mini|Giovanni Cantoni Giovanni Cantoni (* 31. Dezember 1818 in Mailand; † 15. Juli 1897 ebenda) war ein italienischer Physiker und Politiker.
Leben Cantoni studierte an der Universität Pavia. 1840 schloss er sein Studium der Ingenieurwissenschaften und Architektur ab. Anschließend ging er in seine Geburtsstadt Mailand zurück und beschäftigte sich dort neben seiner Tätigkeit in einem Ingenieurbüro mit Problemen in Physik und Philosophie, wobei er speziell für eine naturwissenschaftliche Grundlegung der Philosophie plädierte. Bereits als Student engagierte er sich in liberalen Studentengruppen. Im März 1848 gehörte er in Mailand zu den Organisatoren des Fünf-Tage-Aufstands gegen die Herrschaft der Habsburgermonarchie und die Besatzung unter dem österreichischen Feldmarschall Radetzky. Zunächst war der Aufstand erfolgreich, Cantoni musste jedoch nach Rückkehr der Österreicher im August 1848 in den Kanton Tessin in der Schweiz flüchten.
Er ließ sich in Lugano nieder, wo er als Physiklehrer und zeitweise als Rektor der Kantonsschule tätig war. 1852 beauftragte ihn die Tessiner Regierung mit dem Entwurf eines Projektes zur Schulreform, das er mit Carlo Cattaneo realisierte. Während seines Aufenthalts in der Schweiz verfasste er ein Physiklehrbuch, das später mehrfach erweitert und neu aufgelegt wurde.
1860 wurde er auf einen Lehrstuhl für Physik der Universität Pavia berufen, den er dreißig Jahre lang innehatte. Außerdem war er von 1862 bis 1868 und von 1880 bis 1882 Rektor der Universität. Er veröffentlichte mehr als zweihundert Arbeiten zu unterschiedlichen Themen der Experimentalphysik sowie zur Physikgeschichte, Meteorologie und Philosophie.
1871 wurde er zum korrespondierenden und 1872 zum ordentlichen Mitglied der Accademia Nazionale dei Lincei gewählt. 1878 wurde er Mitglied der Accademia Nazionale delle Scienze. Er war seit 1863 Mitglied des Istituto Lombardo Accademia di Scienze e Lettere.
Auch nach 1860 gab er seine politische Tätigkeit nicht auf. Er war Stadtrat in Mailand und Pavia und wurde von 1867 bis 1870 für den Wahlkreis Menaggio in die Abgeordnetenkammer des italienischen Parlaments gewählt. Er war Mitarbeiter des Bildungsministers Cesare Correnti und von Juni 1879 bis zu seinem Tod im Jahr 1897 Senator im Königreich Italien.
Literatur
Weblinks
Biografie von Giovanni Cantoni beim Museo per la Storia dell’Università di Pavia (italienisch) Biografie von Giovanni Cantoni bei der Associazione per l’Insegnamento della Fisica ETS (italienisch) Biografie von Giovanni Cantoni bei liberliber.it (italienisch) Eintrag zu Giovanni Cantoni in der Datenbank des Senato della Repubblica (italienisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Physiker (19. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Pavia) Kategorie:Gymnasiallehrer (Schweiz) Kategorie:Senator (Königreich Italien) Kategorie:Mitglied der Abgeordnetenkammer (Königreich Italien) Kategorie:Mitglied der Accademia dei Lincei Kategorie:Mitglied der Accademia Nazionale delle Scienze Kategorie:Absolvent der Universität Pavia Kategorie:Träger des Ordens der Krone von Italien (Ausprägung unbekannt) Kategorie:Italienischer Emigrant in der Schweiz Kategorie:Historische Person (Italien) Kategorie:Italiener Kategorie:Geboren 1818 Kategorie:Gestorben 1897 Kategorie:Mann