350px|RCA Mark II Sound Synthesizer An der Columbia University wird mit dem RCA Mark II Sound Synthesizer (Spitzname Victor) der erste programmierbare elektronische Synthesizer im Columbia-Princeton Electronic Music Center installiert. Das von Herbert Belar und Harry Olson bei RCA entworfene und von Vladimir Ussachevski und Peter Mauzey erweiterte „Instrument“ besteht aus einer raumfüllenden Anzahl untereinander verbundener Komponenten zur Klangsynthese. 350px|RCA Mark II Sound Synthesizer Dieser Artikel behandelt das Musikjahr 1957. mini|links|The Crickets – That’ll Be The Day (1957) mini|links|Buddy Holly – Peggy Sue (1957) mini|links|Bill Haley and His Comets – Rock The Joint (1957) mini|links|Bill Haley and His Comets – The Dipsy Doodle (1957) mini|links|Fred Bertelmann – Der lachende Vagabund (1957) mini|links|Paul Anka – Diana (1957) mini|links|Jerry Lee Lewis – Great Balls of Fire (1957) mini|links|Don Gibson – I Can’t Stop Loving You (1957) mini|links|Ruth Brown – Lucky Lips (1957) mini|links|The Everly Brothers – Wake up Little Susie (1957) mini|links|Litte Richard – Send me some lovin (1957) mini|links|Bill Justis – Raunchy (1957) mini|Ella Fitzgerald (1957) mini|Tommy Steele (1957) mini|Buddy Holly & The Crickets (1957) mini|The Everly Brothers (1957) mini|The Kingston Trio (1957) mini|Fairuz (1957) mini|The Rock Boys mit Adriano Celentano (1957) mini|Duke Ellington (1957) mini|Willie Nelson (1957) mini|Frank Sinatra (1957) mini|Judy Garland (1957) mini|Elvis Presley (1957) mini|Bohuslav Martinů und Margrit Weber (um 1957)
Ereignisse Amerika Brasilien Dorival Caymmi komponiert die Suíte do Pescador.
Kolumbien In Cali findet erstmals die Feria de Cali, ein Stadt- und Volksfest sowie Musikfestival statt.
Kuba 5. Januar: Renato Carosone und seine Band starten ihre amerikanische Tournee in Kuba.
Vereinigte Staaten von Amerika Populäre Musik 3. Januar: Elvis Presley wird in Memphis gemustert. 6. Januar: Elvis Presley hat seinen ersten Auftritt in der The Ed Sullivan Show. 8. Februar: Bo Diddley nimmt die Lieder Hey! Bo Diddley und Mona (I Need You Baby) auf. 23. Februar: Jerry Lee Lewis hat seinen ersten großen Auftritt im Big D Jamboree, einer Live-Countryshow aus Dallas, Texas, und am 31. März startet er seine erste Tournee mit Johnny Cash, Carl Perkins und Onie Wheeler. 1. März: Die Everly Brothers nehmen in Nashville ihre erste Single Bye Bye Love für Cadence Records auf. 19. März: Elvis Presley kauft eine Villa in Memphis und nennt sie Graceland. 26. März: Ricky Nelson nimmt seine ersten drei Lieder auf. 27. März: Das Lied Que Sera, Sera (Whatever Will Be, Will Be) aus Alfred Hitchcocks Film The Man Who Knew Too Much aus dem Jahr 1956 gewinnt den Oscar für den besten Song. Der im Film von Doris Day gesungene Song erweist sich auch als einer ihrer größten Hits. März: Kardinal Samuel Stritch aus Chicago verbietet jegliche Rock-’n’-Roll- und Rhythm-and-Blues-Musik an katholisch geführten Schulen mit der Begründung, dass „ihre Rhythmen junge Menschen dazu ermutigen, sich hedonistisch zu verhalten“. April: Jimmy Dean moderiert seine erste landesweit im Fernsehen übertragene Sendung, eine 30-minütige tägliche Varieté-Show namens The Jimmy Dean Show, die auf CBS ausgestrahlt wird. Sie hat auf Grund einer ungünstigen Sendezeit nur wenig Zuschauer. 