mini|Adolfo Aristarain, 2016 Adolfo Martín Aristarain (* 19. Oktober 1943 in Buenos Aires; † 26. April 2026 ebendort) war ein Regisseur und Drehbuchautor des argentinischen und spanischen Kinos. Leben Adolfo Aristarain wuchs im Stadtteil Parque Chas von Buenos Aires auf. Schon in seiner Kindheit entwickelte er eine Neigung zum Jazz, verbunden mit einer Begeisterung fürs Kino, der er in den einfachen Kinos des Stadtteils frönte. In der fünften Klasse brach er seine Ausbildung in der Sekundarschule ab, arbeitete stattdessen als Straßenhändler und eiferte seinen Jazz-Idolen nach, indem er Trompeten-Unterricht nahm.

Zudem entwickelte er eine Liebe zum Lesen, was ihn in die Literaturszene in der Calle Corrientes führte und ihm die Autorenfilme nahebrachte, die im Lorraine-Kino gezeigt wurden. Er lernte Englisch und bestritt in seiner Jugendzeit eine Sendung im Radio Nacional, indem er eigene Übersetzungen von Gedichten von Dylan Thomas vortrug.

Sein erster Auftritt im Kino war 1961 eine Rolle als Statist in Dar la cara von José Martínez Suárez. Es folgten Arbeiten als Filmeditor und Tontechniker in Río de Janeiro und als Regieassistent in Buenos Aires. 1967 floh er vor der Militärdiktatur von Juan Carlos Onganía und ließ sich in Madrid nieder. Er assistierte Mario Camus bei Digan lo que digan, der 1968 erschien. Im Zuge des Booms der Spaghetti-Western zog er nach Almería um. Des Weiteren arbeitete er mit Vicente Aranda, Sergio Leone, Lewis Gilbert und Sergio Renán zusammen. 1974 zog er zurück nach Argentinien. Vier Jahre später erschien seine erste eigene Regiearbeit, La parte del león.

Mit der Produktionsgesellschaft Aries Cinematográfica drehte er die beiden Filme La playa del amor und La discoteca del amor. Wie eine Reihe weiterer Filme von ihm erschienen sie während der argentinischen Militärdiktatur. Tiempo de Revancha von 1981 enthält versteckte Kritik an der Diktatur, die von der Zensur nicht erkannt wurde. Dieser Film wurde beim Filmfestival von Montreal und beim Festival des lateinamerikanischen Films von Havanna ausgezeichnet. Auch der 1982 erschienene Film Últimos días de la víctima enthält kritische Anspielungen auf die Diktatur. In beiden Filmen spielt Federico Luppi eine herausragende Rolle.

1987 drehte er The Stranger in englischer Sprache, mit mehreren argentinischen Schauspielern und Schauspielerinnen, aber mit US-Amerikanern in den Hauptrollen. Un lugar en el mundo von 1992 wurde zu einem Kultklassiker des argentinischen Kinos. Er gewann den Goya und die Goldene Muschel beim Filmfestival von San Sebastián. La ley de la frontera von 1995 ist eine argentinisch-spanische Koproduktion. Der Film erzählt die Geschichte zweier Diebe, einer Fotografin und eines argentinischen Banditen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. 1997 kam Martín (Hache) in die Kinos, mit Federico Luppi und Cecilia Roth in den Hauptrollen. Der Film wurde auf verschiedenen Festivals mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

2003 wurde Adolfo Aristarain die spanische Staatsbürgerschaft zuerkannt. In seinem letzten Langfilm, Roma, schuf er 2004 ein ambitioniertes Familienepos und gleichzeitig ein intimes Porträt einer Mutter-Sohn-Beziehung, geprägt von Tragik, Liebe und Tod.

Sein letzter öffentlicher Auftritt war 2024 anlässlich der Verleihung der Goldmedaille der Academia de cine española. Er bekam danach noch weitere Angebote, die er jedoch mangels künstlerischer Freiheit ablehnte oder bei denen die Finanzierung nicht gesichert war. Gesundheitliche Probleme, insbesondere eine Herzoperation 2019, beendeten sein Schaffen endgültig.

Zitat

Rezeption

Anlässlich der Verleihung ihrer Goldmedaille würdigte ihn 2024 die Academia de las Artes y las Ciencias Cinematográficas de España als

Und 2026 in ihrem Nachruf:

Über seinen letzten Langfilm, Roma, schrieb Mar Centenera in El País:

Filmografie +ErscheinungsjahrTitelFunktion1962Dar la caraStatist1966Muchachos impacientesCo-Assistenz1967La muchachada de a bordo1971La bestia desnuda1975Una mujerRegieassistenz1977Los superagentes biónicosLa aventura explosivaCrecer de golpe1978Los superagentes y el tesoro maldito1978La parte del leónRegie1979La fiesta de todosRegieassistenz1979La playa del amorRegie1980La discoteca del amor1981Tiempo de revancha1982Últimos días de la víctima1987The Stranger1992Un lugar en el mundo1995La ley de la frontera2002Lugares comunes2004Roma

Auszeichnungen (Auswahl)

+JahrPreisKategorieWerk1981Premios KonexEhrendiplom: bester Filmregisseur der argentinischen Geschichte./.1982Cóndor de PlataBester FilmTiempo de revanchaBeste RegieBestes Drehbuch1983Beste RegieÚltimos días de la víctimaBestes adaptiertes Drehbuch1992Goya-FilmpreisBester ausländischer Film in spanischer SpracheUn lugar en el mundo1992Film-Festival von San SebastiánBester FilmUn lugar en el mundo1993Cóndor de PlataBester FilmUn lugar en el mundoBeste RegieBestes Drehbuch1994Premios KonexEhrendiplom: bester Drehbuchautor der Dekade./.1998Cóndor de PlataBeste RegieMartín (Hache)2001Premios KonexKonex de Plata: Bester Filmregisseur der Dekade./.2002Goya-FilmpreisBestes adaptiertes DrehbuchLugares comunes2002Film-Festival von San SebastiánBestes DrehbuchLugares comunes2005Cóndor de PlataBester FilmRomaBeste Regie

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Argentinischer Emigrant Kategorie:Immigrant in Spanien Kategorie:Argentinier Kategorie:Spanier Kategorie:Geboren 1943 Kategorie:Gestorben 2026 Kategorie:Mann