Die Geschichte vom großen Pingala ist ein indisches Märchen und ein buddhistisches Jataka (240: Mahāpingala-Jātaka).Johannes Mehlig (Hrsg.): Buddhistische Märchen, Drei Lilien Verlag, Wiesbaden 1982, S. 232–234, 518. Aus dem Pāli übertragen und kommentiert von Johannes Mehlig.
Handlung Einst herrschte in Benares ein grausamer König, der der große Pingala genannt wurde. Dieser beging viele böse Taten, bevorzugte die einen vor den anderen, schürte Hassgefühle, streute Gerüchte, blendete die Menschen, schüchterte sie ein, verteilte Strafgelder, erhob ungerechtfertigte Abgaben, folterte und erpresste und selbst in seinem eigenen Haus verfuhr er böse und gefühllos.
Damals wurde der Bodhisattva als der Sohn dieses Königs wiedergeboren, und als dieser nach langer Schreckensherrschaft endlich starb, feierte das Volk seinen Nachfolger und erfreute sich wieder des Lebens. Nur ein einziger Türhüter, in der Nähe des Throns, weinte, also fragte der Bodhisattva ihn, warum er dies denn täte. Der Weinende berichtete daraufhin, dass der grausame König ihn stets geschlagen hatte und er befürchte, dass der Todeskönig schon bald genug von ihm haben würde, sodass er wieder zurückkehren könnte. Der Bodhisattva erwiderte daraufhin dem aus Furcht Weinenden, dass die in eine andere Welt Gegangenen für gewöhnlich nicht im selben Körper zurückkehren, und so tröstete er den Türhüter und nahm ihm die Angst. Da wurde dieser wieder heiter. Der Bodhisattva aber regierte in Gerechtigkeit.
Hintergrund Das Märchen entspricht dem Jataka 240 (Mahāpingala-Jātaka) und erhielt in Johannes Mehligs Buddhistische Märchen (Wiesbaden 1982) den deutschen Titel Die Geschichte vom großen Pingala. Ähnlicher Inhalt findet sich bei Targum zu Esther (englisch ed. by P. Cassel, Commentary on Esther, pp. 264/5, Note 1), wo das Volk alleine dadurch beruhigt werden kann, dass Nebukadnezars Sohn den Leichnam seines Vaters durch die Stadt schleifen lässt. In Else Lüders’ Die Märchen der Weltliteratur – Buddhistische Märchen aus dem alten Indien (Düsseldorf / Köln 1961) bekam das Märchen den Titel König Pingala.Else Lüders (Ausw. und Übert.): Die Märchen der Weltliteratur – Buddhistische Märchen aus dem alten Indien. Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf / Köln 1961, S. 316–319.
Literatur Johannes Mehlig (Hrsg.): Buddhistische Märchen, Drei Lilien Verlag, Wiesbaden 1982, S. 232–234, 518. Aus dem Pāli übertragen und kommentiert von Johannes Mehlig. Else Lüders (Ausw. und Übert.): Die Märchen der Weltliteratur – Buddhistische Märchen aus dem alten Indien. Eugen Diederichs Verlag, Düsseldorf / Köln 1961, S. 316–319.
Einzelnachweise
Kategorie:Literatur (20. Jahrhundert) Kategorie:Indische Literatur Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Märchen Kategorie:Jātaka