26. Mai: Paul Robeson, dem in der McCarthy-Ära der Reisepass entzogen wird, dessen Schallplatten aus den Läden genommen werden und dessen Name auf eine Schwarze Listen kommt, was einem Auftrittsverbot in den Vereinigten Staaten gleichkommt, gibt über die neue transatlantische Telefonleitung von New York City aus ein Konzert vor einem Publikum in der Londoner St. Pancras Town Hall. In: ScienceMuseum.org.uk, 2014 (englisch). Dieses „transnationale“ Konzert wird von Abgeordnete des britischen Unterhauses organisiert. Ein weiteres Konzert über Telefon organisieren walisische Bergarbeiter am 5. Oktober beim Miners’ Eisteddfod im Grand Pavilion in Porthcawl in Wales. Erst 1958 darf Robeson wieder aus den Vereinigten Staaten ausreisen. 5. August: Die in Philadelphia produzierte Musik-Tanz-Show American Bandstand wird erstmals USA-weit im US-amerikanischen Fernsehen ausgestrahlt. September: In New York City findet die erste deutsch-amerikanische Steubenparade statt. 11. Oktober: Das erste Studioalbum des Country-Sängers Johnny Cash, With His Hot and Blue Guitar, erscheint bei Sun Records unter der Produktion von Sam Phillips. Das Album ist auch die erste LP, die jemals bei Sun Records erschienen ist. Vier Songs der LP waren zuvor schon als Single veröffentlicht worden. 4. November: Die Songs Jailhouse Rock von Elvis Presley und Wake Up Little Susie von den Everly Brothers schaffen es in den Billboard Hot 100 sowie den Billboard R&B- und Country-Charts auf Platz 1 und 2.Rolling Stone Rock Almanac: The Chronicles of Rock & Roll, Collier Books, MacMillan Publishing Co., New York und London, 1983, S. 33. 25./27. November: Die ersten beiden Hollywood-Filme mit Pat Boone, Bernadine und April Love kommen in die Kinos. 11. Dezember: Jerry Lee Lewis heiratet heimlich in Hernando seine 13-jährige Cousine zweiten Grades, Myra Gale Brown, die Tochter seines Bassisten und Cousins J. W. Brown. Doris Day verlängert 1957 ihren Plattenvertrag mit Columbia Records für die damalige Rekordsumme von einer Million US-Dollar um weitere zehn Jahre. Buddy Holly erlangt 1957, nachdem er 1956 vom Talentsucher Jim Denny entdeckt wurde, mit den Eigenkompositionen That'll Be the Day und Peggy Sue weltweite Berühmtheit. Die Begleitband heißt zunächst The Two-Tunes, wird aber bald in The Crickets umbenannt. Elvis Presley gelingen 1957 mit All Shook Up, Teddy Bear und Jailhouse Rock drei Crossover-Charttopper – nur einige Höhepunkte einer Serie von Charterfolgen Presleys, der in dieser Zeit auch international immer erfolgreicher wird. Die Schauspielerin Debbie Reynolds erhält eine Goldene Schallplatte für ihren Song Tammy, der 1957 in den USA die meistverkaufte Single einer Sängerin ist. Das Lied aus dem Film Tammy and the Bachelor ist ebenfalls für einen Oscar nominiert. Paul Simon und Art Garfunkel beginnen als Tom and Jerry ihre Plattenkarriere mit einem Vertrag bei Sid Prosen von Big Records. Ihre erste Single Hey, Schoolgirl, mit der B-Seite Dancin’ Wild, erreicht Platz 49 der Billboard-Pop-Charts. Unter dem Namen Tom and Jerry touren sie achtzehn Monate lang, bevor sie ihr Studium beginnen und sich dann 1963 als Simon & Garfunkel neu formieren. Das Magazin Billboard ändert sein Auswertungssystem der Charts. Die Rangliste Most Played in Jukeboxes wird im Juni gestrichen.
