Tuğba Tekerek (* 1976 in Kahramanmaraş) ist eine türkische Journalistin und Sachbuchautorin.

Leben und Wirken Sie wuchs in Adana auf und studierte Betriebswirtschaftslehre sowie moderne türkische Geschichte an der Boğaziçi-Universität. Nach einer Tätigkeit als Ökonomin begann sie 2006 bei Milliyet als Journalistin. Von 2008 bis 2014 arbeitete sie für Taraf. Seither arbeitet sie freiberuflich, unter anderem für die türkischsprachige Deutsche Welle.

In ihrem Buch Taşra Üniversiteleri: AK Parti’nin Arka Kampüsü (2023) befasst sie sich anhand von über 150 Interviews aus acht Jahren mit fünf Provinzuniversitäten. Für ihre Reportagen Bir Askerin Savaş Anıları und Kadın Süründürme Evi erhielt sie 2010 bzw. 2013 Auszeichnungen des Journalistenverbandes Çağdaş Gazeteciler Derneği. 2023 erhielt sie für ihr Buch eine lobende Erwähnung in der Sparte „Sozialwissenschaften“ bei den Sedat-Simavi-Preisen.

In der Nacht zum 14. September 2026 wurde Tekerek in Istanbul das Opfer landesweiter Polizeieinsätze gegen LGBTQ+-Organisationen; sie wurde festgenommen und nach Ankara gebracht. Am 15. September ordnete ein Gericht dort gegen sie und sieben Vorstandsmitglieder der Organisation Kaos GL Untersuchungshaft an. Die Vorwürfe betrafen einen Verstoß gegen das Vereinsgesetz und die Mitwirkung an der Veröffentlichung obszöner Inhalte. Tekerek bestritt den Vorwurf, das Instagram-Konto von Kaos GL verwaltet zu haben, und verwies auf eine 2024 für die Organisation verfasste Reportage über Georgien. Die Journalistengewerkschaft TGS forderte ihre Freilassung.

Einzelnachweise

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