Caracaraí ist eine brasilianische Gemeinde im Bundesstaat Roraima im Norden des Landes. Sie liegt südlich der Hauptstadt Boa Vista am Rio Branco und bildete 2022 die viertgrößte Gemeinde nach Einwohnerzahl und die größte nach Fläche. Die Einwohnerzahl wurde vom Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE) im Jahr 2025 auf etwa 23.000 geschätzt.

Geografie und Klima Caracaraí umfasst ein sehr großes Gebiet im südlichen Roraima und gehört vollständig zum Amazonasbecken. Das Gebiet wird vom Rio Branco dominiert, der als wichtigste Verkehrsader und ökologisches Rückgrat der Region fungiert. Entlang seines Verlaufs finden sich zahlreiche kleinere Siedlungen sowie Überschwemmungsgebiete. Die Landschaft ist durch dichten tropischen Regenwald und vereinzelte Siedlungsflächen geprägt. Große Teile des Gemeindegebiets sind nur schwer zugänglich und weisen eine sehr geringe Bevölkerungsdichte auf. Gleichzeitig befinden sich hier bedeutende Schutzgebiete und indigene Territorien, die die Nutzung des Raums prägen.

Das Klima ist tropisches Regenwaldklima mit ganzjährig hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit. Die Niederschläge konzentrieren sich vor allem auf die Monate zwischen April und September, während die übrige Zeit vergleichsweise trockener ist. Die Durchschnittstemperaturen liegen in der Regel um die 30 °C.

Geschichte Caracaraí wurde von Viehzüchtern aus Moura gegründet. Das Wort caracaraí bedeutet „kleiner Falke“, ein in der Region sehr verbreiteter Vogel. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert entwickelte sich Caracaraí zu einem wichtigen Umschlagplatz für Waren, insbesondere im Zusammenhang mit der Schifffahrt auf dem Rio Branco. Die Stadt fungierte als Zwischenstation für den Transport zwischen dem Amazonasgebiet und den nördlichen Grenzregionen.

1938 wurde der Distrikt Caracaraí als Teil der Gemeinde Boa Vista gebildet. 1955 wurde Caracaraí offiziell zur eigenständigen Gemeinde erhoben.

Mit dem Bau der Fernstraße BR-174 im 20. Jahrhundert verlagerte sich die wirtschaftliche Bedeutung teilweise vom Flussverkehr auf den Straßenverkehr. Dennoch blieb Caracaraí ein wichtiger logistischer Knotenpunkt im Südenteil Roraimas.

Demografie Die Einwohnerzahl wurde 2025 auf etwa 23.000 Personen geschätzt. Die Bevölkerung ist ungleich verteilt und konzentriert sich vor allem im städtischen Zentrum sowie entlang der Verkehrsachsen. Im Hauptort lebt etwa die Hälfte der Einwohner. 2022 waren knapp 6 Prozent der Bevölkerung indigene Brasilianer. Insgesamt sind mehr als 70 Prozent der Bevölkerung Farbige.

JahrEinwohner19918.764200014.286201018.398202220.957Volkszählungen

Wirtschaft Früher basierte die Wirtschaft auf der Rinderzucht. Das Vieh wurde nach Manaus transportiert. Caracaraí entwickelte sich zu einem Versorgungszentrum für die Region, da es am Branco-Fluss durch die Gemeinde fließt Caracaraí bildet die Hafenstadt für Roraima, da der Rio Branco flussaufwärts durch die Cachoeiras do Bem Querer für große Schiffe nicht passierbar ist. Caracaraí ist der größte Fischproduzent des Bundesstaates.

Die Lage am Rio Branco und an wichtigen Verkehrsverbindungen an der Kreuzung der Fernstraßen BR-210 und BR-174 verleiht der Stadt eine Rolle als regionales Versorgungs- und Handelszentrum. Gleichzeitig bleibt die wirtschaftliche Entwicklung durch infrastrukturelle Einschränkungen sowie durch den Schutz großer Natur- und Indigenengebiete begrenzt.

Religion Caracaraí gehört zum römisch-katholischen Bistum Roraima. Neben der katholischen Kirche sind auch evangelische Gemeinden vertreten.

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in Roraima Kategorie:Município in Roraima Kategorie:Gemeindegründung 1955