When the Sun Is Out You Don’t See Stars ist ein Musikalbum von Peter Kowald, Werner Lüdi, Butch Morris und Sainkho Namtchylak. Die am 26. und 27. November 1990 im Soundville Studio in Luzern und 8. Juli 1991 im FMP Studio in Berlin entstandenen Aufnahmen erschienen am 15. Mai 1992 auf Free Music Production.

Hintergrund Bei diesen Studiosessions traf der Bassist Peter Kowald auf den Schweizer Saxophonisten Werner Lüdi, den amerikanischen Kornettisten Butch Morris und die tuwinische Vokalistin Sainkho Namtchylak. Gemeinsam spielten sie 20 kurze Improvisationen.

Titelliste Peter Kowald, Werner Lüdi, Butch Morris, Sainkho Namtchylak: When the Sun Is Out You Don’t See Stars (Free Music Production – FMP CD 38) Dance of the Invisibles 3:26 Paris Bar 3:12 A Thousand Years Etcetera 4:11 Bursting Bubbles 3:42 Sacred Places 2:42 Overcome Babylon 5:06 Wind Talking 4:39 Happysad 2:58 Bold As Gold 4:28 Killer Planets 2:08 Dawn in Tuva 3:20 Yes Yes the Anarchy 3:01 A Little World Music 4:13 Long Trust and These Jokes 3:37 Dark Side of White 4:49 The Art of Falling Apart 1:21 Burning Spirits 4:29 Pretty Ugly 3:32 House of Trouble 2:47 No Longer Down Under 5:07

Die Kompositionen stammen von Kowald, Lüdi, Morris und Namtchylak.

Rezeption Thom Jurek verlieh dem Album in Allmusic viereinhalb Sterne und meinte, es gebe keine herkömmlichen Begriffe, um diese Musik zu beschreiben. Dies sei „tiefgründige Herzensmusik, heilig, erschütternd und verheerend“. Das Quartett würde auf 20 Stücken die Grenzen der mikrotonalen Improvisation bis in ihre tiefsten Abgründe erkunden und dabei zum Kern ihrer Musik vordringen. Butch Morris und Peter Kowald hätten hier das Fundament geschaffen, auf dem Sainkho und Werner Lüdi ihre Gesangs- und Körperstimmen entfalten konnten, „um sich in die Hitze des Augenblicks zu stürzen, wo der Austausch, weil die Gabe zum Überfluss, zu einer so heftigen Zärtlichkeit wird, dass sie sich musikalisch nur im völligen Zusammenbruch des individuellen Egos angesichts des Kollektivs verwirklichen kann“. Hier würde es keine Lieder geben, und doch sei alles Gesang, eine Äußerung, die so fremd sei wie unsere Art zu sprechen und zu singen, dass sie den Raum selbst ausfülle, aus dem wir sprechen und singen. Das sei weit mehr als brillant, weit mehr als emotional berührend, es sei schlichtweg Ehrfurcht gebietend.

Michael Engelbrecht meinte in Musikexpress/Sounds: „Dieses multinationale Quartett sucht nicht nach dem kleinsten interkulturellen Nenner, dem eingängigsten aller Grooves oder dem bescheidensten aller Töne, sondern feiert viel lieber ein rauschhaftes Fest harscher Klänge.“ Die Instrumente würden zu Stimmen, und die Stimme werde zum Instrument. Und was zunächst wie ein wüstes Tohuwabohu erscheine, besitze bei näherem Hinhören klar leuchtende innere Formen.

Joachim Mischke besprach das Album in der Neuen Zeitschrift für Musik. Die vier Musiker würden miteinander spielen, im zweideutigen Sinne des Wortes. Jeder mit seinen Mitteln. „Indem sie sich zu neuen Sichtweisen auf die Welt – und die Welt der Klänge – herausfordern, fordern sie auch uns, ihre Hörer.“ Es stelle sich die Frage, ob das noch oder schon Jazz sei oder noch bzw. nur „Weltmusik“ oder etwa ganz einfache, ganz absolute „Musik“? Die üblichen Adjektive zur Bewertung würden sich hier verbieten.

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Einzelnachweise

Kategorie:Album (Jazz) Kategorie:Album (Neue Improvisationsmusik) Kategorie:Album 1992 Kategorie:Peter Kowald