Jazz 4.–7. Juli: Das 4. Newport Jazz Festival findet in Newport, Rhode Island statt. An den vier Festivaltagen treten Louis Armstrong, Sidney Bechet, Ella Fitzgerald, das Stan Kenton Orchestra, das Erroll Garner Trio, Stan Getz, das Dizzy Gillespie Orchestra, das Gerry Mulligan Quartet, Billie Holiday, das Count Basie Orchestra, das Oscar Peterson Trio und Sarah Vaughan auf. 8. Dezember: Billie Holiday singt – begleitet von Lester Young – den Titel Fine and Mellow in der TV-Sendung The Sound of Jazz. 17. Dezember: Die seit dem 5. November 1956 bei NBC ausgestrahlte Fernsehsendung von Nat King Cole, die Nat King Cole Show, muss wegen des Ausbleibens von Sponsoren eingestellt werden. Im Jahr 1957 ist Frankie Laine der erste weiße Künstler, der die „Farbgrenze des Fernsehens überschreitet“, in der Show als Gast auftritt und auf sein übliches Gehalt von 10.000 US-Dollar verzichtet. Andere Top-Künstler folgen diesem Beispiel, darunter Mel Tormé und Tony Bennett. Doch trotz steigender Einschaltquoten gelingt es der Show nicht, einen nationalen Sponsor zu gewinnen. Louis Armstrong weigert sich 1957 wegen der Rassentrennung in den Vereinigten Staaten, im Auftrag des Außenministeriums in die UdSSR zu reisen. Louis Armstrong nimmt auf Satchmo: A Musical Autobiography neue Versionen seiner klassischen Soli auf, und einige von ihnen können sich mit den Originalen messen. Carla Bley heiratet den Jazzpianisten Paul Bley, den sie als „cigarette girl“ im Birdland kennengelernt hat. Für Thelonious Monk stellt das Jahr 1957 einen Wendepunkt seiner Karriere dar: Er hat ein erfolgreiches mehrmonatiges Engagement im New Yorker Five Spot Café mit dem Tenorsaxophonisten John Coltrane (Live at the Five Spot: Discovery!), veröffentlicht das Album Brilliant Corners und spielt im Herbst des Jahres mit seinem ehemaligen Mentor Coleman Hawkins und erneut John Coltrane zusammen (veröffentlicht auf der Riverside-LP Monk’s Music). Jimmy Smith hat sein Debüt in New York City. Es „folgt ein triumphaler Auftritt in Newport, der ihn als wichtigen Vertreter des Blues und des gospelgepräften Jazz etabliert“. Durch ihn „wird die Hammond-Orgel ... zu einem wertvollen Werkzeug von Improvisatoren“. Das Magazin Playboy verleiht zum ersten Mal den Jazzpreis Playboy Jazz Poll.
Klassische Musik und Musiktheater 16. Januar: In New York City stirbt der italienische Dirigent Arturo Toscanini in seinem Haus in der New Yorker Bronx. 25. Januar: Uraufführung von William Waltons Cellokonzert in Boston.Kendall, Alan. The Chronicle of Classical Music. Thames & Hudson, 2000: S. 242 9. Mai: Uraufführung der Oper The Visitors von Carlos Chávez Ramírez in New York City. 26. September: Im Winter Garden Theatre in New York City findet die Uraufführung des Musicals West Side Story statt. Die Musik stammt von Leonard Bernstein, die Gesangstexte von Stephen Sondheim und das Buch von Arthur Laurents nach einer Idee des Choreographen Jerome Robbins. 31. Oktober: Das Musical Jamaica mit der Musik von Harold Arlen und den Gesangstexten von E. Y. Harburg wird im Imperial Theatre in New York City uraufgeführt. 29. November: Der austroamerikanische Komponist, Dirigent und Pianist Erich Wolfgang Korngold stirbt in Los Angeles. 1. Dezember: Uraufführung des Balletts Agon von Igor Strawinsky in New York City. 19. Dezember: Im Majestic Theatre in New York City findet die Uraufführung des Musicals The Music Man von Meredith Willson (Musik, Liedtexte und Buch) statt. Benjamin Britten wird als auswärtiges Ehrenmitglied in die American Academy of Arts and Letters gewählt. Der Cellist, Dirigent und Komponist Pablo Casals gründet das Festival Casals de Puerto Rico, ein Festival für klassische Musik, das jährlich in San Juan stattfindet.
Musikindustrie 28. Mai: In Los Angeles wird die National Academy of Recording Arts and Sciences (NARAS) gegründet, die ab 1959 die Grammy Awards vergibt.
Asien Israel In Tel Aviv wird das Fredric R. Mann Auditorium eröffnet. Zur Eröffnung findet ein Konzert des Pianisten Artur Rubinstein und des Israel Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Leonard Bernstein statt.
Japan 20. Juni: Tōru Takemitsus Requiem für Streicher wird vom Tokyo Symphony Orchestra uraufgeführt.
Libanon Die libanesische Sängerin Fairuz hat 1957 ihren ersten größeren Auftritt. Danach wird sie schnell zum Star der libanesischen Musikszene.
Europa Bundesrepublik Deutschland Populäre Musik und Jazz 17. Februar: Die deutsche Vorentscheidung zum Eurovision Song Contest 1957 findet in Frankfurt am Main im Rahmen der Sendung Zwei auf einem Pferd statt. Ausgewählt wird Margot Hielscher mit dem Lied Telefon, Telefon. 3. März: Der zweite jährliche Eurovision Song Contest findet in Frankfurt am Main statt. Den Wettbewerb gewinnt die niederländische Sängerin Corry Brokken mit dem Lied Net als toen. 3. August: Anlässlich der Funkausstellung in Frankfurt am Main wird die erste Sendung Zum Blauen Bock mit Otto Höpfner von der ARD ausgestrahlt. 20. Oktober: Bei den Donaueschinger Musiktagen treten neben dem Modern Jazz Quartet die Bands von André Hodeir und Eddie Sauter auf.