Die Auguste Francotte & Companie, kurz A. Francotte & Cie., ist eine 1805 gegründete belgische private Waffenmanufaktur mit Sitz in Lüttich.
Geschichte mini|Ein Zertifikat von Francottevom 25. Juni 1933 Im Jahr 1805 gründete der private Unternehmer Joseph Francotte in Lüttich eine neue Waffenmanufaktur mit dem Namen Francotte & Companie, dessen Hauptsitz in der Rue de Mont-Saint-Martin 61 war. Damit zählt diese Manufaktur zu einer der ältesten Herstellern von Waffen und, durch die ständige Qualitätskontrollen und die akribischen Arbeiten, zu den Besten und qualitativ hochwertigsten. Jedoch erst fünf Jahr später, im Jahr 1810, begann die Produktion. Durch verschiedenste Verzierungen und Verfeinerungen wurden und werden die Waffen von Francotte mit Vorliebe gesammelt.
Die ersten Arbeiten waren Gewehre und Pistolen für Napoleons Armee, doch auch zivile Selbstverteidigungspistolen und Jagdgewehre. Mit dem Beginn der Produktion 1910, übernahm der Sohn von Joseph Francotte, Auguste Francotte die Leitung der Waffenmanufaktur, wodurch sich der Name in Auguste Francotte & Companie mit der Stempelung mit AF änderte. Dessen beiden Söhne stiegen später ebenfalls in den Familienbetrieb mit ein. Einer davon, Charles Francotte kümmertes sich dabei um die Produktion der Waffen selbst, während der zweite Sohn, Ernest Francotte, sich um die Modernisierung und Verbesserung der Fertigungsanlagen kümmerte. Im Jahr 1891 übernahm der Sohn von Ernest Francotte, welcher ebenfalls Auguste Francotte hieß, die Leitung des Filialunternehmens. Zusätzlich forcierte er die technische Entwicklung und stellte dutzende Patente für verschiedene Bauteile und Mechanismen von Revolvern und Pistolen.
Zwischen den Jahren 1860 und 1914 lief die Produktion auf Hochtouren, sowohl für den Privatgebrauch, als auch für militärische Interessenten. Im Jahr 1914 musste die Produktion aufgrund des Einmarsches der Truppen des Deutschen Kaiserreiches in Lüttich unterbrochen werden.
Der letzte leitende Unternehmer von Francotte & Cie. hieß August Francotte, trat 1926 in das Unternehmen mit ein und leitete es von 1944 bis 1972. Bis heute besteht das Unternehmen, stellt Waffen jedoch nicht mehr in großem Umfang her. Es beschäftigt nur wenige dutzend Mitarbeiter, produzierte dennoch Waffen von sehr hoher Qualität.
Waffenproduktion Die aktivste Phase in der Herstellung von Waffen fand zwischen 1860 und 1914 statt. Damit zählte die Manufaktur zu den bedeutendsten Waffenherstellern von Lüttich. Im Jahr 1890 konnte Francotte & Cie. mehr als 150 Modelle von Revolvern an interessierte Anbieten. Dies war durch den lizenzierten Bau von verschiedensten Marken von Smith & Wesson oder dem Tranter-Perkussionsrevolver möglich. Auch gehörte der Lefaucheux-Stiftfeuerrevolver durch einige kleinere Modifikationen in das angebotene Sortiment. Weiterhin produzierte Francotte eine Reihe von Militärrevolver. Dazu zählten der Lefaucheux-Francotte M. 71 für die schwedische Kavallerie oder dem Omdrejningspistol M/1882 für die dänische Kavallerie.
mini|Lefaucheux-Francotte M. 71 Revolver Im Jahr 1857 bestellte das Fürstentum Serbien eine unbestimmte Menge an Gewehren vom Typ Francotte Modell 1849/56 und verschiedene Perkussionspistolen. Zudem wurden Lefaucheux-Francotte M. 71 Revolver mit Doppelwirkung bestellt.
Im Jahr 1890 stellte Francotte & Cie. eine eigene Pistole mit dem Kaliber von 8 mm her. Diese verfügte über ein Magazin im Griffstück, einen drehbaren Verschlusskopf und einen Abzug mit Fingerring. Von dieser Pistole wurden jedoch nur einige wenige Exemplare hergestellt und verkauft. Heute ist keines dieser Modelle mehr öffentlich bekannt oder ausgestellt.
Neben der Produktion von Pistolen und Revolvern, wurden bei Francotte & Cie. auch eine Reihe von Gewehren und Flinten hergestellt. Diese basierten auf dem Martini-System, welche teilweise noch im und nach dem Zweiten Weltkrieg auf Schießplätzen eingesetzt wurden. Dazu zählten auch das Martini-Henry-Gewehr oder das Mauser Modell 1889.
Literatur
Einzelnachweise
Kategorie:Rüstungshersteller (Belgien) Kategorie:Unternehmen (Lüttich) Kategorie:Unternehmensgründung 1805