Dactylonax ernstmayri ist eine Art der Beuteltiere aus der Familie der Gleitbeutler (Petauridae). Sie kommt auf Neuguinea vor und lebt dort in den Wäldern der großen Gebirgskette, die die Insel von West nach Ost durchzieht, sowie im Saruwaged-Gebirge auf der Huon-Halbinsel.
Merkmale Die Art ist, verglichen mit anderen Streifenbeutlern, relativ großwüchsig und erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 19,1 bis 26,3 Zentimeter und ein Gewicht von 280 bis 550 Gramm. Der Schwanz ist 13,5 bis 23,6 Zentimeter lang und damit im Schnitt etwas kürzer (87 %) als die Kopf-Rumpf-Länge. Die Hinterfußlänge beträgt 3,5 bis 5,1 Zentimeter und die Ohren sind 2,2 bis 3 Zentimeter lang. Männchen sind in der Regel etwas größer und ca. ein Drittel schwerer als die Weibchen. Verglichen mit dem nah verwandten Arfak-Streifenbeutler (Dactylonax kamburayai) ist Dactylonax ernstmayri deutlich größer und besitzt einen Scheitelkamm, der bei D. kamburayai nicht vorhanden ist. Wie bei den zwei anderen Arten der Gattung Dactylonax ist der vierte Finger der Vorderfüße verlängert und endet in einem hakenförmigen Nagel. Das Fell ist auffällig schwarz, grau und weiß längs gestreift. Männchen und Weibchen besitzen einen stechenden, unverwechselbaren Geruch, der selbst bei präparierten Exemplaren in Museen und zoologischen Sammlungen noch nach jahrelanger Lagerung bemerkbar ist. Die Weibchen haben zwei Zitzen im Beutel aber normalerweise nur ein Jungtier. D. ernstmayri kann bei Gefahr einen sehr lauten, knurrenden Ruf von sich geben.
Lebensraum mini|Die Verbreitungsgebiete von: Dactylonax ernstmayri kommt in den Wäldern des Maokegebirges, des Bismarckgebirges, des Owen-Stanley-Gebirges und des Saruwaged-Gebirges in Höhen von 850 bis 3000 Metern vor. Die meisten Exemplare leben oberhalb einer Höhe von 1400 Metern. Die Tiere ernähren sich vor allem von holzbohrenden Käferlarven, die oft in großen, abgestorbenen Bäumen gesucht werden. Größere Baumhöhlen und Erdhöhlen werden wahrscheinlich zum Nisten genutzt.
Systematik Dactylonax ernstmayri wurde 1932 durch den deutschen Zoologen Georg H. W. Stein als Unterart des Langfinger-Streifenbeutlers (Dactylonax palpator) erstmals wissenschaftlich beschrieben und zu Ehren ihres Entdeckers, des deutsch-amerikanischen Biologen Ernst Mayr benannt. Als Terra typica wurde das Saruwaged-Gebirge auf der Huon-Halbinsel im Nordosten von Neuguinea angegeben. Im Jahr 2026 bekam der Gleitbeutler den Status einer eigenständigen Art, da sie sich hinsichtlich der Morphologie des Schädels und der Hand deutlich von Dactylonax palpator unterscheidet. Gegenwärtig werden keine Unterarten unterschieden. In den verschiedenen Regionen des Verbreitungsgebietes weichen die Tiere hinsichtlich ihrer Durchschnittsgröße und der Fellfärbung aber leicht voneinander ab. Ob es sich dabei um Unterarten oder um kryptische Arten handelt, muss weiter untersucht werden.
Einzelnachweise Tim F. Flannery, Kenneth P. Aplin, Carlos Bocos, Loukas G. Koungoulos, Kristofer M. Helgen (2026): Found Alive After 6,000 years: Modern Records of An ‘Extinct’ Papuan Marsupial, Dactylonax kambuayai (Marsupialia: Petauridae), with A Revision of the Systematics and Zoogeography of the Genus Dactylonax. Records of the Australian Museum. 78; 17-34. DOI: doi: 10.3853/j.2201-4349.78.2026.3003 Georg Stein (1932): Einige neue Beuteltiere aus Neuguinea. Zeitschrift für Säugetierkunde 7(6): S. 254–257. PDF
Kategorie:Gleitbeutler Kategorie:Petauridae