mini|hochkant|Medaille des Sankt Benedikt Das Kloster Porta apostolorum (deutsch Pforte der Apostel) war ein Benediktinerkloster in Postoloprty (Postelberg), das vor 1119 gegründet und 1420 in den Hussitenkriegen von den Hussiten zerstört wurde. Es war eines der ältesten Klöster und zugleich das größte Kloster des Bistums Leitmeritz in Nordböhmen. Der Name Porta apostolorum tauchte erstmals im Jahr 1251 auf. Namensgebend waren vermutlich die Statuen der Zwölf Apostel, die am Eingang des Klostergebäudes angeordnet waren.Pavel Papáček: Postoloprty-Porta apostolorum. Časopis muzea Království českého. 1919, Jahrgang 93, Nr. 2–3, S. 132 (tschechisch) (abgerufen am 25. April 2026)

Gründung des Klosters Der Chronist Cosmas von Prag (um 1045 bis 1125) erwähnte das Kloster erstmals in seiner Cosmas-Chronik, die in den Jahren 1119 bis 1125 entstanden ist. In der Legende von Durynk und Neklan berichtet Cosmas, dass der legendäre Přemyslidenfürst Neklan „… eine neue Burg Drahúš, in der Ebene am Ufer der Eger in der Nähe des Dorfes Postoloprty errichten ließ, wo sich heute das Kloster der Jungfrau Maria befindet.“

Eine unvollständige Reihe von Postelberger Äbten ist bekannt, die hauptsächlich von Prager Bischöfen bis zur Zerstörung des Klosters im Jahr 1420 bestätigt und erwähnt wurden: Zdislav (? – 1147), Friedrich (? – 1157), Dětřich, Ondřej, Cassianus (1219 – ?), Reinher (1239 – ?), Berthold (1251 – ?), Bohuslav (1256 – ?), Kristián (? – 1278), Markvart (1290 – 1292), Jindřich (? – 1301). Libellus: Klášter Porta Apostolorum Postoloprty (abgerufen am 25. April 2026)

Eine weitere schriftliche Erwähnung des Benediktinerklosters stammt aus der Chronik des Mönchs aus dem Kloster Sázava von 1147. Darin wird berichtet, dass der fünfte Abt von Postelberg, Zdislav (oder Jistislav), am 12. Juni 1147 starb und von Bero, dem Dekan des Klosters Sázava, abgelöst wurde. Der Postelberger Abt Cassianus tritt 1219 als Zeuge in einer Urkunde des Königs Přemysl Otakar I. auf und im Jahr 1237 weilte König Wenzel I. im Kloster und stellte eine Urkunde zugunsten des Prämonstratenserklosters in Tepl aus.

Der Gründer des Klosters lässt sich nicht mit Sicherheit bestimmen. Die ältere Literatur vermutete, dass es sich um einen Adligen derer von Vršovci (Wrschowitz) handeln könnte, von denen die Familie Sekerk aus Sedčice (Sedschitz), heute OT von Nové Sedlo u Žatce abstammte und die ein Familiengrab im Kloster besessen hatte. Als mögliche Gründer des Klosters kommen – unter Berücksichtigung des historischen Kontextes – insbesondere Vratislav II. (um 1035 bis 1092) oder dessen Sohn Vladislav I. (um 1070 bis 1125) infrage. Bohumír Roedl, Václav Mach: Postoloprtsko. Postoloprty: Město Postoloprty, 2021, ISBN 978-80-87019-24-5, S. 20 Wahrscheinlicher ist jedoch, dass das Kloster auch ein königlicher Wohnsitz war. Im 13. und 14. Jahrhundert stand es unter königlicher Schirmherrschaft. Die Könige Wenzel I., Karl IV. und Wenzel IV. hielten sich mehrfach im Kloster auf und verliehen ihm bedeutende Privilegien.

Lage des Klosters Die ältere Literatur verortete das Kloster auf der slawischen Höhenburg Drahúš, südlich der heutigen Stadt Postoloprty gelegen.Hradiště Drahúš auf mapy.com (abgerufen am 25. April 2026) Sie stützte sich dabei auf Informationen des Schwarzenberger Archivars Johann Wesely (1832–1899). Dieser beschrieb Ausgrabungen, die im Jahr 1890 auf dem Drahúš in der Nähe des damaligen Jagdhauses (heute Postoloprty Nr. 93) durchgeführt wurden. Dabei wurden angeblich Ziegelfundamente von Gebäuden, Metallteile und menschliche Knochen gefunden. Diese Autoren konnten das Rechnungsbuch der Stadt Louny aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts nicht kennen, das erst 1979 von Jaroslav Vaniš (1923–1993) herausgegeben wurde. Nach den Hussitenkriegen nahm die Stadt Louny das Klostergut Postelberg in Besitz und verpachtete das Land. Im Jahr 1453 wurde der Hain von Drahúš an einen gewissen Vac verpachtet, und im selben Jahr zahlte ein namentlich nicht genannter Fischer aus Skupice eine beträchtliche Summe für Heu vom Drahúš. Dies schließt die Existenz umfangreicher Überreste des Klosters am Drahúš dreißig Jahre nach seiner Zerstörung praktisch aus. Es ist jedoch nicht ausgeschlossen, dass sich auf Drahúš ein Äbtepalast befand, der laut einem Bericht von 1386 außerhalb des Klostergeländes lag.

