mini|hochkant|Hana Jušić (2025) Hana Jušić (* 1983 in Šibenik) ist eine kroatische Filmregisseurin und Drehbuchautorin, die mit den Spielfilmen Ne gledaj mi u pijat (‚Schau nicht auf meinen Teller‘, 2016) und Bog neće pomoći (‚Gott wird nicht helfen‘, 2025) bekannt wurde.

Leben Jušić wurde 1983 in Šibenik geboren und zog als Kind nach Zagreb. Nach der Schule entschied sie sich zunächst nicht für Regie, sondern schloss Anglistik und vergleichende Literaturwissenschaften ab.

Wirken Jušić machte zu Beginn der 2010er-Jahre mit Kurzfilmen auf sich aufmerksam; 2011 wurde sie bei der neunten FRKA-Filmrevue der Akademie der dramatischen Künste in Zagreb für Zimica als beste Regisseurin ausgezeichnet. 2013 war sie gemeinsam mit Dražen Žarković und Daniel Kušan am Drehbuch des auf Ivan Kušans Roman beruhenden Kinderfilms Zagonetni dječak beteiligt. Ihr Spielfilmdebüt Ne gledaj mi u pijat (2016) erzählt von Marijana, die nach einem Schlaganfall ihres dominanten Vaters in einer beengten Familie in Šibenik Verantwortung übernimmt. Der Film wurde 2016 im Rahmen der 73. Internationalen Filmfestspiele von Venedig gezeigt und anschließend beim Zagreb Film Festival in der Hauptkonkurrenz präsentiert. Für Ne gledaj mi u pijat erhielt Jušić im Programm Venice Days den FEDEORA Award for Best European Film, während sie beim Tokyo International Film Festival als beste Regisseurin ausgezeichnet wurde. Als Drehbuchautorin war sie an der sechsteiligen Serie Područje bez signala (2021) beteiligt. Mit Bog neće pomoći realisierte sie ihren zweiten langen Spielfilm; die Handlung spielt zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Dalmatien und folgt der Chilenin Teresa, die in eine abgeschlossene Viehzüchtergemeinschaft kommt. Der Film wurde in der International Competition des Locarno Film Festival uraufgeführt und ist eine Koproduktion aus Kroatien, Rumänien, Italien, Griechenland, Frankreich und Slowenien. Nach der Premiere wurde Bog neće pomoći beim 31. Sarajevo Film Festival mit der Sonderauszeichnung zur Förderung der Geschlechtergleichstellung gewürdigt. Beim Internationalen Frauenfilmfest Dortmund/Köln 2026 wurde Bog neće pomoći als Preisträgerfilm des Spielfilmwettbewerbs hervorgehoben und als Geschichte über die Solidarität zweier Frauen in einer engen patriarchalen Dorfgemeinschaft beschrieben. In der Rezeption ihres zweiten Spielfilms wurde Jušićs Arbeit als Verbindung von stilistischer Präzision, geschlossenen Gemeinschaften und Figuren beschrieben, die an den Rand sozialer Ordnungen geraten.

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Einzelnachweise

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