Amalia Elisabeth, genannt Else, Buchner, verheiratete Wex (* 5. Februar 1884 in München; † 27. Oktober 1961 in Celle) war eine deutsche Frauenrechtlerin und Sozialpolitikerin.

Leben Else Buchners Eltern waren der Mediziner Hans Buchner und dessen Ehefrau Augusta, geb. Stutz. Sie machte eine Ausbildung zur Hauswirtschaftslehrerin und besuchte anschließend naturwissenschaftliche Vorlesungen an der Universität München. 1906 heiratete sie den Celler Landwirt Heinrich Wex. Zusammen mit ihrem Mann bewirtschaftete sie das Klostergut Rettmer bei Lüneburg. Im Ersten Weltkrieg, als ihr Mann als Soldat an der Front war, gründete sie zusammen mit der Pädagogin Margarete Endemann eine Frauenfachschule in Lüneburg-Häcklingen, 1915 dann auch einen Hausfrauenbund. 1916 wurde sie Vorsitzende des „Verbands Landwirtschaftlicher Hausfrauenvereine in der Provinz Hannover“. Sie engagierte sich überregional für die Ausbildung der Landfrauen und organisierte Erholungsaufenthalte von Stadtkindern auf dem Land. 1921 wurde Wex Vorsitzende im „Bund Deutscher Frauenvereine“.

Nach dem Ersten Weltkrieg engagieren sich Wex und ihr Ehemann in der Deutschen Demokratischen Partei. Heinrich Wex wurde Abgeordneter des Hannoverschen Provinziallandtages. 1922 begann Else Wex ein Studium der Staatswissenschaften und der Volkswirtschaft an der Universität Berlin, das sie mit dem Diplom und schließlich 1929 auch mit der Promotion abschloss. Wex arbeitete anschließend als Lehrerin an den „Sozialen Frauenschulen“ in Berlin, wo sie 1929 den Kongress des „Weltbundes für Frauenstimmrecht und Staatsbürgerliche Frauenarbeit“ mitorganisierte.

Mit der nationalsozialistischen „Machtergreifung“ zog Wex sich aus der Öffentlichkeit zurück und lebte zurückgezogen in Kleinmanchow. Im März 1945 floh sie nach Celle. Dort arbeitete sie als SPD-Kommunalpolitikerin und gründete den „Deutschen Frauenring“ sowie den Akademikerinnenbund. In Celle entstanden durch ihr Engagement ein Säuglingsheim, ein Kindergarten, eine Kinder-Tageserholungsstätte, ein Mädchenwohnheim sowie eine Fachschule für Kinderpflegerinnen und Hauswirtschaftsgehilfinnen.

Veröffentlichungen

mit Margarete Endemann: Die Zusammenarbeit von Stadt- und Landfrauen. Druck und Verlag der G. Braunschen Hofdruckerei, Karlsruhe 1916 (Flugschriften des Verbandes deutscher Hausfrauenvereine; 1). Welche Schwierigkeiten stehen der Ausbreitung demokratischer Gedanken unter den Frauen auf dem Lande entgegen?. Reichsfrauenausschuß der Deutschen Demokratischen Partei / Litfaß, Berlin 1919. Staatsbürgerliche Arbeit deutscher Frauen: 1865–1928. Herbig, Berlin 1929. Vom Wesen der sozialen Fürsorge. Heymann, Berlin 1929. Wandlungen in der sozialen Fürsorge 1914–1927. Heymann, Berlin 1929 (Berlin, Univ., Diss., 1929). Die Entwicklung der sozialen Fürsorge in Deutschland (1914 bis 1927). Heymann, Berlin 1929 (Teilw. zugl.: Berlin, Univ., Diss., 1929).

Literatur

Cosima Bellersen Quirini: Else Wex (1884–1961). In: Dies.: Celler Frauen. Historische Lebensbilder aus der Residenzstadt und dem Celler Land. Bast Medien GmbH, Überlingen 2025, ISBN 978-3-911514-04-0, S. 91–95.

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