Im Jahr 1981 wurde die Theorie des Klosterstandorts auf dem Drahúš widerlegt. Der damalige Dekan von Postoloprty, Pater Rudolf Prey, entdeckte ungewöhnliche architektonische Elemente in der Pfarrscheune des Dekanats (Postoloprty, Nr. 124). Bohumír Roedl: Porta apostolorum. Promenáda, 2. Jg. (1996), H. 2, S. 9 Der Historiker und Archäologe Petr Sommer (1949–2023) dokumentierte vor Ort ein sechsteiliges romanisches Fenster und weitere romanische Elemente aus der Mitte des 12. Jahrhunderts. Das Kloster Porta apostolorum stand demnach auf dem Areal, das heute von Schloss, Pfarrkirche und Pfarrhaus (Dekanat) eingenommen wird.

In den Jahren 1985/86 wurde der Schlosspark erneuert, was dem Bezirksmuseum Louny in Zusammenarbeit mit dem Bezirksarchiv Louny eine archäologische Rettungsgrabung ermöglichte. Südöstlich der Mauer, die das Dekanat vom Schlosspark trennt, wurden die Fundamente von drei Räumen entdeckt, von denen einer über eine Treppe erreichbar war. Die Grabung führte außerdem zur Auffindung mehrerer eiserner Pfeilspitzen aus der Zeit der Eroberung des Klosters, einiger Keramikscherben und einer Münze aus dem 12. Jahrhundert. Auch die Gebeine von Verstorbenen vom Friedhof der ehemaligen Kirche St. Franziskus wurden ausgegraben.

Die genaue architektonische Gestaltung und Lage des Postelberger Klosters ist bis heute nicht bekannt. Aufgrund der Befunde wird angenommen, dass es sich südwestlich der heutigen Barockkirche, etwa im Bereich des Pfarrhauses befand. Die markantesten architektonischen Überreste sind in der Südwand im Obergeschoss der heutigen Pfarrscheune zu finden. Es ist ein großes romanisches, sechsteiliges Fenster aus der Mitte des 12. Jahrhunderts, das im 15. Jahrhundert vermutlich beim Bau der Pfarrkirche St. Franziskus wieder verwendet wurde. Die ursprüngliche Klosterkirche St. Andreas stand vermutlich etwas weiter südlich von dieser Scheune. Ihre Gestalt war anhand des barocken Plans der örtlichen Burg annähernd bekannt; aber wahrscheinlich in spätgotischen Form ausgeführt.

Reste des Klosters in der Pfarrscheune des Dekanats mini|Sechsteiliges romanisches Fenster aus dem 12. Jahrhundert des ehemaligen Klosters in der Pfarrscheune in Postelberg Das Pfarrhaus (Dekanat) in Postoloprty, Husova 124, steht zusammen mit der Scheune unter Denkmalschutz ÚSKP-Nr. 43666/5-1367.https://pamatkovykatalog.cz/uskp/podle-relevance/1/seznam?uskp=43666/5-1367 Das Wirtschaftsgebäude (Scheune) bewahrt noch Reste des romanischen Mauerwerks des abgetragenen Benediktinerklosters und weist vier Bauphasen auf. Der älteste Teil besteht aus den Überresten des Mauerwerks im Erdgeschoss, das sich von Osten nach Westen bis zur nordwestlichen Ecke des ursprünglichen Gebäudes erstreckt. Es ist aus niedrigen, länglichen Blöcken gefertigt. Das Mauerwerk enthält ein romanisches Fenster mit Halbkreisbogen. Dieser Teil lässt sich grob auf die Wende vom 11. zum 12. Jahrhundert datieren. In der zweiten Bauphase entstand ein Bau mit einem sechsteiligen Fenster, der bis zur gegenüberliegenden Ecke reicht. Aufgrund der Ähnlichkeit des Postelberger Fensters mit den Fenstern der St.-Georgs-Basilika auf der Prager Burg, die nach 1142 entstanden sind, kann der Befund in Postoloprty ebenfalls in diese Zeit datiert werden. Die dritte Bauphase umfasst die Überreste der Kirche St. Franziskus, die nach der Mitte des 15. Jahrhunderts erbaut wurde und in deren Baumasse das romanische Mauerwerk übernommen wurde. Die vierte Bauphase des Gebäudes datiert aus dem 18. Jahrhundert, als das Wirtschaftsgebäude errichtet wurde.Petr Sommer, Bedřich Štauber: Příspěvek k lokalizaci postoloprtského kláštera (Ein Beitrag zur Lokalisierung des Klosters Postoloprty), Archeologické rozhledy, 1983, Jahrg. XXXV, H. 5, S. 544

