Walke war eine südlich von Treuenbrietzen gelegene Walkmühle und späterer Wohnplatz.Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 447) Die ehemalige Ortslage liegt im Landkreis Potsdam-Mittelmark in Brandenburg.
Lage Das Mühlenetablissement ist bereits auf dem Urmesstischblatt von 1841 verzeichnet. Die Anlage befand sich rund 800 Meter westlich von Frohnsdorf unmittelbar an der Nieplitz.
Geschichte Die Walkmühle wurde 1620 von der Stadtverwaltung Treuenbrietzen errichtet und an einen Walkmüller für sechs Gulden verpachtet. Das Amt Zinna erhielt von diesen Einnahmen einen Gulden. Wegen Steuerschulden wurde sie im Jahr 1682 an den Kurfürsten verpfändet. Im gleichen Jahr entstanden eine Forellenzucht und eine Kornkammer. Zu einem späteren Zeitpunkt gelang der Stadt der Rückkauf. Im Jahr 1756 entstand neben der Walkmühle für 598 Taler mit Holz aus dem königlichen Forst eine Weißgerbermühle.Infotafel Aus der Geschichte der Walkmühle bei Frohnsdorf – Hinterste Walke, aufgestellt am ehemaligen Standort, 2022.
1801 bestand die Siedlung aus der Walkmühle mit einer Feuerstelle. 1858 umfasste sie ein Wohngebäude und drei Wirtschaftsgebäude; ausdrücklich genannt wird eine Wasserwalkmühle. Spätestens vor 1841 bestand flussabwärts die Vorderste Walke. Im Jahr 1861 ist die Bezeichnung Hinterste Walke überliefert, die 1927 als Walke bezeichnet wurde.
Verwaltungsmäßig gehörte Walke bis 1849 zum Stadtgericht Treuenbrietzen, anschließend bis 1878 zur Gerichtskommission Treuenbrietzen und von 1879 bis 1952 zum Amtsgericht Treuenbrietzen. Grundherrschaftlich gehörte der Ort zur Stadt Treuenbrietzen. Kirchlich war Walke nach Treuenbrietzen eingepfarrt.
1859 wurde Walke mit der Stadt Treuenbrietzen vereinigt. 1895 bestand ein Wohnhaus. 1925 wurde ein Gasthaus genannt. 1931 wurde der Ort nicht mehr gesondert ausgewiesen und als Teil von Treuenbrietzen geführt. Zum Ende des 19. Jahrhunderts war das Tuchmachergewerbe in Treuenbrietzen durch die Industrialisierung fast zum Erliegen gekommen. Das Gebäude wurde bis 1960 als Wohnhaus genutzt, verfiel anschließend und wurde schließlich abgerissen.
Bevölkerungsentwicklung
Einwohnerentwicklung von Walke Jahr 1801 1858 1871 1885 1895 1925 Einwohner 11 8 3 6 4 10
Literatur Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil V: Zauch-Belzig. Erstauflage. Verlag Hermann Böhlaus Nachfolger, Weimar 1992. (Verlag Klaus-D. Becker, Potsdam 2011, ISBN 978-3-941919-82-2, S. 447)
Einzelnachweise
Kategorie:Wüstung im Landkreis Potsdam-Mittelmark Kategorie:Ersterwähnung 1620 Kategorie:Geographie (Treuenbrietzen)