Carlos Riefel, auch Carlos von Riefel oder Karlos von Riefel, eigentlich Karl Gottfried Thaddäus Gustav Franz Maria Freiherr von Riefel (* 15. Juli 1903 in Kirchdorf an der Krems; † April 1993 in Maria Enzersdorf) war ein österreichischer Pflanzenmaler.

Leben und Ausbildung Carlos von Riefel, verwandt mit dem 1790 nobilitierten Juristen Johann Franz von Riffel, wurde 1903 als Sohn eines Hofbeamten geboren.Riefel, Carlos, Database of Scientific Illustrators, Universität Stuttgart. Er besuchte von 1911 bis 1922 das Theresianum in Wien. Er wurde früh von Karl Sterrer gefördert und studierte an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Karl Sterrer und bei Rudolf Bacher.Riefel, Carlos von. In: Allgemeines Künstlerlexikon Online. K. G. Saur, 2021. 1936 Lehramtsprüfung Zeichnen und Handfertigkeit. Seit 1937 konzentrierte sich sein Werk auf Stillleben mit Früchten und Blumen, deren Gestaltung Anklänge an die Biedermeierzeit aufweist.

Im Jahr 1939 beteiligte sich Riefel an der künstlerischen Ausgestaltung des Wiener Rathauses im Rahmen nationalsozialistischer Repräsentationsmaßnahmen. 1940 nahm Riefel an der Großen Deutschen Kunstausstellung in München teil. Ein dort gezeigtes Aquarell – Akelei und Scilla – fand Anerkennung bei führenden Vertretern des NS-Regimes, darunter Joseph Goebbels und Adolf Hitler; Hitler erwarb das Werk für 700 Reichsmark. 1940 erfolgte seine Einberufung zum Militärdienst; ab 1943 war er als Kriegsmaler eingesetzt. 1952 erhielt Riefel einen Lehrauftrag für Graphik an der Akademie der Bildenden Künste Wien.

Vor dem Zweiten Weltkrieg war er Mitglied des Berufsverbands Österreichischer Kunstpädagogen in Wien, ab 1942 Mitglied der Gesellschaft bildender Künstler Österreichs, Künstlerhaus, ab 1953 war Riefel an der Neugründung des Mödlinger Kunstvereins beteiligt, der fortan den Namen Mödlinger Künstlerbund trug. Seine Werke befinden sich in diversen öffentlichen Sammlungen (Niederösterreichisches Landesmuseum, Wienmuseum, Albertina, Deutsches Historisches Museum), in den Jahren 1964 bis 1972 wurden mehrere Briefmarkenserien von Riefel gestaltet. Zu einem außerordentlichen Erfolg wurde die im November 1973 zu seinem 70. Geburtstag gezeigte Carlos Riefel Ausstellung im Wiener Künstlerhaus.

Riefel lebte ab 1945 mit der Porträtmalerin Friederike Riefel-Schmidt in Maria Enzersdorf, Niederösterreich.

Publikationen

Blumen und Früchte, Maria Enzersdorf 1967 Aquarelle und Pinselzeichnungen, Maria Enzersdorf 1985 The Rhododendron, Sussex 1958–1962 A Folio of Fruit, London 1957 Blumen und Blüten aus Bergland und Heide nach 80 Aquarellen: Ein Bildwerk von geschützten und schützenswerten Pflanzen, Österreichischer Bundesverlag, Band 1–5, Österreichischer Bundesverlag, Wien 1956–1967

Auszeichnungen

1947: Erster Preis bei Gobelin-Wettbewerb der Gemeinde Wien 1952: Goldene Medaille Künstlerhaus 1960: Professor (Berufstitel)

Weblinks

Einzelnachweise

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