Geschichte des Klosters Im Laufe der Zeit entwickelte sich Porta apostolorum zu einem der bedeutendsten Klöster Böhmens. Die Herrscher verliehen ihm verschiedene Privilegien. König Přemysl Ottokar I. Přemysl bestätigte dem Konvent seine reichen Stiftungen und die Befreiung von der weltlichen Gerichtsbarkeit. König Wenzel I. bestätigte diese Rechte auch gegenüber dem Abt Teodorich von Schellenberg (z Šelmberka). Im Jahr 1356 erteilte König Karl IV. dem Kloster ein Privileg, das es von der Grundsteuer und den Zöllen auf importiertes Holz befreite. Mit der Zeit wurde das Kloster zu einem großen Landgut. Es besaß in der Region Louny zahlreiche Dörfer (bzw. Teile dieser Orte), z. B. Březno, Břvany, Levonice, Malnice, Počerady, Seletice, Skupice, Vrbka, Výškov, Lenešice, Kamenná Voda und die Stadt Postoloprty. Darüber hinaus unterhielt das Kloster mehrere Propstämter, z. B. in Žatec, Slavětín, Klášterec nad Ohří, Břvany und Teplice. Ein einzigartiger Satz von Fresken, die auf das Kloster Porta apostolorum verweisen, das bis zu den Hussitenkriegen das Patronatsrecht über die Kirche besaß, ist in der Kirche von Slavětín nad Ohří erhalten geblieben, u. a. auch ein Gemälde mit Benediktinermönchen.

Offenbar nicht lange nach der Gründung des Klosters der Jungfrau Maria wurde auf dem Klostergelände die erstmals 1369 erwähnte Kirche St. Andreas errichtet. Von den urkundlich erwähnten Äbten des Klosters ist Berthold der bedeutendste. Er bekleidete das Amt spätestens von 1237 bis 1262. Er gehörte zum engsten Kreis des Königs Wenzel I., was dadurch belegt wird, dass er mehrere von ihm an verschiedenen Orten ausgestellte Dokumente mit seinem Siegel beglaubigte. Im Jahr 1240 geriet Berthold jedoch in einen Streit mit dem Päpstlichen Legaten für Böhmen, woraufhin Papst Gregor IX. ihn exkommunizierte. Die Exkommunikation wurde drei Jahre später wieder aufgehoben und 1257 ernannte Papst Alexander IV., ihn zum Mitglied des Richterkollegiums, das einen Streit zwischen zwei böhmischen Kircheninstitutionen schlichten sollte. Ein epigraphisches Denkmal in Form eines behauenen Steins am Turm der Kirche in Lenešice belegt, dass Berthold ihn 1262 erbauen ließ. Der Turm stürzte 2008 ein, der Stein blieb jedoch erhalten. Bohumír Roedl: Osobnosti Postoloprtska. Postoloprty: Město Postoloprty, 2024. S. 11–12 Von Bedeutung war auch Abt Johann (1318), der mit dem Benediktinerkloster in Vilémov (Willomitz) ein Bündnis schloss, wonach sich die beiden Klöster in allen Belangen gegenseitig unterstützen sollten, u. a. im Austausch von Mönchen und Besetzung von Pfründen. Dieser Abt bestätigte im Jahr 1320 der Familie Sekerk von Sedčice, die sich als Zweig des Adelsgeschlechts der Vršovci (mit demselben Wappen) ausgab, dass sich im Postelberger Kloster ein altes Familiengrab befände.

Die Äbte hatten das Recht Mitra und Krummstab zu tragen, wie aus einem erhaltenen Siegel von 1325 hervorgeht. Es zeigt den eingekleideten Abt mit einem Krummstab in der einen und einem Buch in der anderen Hand. Das Gemälde zeigt außerdem die Jungfrau Maria mit dem Jesuskind, zu ihrer Rechten ist der Ordensgründer hl. Benedikt und zu ihrer Linken seine Schwester, die hl. Scholastika, dargestellt. Der Beschreibung zufolge war das Kloster eindeutig der Jungfrau Maria geweiht. Es war zudem ein bedeutendes Kulturzentrum von überregionaler Bedeutung. Die Nähe des Klosters zur Stadt Louny führte gelegentlich zu Besitzstreitigkeiten. Dies belegen drei Urkunden des Klosters aus den Jahren 1346, 1358 und 1412, die im Staatsarchiv Louny aufbewahrt werden. Zwei davon tragen das Siegel des Abtes.

Vom Kloster Porta apostolarum wurde um 1280 ein Tochterkloster in Klášterec (Klösterle), jetzt Ortsteil von Olšany im Okres Šumperk gegründet.

Zerstörung des Klosters durch die Hussiten