mini|Brief der Belle perdrix Maria Croci Der Club des belles perdrix (Club der schönen Rebhühner) war der erste französische Gastronomie-Club für Frauen, der 1928 von ungefähr zwanzig Frauen gegründet wurde.
Geschichte 1928 erklärte der Gastronom Camille Cerf, dass Frauen zu seinem Club de Cent (Club der hundert) nicht zugelassen würden. Der Journalist Gaston Derys führte das auf die Meinung zurück, dass „die Frau weniger fähig sei als der Mann, ein delikates Fleisch zu schätzen und einen großen Wein zu genießen“. Darauf kündigte Maria Croci die Gründung eines Gastronomieclubs für Frauen an.
Der Name stammt wohl von einem regelmäßigen Treffen von Schriftstellern und Verlegern, dem Déjeuner du Grand Perdreau. Auch dort waren Frauen nicht zugelassen. 1929 schrieb der Restaurantkritiker Curnonsky in Paris-Soir, dass die Mitglieder des Grand Perdreau 1928 Pierre Croci in ihre Reihen aufgenommen hatten; seine Ehefrau, Maria Croci, die „elegante und präzise Übersetzerin von Silence ardent, dem Mussolini von Margueritte Sarfatti“, beschloss „mit Witz … dem ehelichen Grand Perdreau ein weibliches Pendant zu geben.“ Der Club hieß zunächst La Belle Perdrix, doch im März 1928 berichtete L’Avenir über das Mittagessen des Clubs Les Belles Perdrix im Relai de l’Aurore.
Zu den Gründungsmitglieder zählten Maria Croci, Lucie Paul-Margueritte, Ève Paul-Margueritte, Hélène Gosset, Caroline de Broutelles, Lydie Lacaze, Marcelle Tinayre, Judith Cladel, Lucie Delarue-Mardrus, Huguette Garnier, Marion Gilbert Gabrielle Réval, Élisabeth de Gramont, Aurore Sand, Andrée Viollis und Blanche Vogt. Später kamen noch Personen wie Renée de Brimont, Jehan d’Ivray, Jeanne Landre, Camille Marbo und Alexandra Roubé-Jansky dazu.
mini|Essen der belles perdrix Die Belles Perdrix erreichten, ebenso wie der Grand Perdreau, den Höhepunkt ihrer Bekanntheit und ihrer Tätigkeit zwischen 1928 und 1933. Danach verloren sie rasch an Bedeutung und lösten sich noch vor dem Zweiten Weltkrieg auf.
Der Club unterschied sich wenig von anderen gastronomischen und literarischen Clubs jener Zeit. In dem Bestreben, den Geschmack zu schulen, luden diese Vereinigungen regelmäßig Praktikanten ein. Dabei handelte es sich in der Regel um junge Künstlerinnen. Lediglich einmal im Jahr wurden Perdreaux, also Männer, zugelassen. Artikel 5 der Clubsatzung besagte: „Im Gegensatz zu den männlichen Feinschmeckerclubs, die sich weigern, Frauen aufzunehmen, laden die Belles Perdrix einmal im Jahr Perdreaux zu ihren Festessen ein. Jede Perdrix hat das Recht, einen Perdreau ihrer Wahl mitzubringen, der niemals ihr Ehemann sein darf: Derselbe Perdreau darf nicht zwei Jahre hintereinander von derselben Perdrix eingeladen werden“.
1930 veröffentlichte der Club einen Sammelband mit Rezepten. Dieser enthielt auch Bemerkungen über männliche Feinschmecker wie diese von Maria Croci: „Ich kenne einen gewissen Grand Perdreau, der nicht einmal den Stiel einer Pfanne halten kann“. Zu den Gepflogenheiten der Perdrix gehörte es auch, nur Restaurants auszuwählen, bei den einen Essen weniger als 40 Francs kostete; damit sollte der Nachweis geführt werden, dass ein guter Gastronom zu diesem Preis ein gepflegtes Essen servieren könne. Für eine kurze Zeit vergab der Club des belles perdrix mit dem Prix des Muses auch einen Literatur- und Kunstpreis.
mini|Recettes des belles perdrix 1929 wurde ein weiterer Club nach dem Vorbild der Perdrix gegründet: Le Cercle des Gourmettes, der ebenfalls bis zum Zweiten Weltkrieg bestand.Siehe dazu weiterführend der Artikel Le Cercle des Gourmettes in der frankophonen Wikipédia.
Literatur
Weblinks
Anmerkungen
Einzelnachweise
Kategorie:Gesellschaftsclub