mini|Katholische Pfarrkirche St. Dominikus in Datteln-Meckinghoven St. Dominikus ist die römisch-katholische Pfarrkirche in Meckinghoven, einem Stadtbezirk von Datteln in Nordrhein-Westfalen. Sie steht unter dem Patrozinium des heiligen Dominikus und gehört zum Kreisdekanat Recklinghausen im Bistum Münster. Das denkmalgeschützte Gotteshaus ist eine neugotische Hallenkirche und hat rund 230 Sitzplätze.

Geschichte In der Bauerschaft Meckinghoven südlich vom Stadtkern Datteln gab es um 1670 eine vom Pfarrer von St. Amandus (Datteln) betreute Kapelle, die aber in den Wirren der nächsten Jahre zerstört wurde. 1897 konstituierte sich ein Kirchenbauverein. Einige Dominikaner-Patres ließen sich in Meckinghoven nieder und wandelten 1899 die alte Schule in ein Kloster und in eine Notkirche um. Die örtliche Bevölkerung wuchs stark, da in der Nähe ein Schiffshebewerk für den 1899 eröffneten Dortmund-Ems-Kanal entstand. Weil die Katholiken sich zeitnah ein eigenes Gotteshaus wünschten, kaufte die 1901 gegründete „Meckinghovener Bau- und Grunderwerbsgesellschaft“ dort ein größeres Gelände. Die Einwohnerzahl der Region vergrößerte sich weiter wegen der Eröffnung der Eisenbahnstrecke Hamm-Osterfeld mit dem Bahnhof Datteln im Jahr 1905.

In Meckinghoven wurde nach den Plänen des Architekten Caspar Clemens Pickel (Düsseldorf) 1906–07 eine Kirche und ein Dominikanerkloster errichtet. Schutzpatron war Dominikus von Caleruega, der Gründer des Predigerordens der Dominikaner. Nach der Abtrennung von St. Amandus (Datteln) 1913 entstand aus dem Bezirk Meckinghoven 1914 ein seelsorglich selbstständiges Pfarrrektorat, das ab 1922 zur Pfarrei St. Josef (Datteln) gehörte.

Die Klosterkirche St. Dominikus wurde 1935 stark erweitert und durch Bischof Clemens August Graf von Galen eingeweiht. Ein wichtiges Geschenk 1940 war der wertvolle Hochaltar aus der abgerissenen St.-Maria-Victoria-Kirche in Berlin. Durch einen Luftangriff im letzten Jahr des Zweiten Weltkriegs am 7. März 1945 entstanden schwere Beschädigungen am Gebäude, die aber viele freiwillige Helfer bis zum Jahresende notdürftig beseitigen konnten. Eine vollständige Restaurierung der Kirche erfolgte 1970.

Das Gotteshaus im neugotischen Stil ist ein dreischiffiger Hallenbau mit Querhaus und Netzgewölben unter Walmdächern aus Naturschiefer. Der Dachreiter unter einem Helmdach besitzt vier Ecktürmchen. Das im Südosten angebaute Kloster wurde 1966 aufgehoben und 1967 renoviert. Die dortigen Räume werden seither als Pfarrzentrum genutzt oder als Wohnungen vermietet. Alle Gebäudeteile bestehen aus rotem Ziegelmauerwerk. Zur Gemeinde gehören außerdem das 1967–68 erbaute Pfarrhaus, das Pfarrheim von 1975 sowie der 1954 eröffnete und 1973–74 erweiterte Kindergarten.

1967 erfolgte die vermögensrechtliche Verselbstständigung und 1973 die Erhebung zu einer eigenständigen Pfarrei mit einem von St. Josef (Datteln) und St. Maria Magdalena (Horneburg) abgetrennten Pfarrgebiet. Die Pfarrkirche St. Dominikus in Meckinghoven steht seit 19. September 1983 als Nummer 3 in der Liste der Baudenkmäler in Datteln.

Am 2. Dezember 2007 fand die Eingliederung der Pfarreien St. Laurentius (Henrichenburg) und St. Maria Magdalena (Horneburg) in die Großpfarrei St. Dominikus statt. Am 1. Januar 2024 schlossen sich die Pfarreien St. Josef (Oer-Erkenschwick), St. Amandus (Datteln), St. Dominikus (Meckinghoven) und St. Petrus (Waltrop) zusammen zum Katholischen Kirchenverband „Pastoraler Raum Datteln-Oer-Erkenschwick-Waltrop (Ostvest)“.

Glocken Im Turm von St. Dominikus hingen ab 1907 die Marien-, die Dominikus- und die Josefsglocke. Diese Glocken aus Bronze wurden aber 1914 zu Rüstungszwecken beschlagnahmt. In der Gegenwart besitzt das Gotteshaus die folgenden drei, ab 1928 elektrisch geläuteten Kirchenglocken aus Stahl:

Glocke 1: Schlagton: ais1; Ø 96 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1921 Glocke 2: Schlagton: cis2; Ø 84 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1921 Glocke 3: Schlagton: e2; Ø 70 cm; Gießerei: Bochumer Verein (Bochum); Gussjahr: 1921.

Orgel 1913 bekam die Kirche ihre erste Orgel. Die von der Firma Orgelbau Friedrich Weigle (Echterdingen) 1953 für die Schlosskirche Friedrichshafen geschaffene Pfeifenorgel wurde 1970 in St. Dominikus aufgestellt. Das Instrument mit 43 Registern (incl. Transmissionen) hat drei Manuale und Pedal sowie Kegelladen.

Literatur Ulrich Menkhaus (Red.): Das Bistum Münster, Bd. 3: Die Pfarrgemeinden. Hrsg.: Werner Thissen. Regensberg, Münster 1993, ISBN 3-7923-0646-8. Hans J. Lechtreck: KirchenSchätze Tour: Ein Reiseführer zu ausgewählten Kirchen im Bistum Münster. Aschendorff, Münster 2006, ISBN 3-402-00413-5. Margarete Luise Goecke-Seischab und Jörg Ohlemacher: Kirchen erkunden, Kirchen erschließen. Ein Handbuch. Anaconda, Köln 2010, ISBN 978-3-86647-457-4.

Weblinks

Website von St. Dominikus (Meckinghoven) Website vom Kreisdekanat Recklinghausen

Einzelnachweise

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