison (2007/08) wurde Wagstaff in das „First Team“ der RMAC East Division gewählt; er führte das Team sowohl bei den Punkten als auch bei den Rebounds an und stand in allen 31 Spielen in der Startformation. Seine Durchschnittswerte lagen bei 14,7 Punkten, 6,4 Rebounds, 2,0 Assists und 1,3 Steals pro Spiel.
Als Senior (2008/09) wurde Wagstaff zum „Player of the Year“ der RMAC East Division ernannt und erneut in das „First Team“ der RMAC East Division sowie zum „Most Valuable Player“ des RMAC-Turniers gewählt. In 31 Spielen (30 als Starter) erzielte er durchschnittlich 17,8 Punkte, 7,5 Rebounds, 1,6 Assists und 1,7 Steals pro Spiel.
Wagstaff wurde als Sophomore, Junior und Senior jeweils in das „First Team“ der „RMAC All-Academic“-Auswahl berufen.
Perth Wildcats Die 2010er Jahre Nach seiner College-Zeit stand Wagstaff kurz vor einer Verpflichtung durch die South Dragons, den amtierenden NBL-Meister. Nachdem sich die Mannschaft im Mai 2009 aufgelöst hatte, absolvierte er ein Spiel für die Canberra Gunners in der South East Australian Basketball League, ehe er im Juni 2009 einen Zweijahresvertrag bei den Perth Wildcats unterzeichnete. Da sich der erfahrene Center Paul Rogers zu Beginn der Saison 2009/10 verletzte, profitierte Wagstaff von den zusätzlichen Einsatzmöglichkeiten, die sich durch Rogers' Ausfall ergaben. Er erzielte in 33 Spielen durchschnittlich 9,0 Punkte sowie 3,6 Rebounds und wurde als „NBL Rookie of the Year“ ausgezeichnet. Er trug dazu bei, dass die Wildcats 2010 die Meisterschaft gewannen, indem sie die Finalserie gegen die Wollongong Hawks mit 2:1 für sich entschieden.
Während der NBL-Spielpause spielte Wagstaff für die Perth Redbacks in der State Basketball League (SBL). In der Saison 2010 erzielte er in 26 Spielen durchschnittlich 21,1 Punkte und 9,7 Rebounds pro Partie.
Im Dezember der NBL-Saison 2010/11 zog sich Wagstaff eine Knöchelverletzung zu, die ihn zu einer siebenwöchigen Pause zwang. Die Wildcats belegten mit einer Bilanz von 16 Siegen und 12 Niederlagen den vierten Platz und unterlagen im Halbfinale den New Zealand Breakers mit 1:2. In 22 Spielen kam Wagstaff auf einen Durchschnitt von 8,4 Punkten und 4,3 Rebounds pro Spiel.
Während der NBL-Spielpause 2011 absolvierte Wagstaff acht Spiele für die Perth Redbacks in der SBL. Dabei erzielte er durchschnittlich 22,4 Punkte und 10,8 Rebounds.
Im Mai 2011 verlängerte Wagstaff seinen Vertrag bei den Wildcats um drei Jahre. Für die Saison 2011/12 wurde er als bester sechster Mann der NBL (NBL Best Sixth Man) ausgezeichnet, nachdem er als Einwechselspieler durchschnittlich 11,5 Punkte pro Spiel erzielt hatte. Zudem wurde er in das „All-NBL Third Team“ berufen. Er trug dazu bei, dass die Wildcats die Finalserie der NBL erreichten, in der sie den New Zealand Breakers mit 1:2 unterlagen.
Wagstaff trug dazu bei, dass die Wildcats in der Saison 2012/13 erneut in das NBL-Finale einzogen. Dort trafen sie wieder auf die New Zealand Breakers und unterlagen in der Serie mit 0:2. In 31 Spielen erzielte er durchschnittlich 10,3 Punkte und 3,7 Rebounds.
In der Saison 2013/14 verhalf Wagstaff den Wildcats zum dritten Finaleinzug in Folge. Diesmal gewannen sie die Serie mit 2:1 gegen die Adelaide 36ers und sicherten sich die NBL-Meisterschaft. In 33 Spielen kam er auf einen Schnitt von 10,5 Punkten und 3,7 Rebounds pro Partie, wobei er mit 42,7 % die beste Dreierquote seiner Karriere erzielte.
