Das ZeitZentrum Zivilcourage ist ein Lernort in Hannover, der die Geschichte der hannoverschen Stadtgesellschaft in der Zeit des Nationalsozialismus vermittelt. Er steht Besuchern offen, ist aber überwiegend ein außerschulischer Lernort. Träger der 2021 eröffneten Einrichtung ist die Stadt Hannover. Geleitet wird sie vom Historiker Jens Binner.Jens Binner wird neuer Direktor des Zeitzentrums Zivilcourage in Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 31. Mai 2021
Der Lernort befindet sich am Theodor-Lessing-Platz, an dem der Friedrichswall vorbei führt. In unmittelbarer Nähe liegt das Neue Rathaus. Er ist im früheren Gebäude der Volkshochschule Hannover untergebracht, dass nach dem Auszug der Volkshochschule saniert wurde. Der Lernort richtet sich vor allem an Schul- bzw. Jugendgruppen und kann in der Woche von Gruppen für Führungen und Workshops besucht werden. An zwei Wochentagen steht der Lernort Einzelbesuchern offen.
Die Ausstellung auf rund 600 m² vermittelt auf interaktive Weise die damalige hannoversche Stadtgesellschaft im Nationalsozialismus. Dies erfolgt hauptsächlich anhand der Biographien von 46 Menschen.Auf Spurensuche - Mit Gefühlen gegen das Vergessen | Mut tut Gut 2022/-23 bei hannover.de Sie sind ein Querschnitt der Stadtgesellschaft mit verfolgten Opfern, Widerstandskämpfern, Mitgliedern der „Volksgemeinschaft“, Profiteuren und Tätern. Die Biographien behandeln unter anderem folgende Menschen:
Walter Ballhause, Fotograf Fritz Beindorff, Fabrikant Werner Blumenberg, Lokalredakteur Hubert Breitschaft, Soldat Erna Blencke, Pädagogin Auguste Breitzke, Widerstandskämpferin Annette Chalut, Widerstandskämpferin Ursel Fuchs, Kind Helmut Fürst, Unternehmer August Göbelhoff, Kaufmann Herschel Grynszpan, Attentäter Otto Harder, KZ-Kommandant August Holweg, Politiker (SPD) Kurt Klebeck, KZ-Kommandant Friedrich Kochheim, KZ-Häftling Egon Kuhn, Waffen-SS-Angehöriger Hartmann Lauterbacher, NSDAP-Gauleiter Theodor Lessing, Publizist August Marahrens, Bischof Arthur Menge, Politiker (DHP) Karl Nasemann, Widerstandskämpfer Bernhard Rust, Politiker (NSDAP) Hilde Schneider, Krankenschwester Friedrich Schwarz, Kabarettist Kurt Schwitters, Künstler Johann Wilhelm Trollmann, Boxer Natalia Tułasiewicz, Lehrerin Eduard Wald, Widerstandskämpfer mini|Eingang, rechts die Stadtmauer Hannover Der Lernort ging aus der 2009 gründeten Abteilung für die Förderung und Pflege der Erinnerungskultur innerhalb der Stadtverwaltung Hannover hervor. Die Abteilung entwickelte von 2016 bis 2021 das ZeitZentrum Zivilcourage,Über uns bei hannover.de. in dem 21 Mitarbeitende tätig sind. Im Jahr 2023 hatte es über 1000 Einzelbesucher und fast 2800 Veranstaltungsbesucher. Es führte etwa 140 Workshops mit rund 3000 Teilnehmern durch.Jahresbericht ZeitZentrum Zivilcourage 2023 (pdf, 3,28 MB).
Das ZeitZentrum Zivilcourage arbeitet mit örtlichen Bildungsinstitutionen zusammen, wie mit der Leibniz Universität Hannover, dem Stadtarchiv Hannover, dem Historischen Museum Hannover, der Gedenkstätte Ahlem und zivilgesellschaftlichen Initiativen. Außerdem führt die Einrichtung historische Grundlagenforschung zu Themen der städtischen Erinnerungskultur durch, wie Stolpersteinverlegungen, Erinnerungsorte, öffentliche Gedenk- und Vortragsveranstaltungen und Umbenennung von Straßen.Städtische Erinnerungskultur bei hannover.de.
Siehe auch Liste der Museen in der Region Hannover
Weblinks
Website des ZeitZentrum Zivilcourage bei hannover.de Eigenbeschreibung bei hannover.de Simon Benne: Neuer Lernort: Hier sollen Schüler die NS-Zeit erkunden in Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 13. März 2021 Simon Benne: Wenn die NS-Zeit verblasst: Wie wollen Sie Hannovers Jugendlichen Demokratie vermitteln, Herr Binner? in Hannoversche Allgemeine Zeitung vom 13. März 2026
Einzelnachweise
Kategorie:Museum in Hannover Kategorie:Hannover im 20. Jahrhundert Kategorie:Mitte (Hannover)