Der Leutnant Yorck von Wartenburg ist ein DDR-Fernsehfilm nach der gleichnamigen Erzählung von Stephan Hermlin. Darin werden die letzten Tage des NS-Widerstandskämpfers und Mitverschwörers vom 20. Juli 1944, Peter Graf Yorck von Wartenburg, dargestellt.

Handlung Der Wehrmachtsoffizier Peter Graf Yorck von Wartenburg ist wegen seiner Beteiligung an einem gescheiterten Attentat auf Adolf Hitler im Strafgefängnis Plötzensee inhaftiert und soll am nächsten Tag hingerichtet werden. Aus dem Fenster seiner Zelle beobachtet er, wie andere Gefangene im Hof des Gefängnisses erhängt werden. Dann wird er ein letztes Mal verhört.

Es folgen traumartige Szenen, in denen Erinnerungen an Wartenburgs früheres Leben (z. B. seine Kindheit und Jugend oder seine Verlobte Anna) sich mit einer „Alternativgeschichte“ vermischen, in der sein Schicksal eine positive Wendung nimmt: Kurz vor der Hinrichtung wird er von Kameraden befreit, die ihn mit einer neuen Uniform und unter einem falschen Namen zum Schloss eines Freiherrn bringen, wo er auch Anna wieder begegnet. Der Freiherr überzeugt ihn, dass der bürgerliche und adlige Widerstand sich zu lange gegen eine Zusammenarbeit mit dem Widerstand aus der Arbeiterbewegung gesträubt hat und dass man schon längst eine „Bruderschaft aller von Hitler Unterdrückten“ hätte bilden müssen.

Um Anna und den Freiherrn nicht in Gefahr zu bringen, muss er das Schloss wieder verlassen und weiter nach Osten fahren, wo er, die deutschen Linien durchbrechend, Kontakt zur Roten Armee aufnehmen soll. Dies gelingt auch, und bald darauf kommt er in Moskau an und erfährt vom herbeigesehnten Ende des Krieges. Er sieht auch Anna wieder, doch als er ihr gerade in die Arme fliegen will, endet der Traum: Wartenburg steht bereits unter dem Galgen und wird hingerichtet.

Produktion Der Film ist eine Produktion des DEFA-Studios für Spielfilme und wurde in den Niederlanden, in Moskau und in Potsdam-Babelsberg gedreht. Am 22. November 1981 wurde er im Fernsehen der DDR zum ersten Mal ausgestrahlt. 2018 erschien er bei Studio Hamburg Enterprises auf DVD.

Rezeption

Weblinks

Ein Zukunftstraum, der historisch wahr wurde. Rezension in Neues Deutschland vom 24. November 1981 (Online mit Archiv-Abo lesbar) Eberhard Görner: Der 20. Juli 1944 im deutschen Film. In: Aus Politik und Zeitgeschichte 27/2004, erschienen am 23. Juni 2004, S. 31–38 (Abschnitt zu Der Leutnant Yorck zu Wartenburg ab S. 35).

Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 1981 Kategorie:Fernsehfilm (DDR) Kategorie:Literaturverfilmung Kategorie:Attentat vom 20. Juli 1944 Kategorie:Todesstrafe im Film Kategorie:Yorck von Wartenburg (Adelsgeschlecht) Kategorie:Aufarbeitung des Nationalsozialismus im Film