Am 8. Mai 2014 verlängerte Wagstaff seinen Vertrag bei den Wildcats um zwei Jahre (mit der Option auf ein weiteres Jahr). Am 24. Oktober 2014 war Wagstaff in einen hässlichen Zwischenfall auf dem Spielfeld mit Josh Childress, einem Forward der Sydney Kings, verwickelt. Während die Wildcats gegen Ende des dritten Viertels ihres 84:63-Sieges bereits deutlich führten, ging Childress zu Boden, nachdem er unter dem Korb der Wildcats gegen einen von Wagstaff gestellten Block ohne Ball gelaufen war. Nachdem er wieder aufgestanden war, rammte Childress seinen erhobenen Unterarm in Wagstaff, genau in dem Moment als dieser gerade zu einem Wurf ansetzte. Die Aufnahmen des Vorfalls gingen um die Welt. Childress wurde wegen übermäßig harten Spiels und Rufschädigung des Sports für ein Spiel gesperrt und mit einer Geldstrafe belegt. Die Saison 2014/15 der Wildcats endete mit einem vierten Platz und einer 0:2-Niederlage im Halbfinale gegen die Cairns Taipans. Wagstaff erzielte in dieser Spielzeit durchschnittlich 8,5 Punkte und 4,0 Rebounds pro Spiel.
Am 13. Dezember 2015 absolvierte Wagstaff sein 200. Spiel für die Wildcats und war damit erst der sechste Spieler, der seine ersten 200 NBL-Partien im Trikot der Wildcats bestritt. In der Begegnung mit den Sydney Kings verwandelte er im Schlussviertel alle sechs seiner Dreier und erzielte beim 87:69-Sieg mit 26 Punkten einen neuen persönlichen Karrierebestwert. Zudem trug er dazu bei, dass sich die Wildcats zum 30. Mal in Folge für die Finalrunde qualifizierten. Das Team beendete die Hauptrunde mit einer Bilanz von 18 Siegen und 10 Niederlagen auf dem zweiten Platz und setzte sich im Halbfinale mit 2:1 gegen die Illawarra Hawks durch. In der Finalserie besiegten die Wildcats die New Zealand Breakers mit 2:1 und gewannen die NBL-Meisterschaft. In der Saison 2015/16 kam Wagstaff in allen 34 Spielen der Wildcats zum Einsatz und erzielte dabei durchschnittlich 9,3 Punkte, 4,0 Rebounds sowie 1,6 Assists pro Partie. mini|Wagstaff im März 2017, bei der Meisterschaftsfeier Am 19. April 2016 unterzeichnete Wagstaff eine zweijährige Vertragsverlängerung bei den Wildcats, die ihn bis mindestens zum Ende der Saison 2018/19 an den Verein band. Am 31. Dezember 2016 erzielte er beim 95:87-Sieg gegen die Illawarra Hawks mit 20 Punkten seinen Saisonbestwert. Er traf 5 seiner 10 Würfe aus dem Feld und verwandelte 9 von 11 Freiwürfen. Die Wildcats beendeten die Hauptrunde mit einer Bilanz von 15 Siegen und 13 Niederlagen auf dem dritten Platz und trafen im Halbfinale auf die Cairns Taipans. Im zweiten Spiel der Serie egalisierte Wagstaff seinen Saisonbestwert von 20 Punkten, darunter 5 erfolgreiche Dreier bei 11 Versuchen und verhalf den Wildcats damit zu einem „Sweep“ (einem Sieg ohne Niederlage) in der Serie, die sie mit 2:0 für sich entschieden. Die Wildcats zogen damit zum sechsten Mal innerhalb von acht Jahren in das NBL-Finale ein. Er trug zudem dazu bei, dass die Wildcats die Finalserie gegen die Illawarra Hawks mit einem 3:0-Sweep gewannen, womit er seinen vierten NBL-Meistertitel holte. Die Wildcats gewannen nicht nur ihren achten NBL-Titel, sondern verteidigten diesen auch erfolgreich, ein Kunststück, das ihnen zuletzt in den Spielzeiten 1990/91 gelungen war. Beim 95:86-Sieg im dritten Spiel, der den Titelgewinn besiegelte, kam Wagstaff in seinem 250. Spiel von der Bank und erzielte 10 Punkte. Wagstaff war damit der achte Spieler der Wildcats, der 250 Spiele für den Verein absolvierte, und der sechste, der seine ersten 250 Spiele für Perth bestritt. Zudem bestritten er und sein langjähriger Teamkollege Shawn Redhage in diesem dritten Spiel jeweils ihr 17. Finalspiel und übertrafen damit den Vereinsrekord von Ricky Grace (16 Spiele). In der Saison 2016/17 kam er in allen 33 Spielen der Wildcats zum Einsatz und erzielte dabei durchschnittlich 9,0 Punkte, 2,8 Rebounds und 1,2 Assists pro Spiel.
