mini|Katholische Pfarrkirche St. Michael mini|Innenansicht, Ostern 2022 Die römisch-katholische Pfarrkirche St. Michael steht in der Kirchstraße 14 in der Mitte des Ortes Sachrang, der Teil der Gemeinde Aschau im Chiemgau im oberbayerischen Landkreis Rosenheim ist.

Das Patrozinium wird am 29. September gefeiert, dem Fest der Erzengel Michael, Gabriel und Raphael.

Geschichte Der Abriss der mittelalterliche Kirche Sachrangs, aus romanischer Zeit stammend, erwies sich 1685 als notwendig, weil sie baufällig und zu klein wurde.Die Kirche auf der Website der Erzdiözese München und Freiburg, abgerufen am 4. März 2026.

Die Nachfolgekirche, ursprünglich eine Filialkirche, wurde von Wolfgang Steidlmüller im Auftrag von Johann Franz von Preysing-Hohenaschau unter Planungsbeteiligung von Giovanni Gaspare Zuccalli und Lorenzo Sciascia 1687/1688 errichtet. 1687 wurde der Grundstein für den Bau gelegt. Der Rohbau des Kirchengebäudes wurde innerhalb weniger Monate von Mai bis September 1687 errichtet. Im Jahr darauf wurde der Innenausbau vollendet. Am 31. August 1689 nahm der Fürstbischof von Chiemsee, Sigmund Ignaz Graf Wolkenstein, die Weihe zu Ehren des hl. Michael vor.

1806 wurde sie zur Pfarrkirche erhoben, 1861 wurde an der Nordseite eine doppelstöckige Sakristei angebaut.

Die Kirche wurde mehrfach restauriert, hat aber keine wesentlichen Änderungen erfahren. 2019 erfolgte die Restaurierung der Turmzwiebel und des Kirchendachs, 2020 die Außenrenovierung des Kirchenschiffs sowie die Erneuerung der Holzschindeldeckung der Kirchmauer und Friedhofskapellen.

Die Pfarrei gehört zum Pfarrverband Oberes Priental des zum 1. Januar 2024 neu gebildeten Dekanates Rosenheim im Erzbistum München und Freising.

Beschreibung mini|hochkant|Hochaltar Die Kirche ist eine barocker Saalbau zu drei Jochen mit Kreuzgratgewölbe und eingezogenem Chor im Dreiseitschluss. Der Stuck stammt von den beiden Brüdern Giovanni Zuccallis, Pietro und Giulio Zuccali aus Roveredo. Das Deckenfresko im Chorraum, die sieben Zufluchten, ein im Alpenraum gängiges Bildmotiv der Gegenreformation schuf 1768 Simon Zaglacher aus Erl. Das Heiliggeistloch ist umgeben von Putten und Engelsköpfchen mit Blumenkränzen. Im Chorbogen befinden sich Kartuschen mit Grisaillemalereien. Der Südturm ist bis zur Traufhöhe der Kirche spätgotisch, wurde 1699 aufgestockt und mit einer Doppelzwiebel mit Laterne bekrönt.Rupert Wörndl: Kirchengeschichtliches aus der Gesamtchronik Aschau im Chiemgau, Band XIV (online), abgerufen am 4. März 2026.

Ausstattung Die drei Altäre wurden von Michael Furtner d. J. aus Hohenaschau erbaut. Die figürliche Plastik stammt von Carl Antretter, einem Bildhauer aus Neubeuern. Die Altargemälde des Hochaltars (Sieg des Erzengels Michael über Luzifer), die Vision des hl. Antonius und vier große Evangelistenbilder werden zu Werke der Maler Jacob Carnutsch (Prien) und Joseph Eder (Tirol) zugeordnet. Die meisten übrigen Einrichtungsgegenstände stammen aus der Erbauungszeit der Kirche. Der Volksaltar, der Ambo und die Sedilien sind neuzeitlich und wurden 1982 von Josef Hamberger geschaffen.

Die hölzerne Emporen ruhen auf je zwei toskanischen Holzsäulen. Die untere Empore aus der Erbauungszeit der Kirche, besitzt eine beschnitzte Brüstung mit fünf eingelassenen Gemälden von Jacob Carnutsch aus Prien.

Zur weiteren Ausstattung gehören drei Fastentücher. Folgende Szenen sind während der Fastenzeit zu sehen: Seitenaltar, links – Geißelung Jesu Seitenaltar, rechts – Folterszene mit dem Dornenkranz gekrönten Jesus Hochaltar – Jesus am Kreuz

Orgel mini|Emporen mit Orgel Die Orgel mit acht Registern auf einem Manual und Pedal wurde 1880 von Jakob Müller als Schleifladen-Orgel (op. 63) mit einem damals zeitgemäßen Gehäuse gebaut. Das Instrument wurde 2001 von Alois Linder restauriert. Die Disposition lautet:Orgeldatenbank Bayern v5 (2009) (online), abgerufen am 4. März 2026.Orgelbeschreibung auf der Website der Erzdiözese München und Freiburg, abgerufen am 4. März 2026. Manual C–f3 Principal 8′ Gamba 8′ Flauto amabile 8′ Gedeckt 8′ Salicional 8′ Octav 4′ Flöte 4′ Mixtur III ′ Pedal C–c1 Subbass 16′ Octavbass 8′

Koppel: Pedalkoppel Spielhilfen: Tuttitritt Stimmtonhöhe: 430 Hz bei 15 °C; Temperatur: Neidhardt für die kleine Stadt

Glocken

Im Turm läuten heute insgesamt drei Glocken aus Bronze an geraden Stahl-Jochen in einem Stahlglockenstuhl. Nominal: h1-Terzett (verminderter Durdreiklang)

Bestand 2026 NameGießerGussjahrGewicht(kg)Durchmesser(mm)SchlagtonInschrift1Carl Wolfgang Gugg, Salzburg 1760 300 818h1 CARL WOLFGANG GUGG GOSS MICH IN SALCZBURG 17602GeorgCzudnochowsky, Erding1950 217 710cis2 DEN GEF. KRIEGERN DER PFARREI SACHRANG / HL.GEORG3unbezeichnet14. Jh. 85 570fis2(Die Inschrift ist nicht zu entziffern)

Friedhof Im Friedhof stehen zwei symmetrisch angeordnete Kapellen aus der Erbauungszeit der Kirche. Es befinden sich im Gelände zahlreiche schmiedeeiserne Grabkreuze, wovon einige noch aus dem 18. Jahrhundert stammen.

Trivia Die Kirche diente als Drehort für die ZDF-Komödie Der Bergpfarrer mit Stephan Luca in der Hauptrolle.

Literatur

Weblinks

Pfarrverband Oberes Priental Zwölfuhrläuten aus der Kath. Pfarrkirche St. Michael in Sachrang in Oberbayern

Einzelnachweise

Kategorie:Kirchengebäude im Landkreis Rosenheim Kategorie:Bauwerk in Aschau im Chiemgau Kategorie:Baudenkmal in Aschau im Chiemgau Kategorie:Michaeliskirche Kategorie:Pfarrkirche des Erzbistums München und Freising Kategorie:Saalkirche in Bayern Kategorie:Barocke Kirche Kategorie:Barockbauwerk in Bayern Kategorie:Erbaut 1689 Kategorie:Disposition einer Orgel Kategorie:Geläut Kategorie:Kirchengebäude in Europa