Am 1. Dezember 2017 erzielte Wagstaff bei einem 89:73-Sieg gegen die Breakers 19 Punkte als Einwechselspieler und verhalf den Wildcats damit zu ihrem ersten Sieg in Neuseeland seit 2013. Mitte des letzten Viertels traf er vier Dreier. Am 2. Februar 2018 erzielte er beim 111:90-Sieg gegen die Adelaide 36ers 25 Punkte, der Höchstwert des Spiels, den er sich mit einem weiteren Spieler teilte, bei einer Trefferquote von 9 aus 13 aus dem Feld (darunter 3 von 6 Dreiern). Die Wildcats beendeten die Hauptrunde mit einer Bilanz von 16 Siegen und 12 Niederlagen auf dem dritten Platz, schieden jedoch im Halbfinale glatt gegen die 36ers aus. In der Saison 2017/18 erzielte er in 29 Spielen durchschnittlich 9,2 Punkte, 3,2 Rebounds und 1,3 Assists.
Wagstaff trug dazu bei, dass die Wildcats mit einer Bilanz von 10 Siegen und einer Niederlage in die Saison 2018/19 starteten, bevor sie sieben ihrer nächsten neun Spiele verloren. Im Januar 2019 absolvierte er sein 300. Spiel für die Wildcats. Die Wildcats beendeten die Hauptrunde als Tabellenerster mit einer Bilanz von 18 Siegen und 10 Niederlagen. Im März 2019 gewann er seine fünfte NBL-Meisterschaft, nachdem die Wildcats Melbourne United in der Finalserie mit 3:1 besiegt hatten. Wagstaff und sein langjähriger Teamkollege Damian Martin waren die ersten Spieler in der Geschichte der NBL, die fünf Meisterschaften mit ein und demselben Verein gewannen. In 34 Spielen erzielte er durchschnittlich 5,6 Punkte und 2,2 Rebounds.
Am 5. April 2019 verlängerte Wagstaff seinen Vertrag bei den Wildcats um zwei Jahre. In der Folgesaison 2019/20 überholte er im Februar Mike Ellis mit 370 erzielten Dreiern und belegte damit den vierten Platz in der ewigen Rangliste der Wildcats. Im März 2020 gewann er zum sechsten Mal die NBL-Meisterschaft und avancierte damit zu einem von nur vier Spielern in der Geschichte der NBL, die sechs Titel errangen. Er und sein Teamkollege Damian Martin sind dabei die einzigen, denen dies bei einem einzigen Verein gelang.
Die 2020er Jahre Nach dem Rücktritt des langjährigen Kapitäns und Teamkollegen Damian Martin wurde Wagstaff für die NBL-Saison 2020/21 zum Kapitän der Wildcats ernannt. Im Februar 2021 erreichte er als erst vierter Spieler der Wildcats die Marke von 350 NBL-Spielen. Am 1. Mai 2021 bestritt er gegen die New Zealand Breakers sein 372. Spiel für die Wildcats. Damit überholte er James Crawford (371) und rückte auf den dritten Platz der ewigen Rangliste der Wildcats für absolvierte Spiele vor, hinter Ricky Grace (482) und Shawn Redhage (380). Am 1. Juni 2021 zog er mit seinem 381. Spiel an Redhage vorbei. Er trug dazu bei, dass die Wildcats das Finale erreichten und avancierte zum ersten Spieler, der an neun Finalserien teilnahm. Während der Finalserie überholte er Anthony Stewart (419) und belegte fortan den zweiten Platz in der ewigen Rangliste der Wildcats für verwandelte Dreipunktewürfe. Die Mannschaft verlor die Serie mit 0:3 gegen Melbourne.