Das Massaker während des Supernova-Festivals am 7. Oktober 2023 war ein Terrorakt der radikal-islamistischen Hamas im Rahmen ihres Terrorangriffs auf Israel, bei dem schwerbewaffnete Terroristen nach Durchbrechen der Grenzanlagen das laufende Psytrance-Festival Supernova Sukkot Gathering in der Nähe des Kibbuz Reʿim im Gebiet der Regionalverwaltung Eschkol angriffen. 378 Menschen, darunter 344 Zivilisten und 34 Sicherheitskräfte, wurden getötet und 44 Besucher als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt; 16 davon waren zum Zeitpunkt ihrer Entführung bereits tot, verstarben in der Gefangenschaft oder wurden dort ermordet. 25 weitere Geiseln wurden befreit oder im Zuge von Verhandlungen freigelassen, darunter am 13. Oktober 2025 die letzten elf noch lebenden Entführten. mini|Zurückgelassene Fahrzeuge der Festivalbesucher (12. Oktober 2023)

Vorbereitungen Da in Israel zivile Großveranstaltungen in Grenznähe aus Sicherheitsgründen von der Polizei und dem Militär genehmigt werden müssen, ersuchte die hinter dem Nova-Festival stehende Produktionsfirma am 6. September 2023 um eine entsprechende Genehmigung für die Abhaltung einer Party namens Unity für den 5. und 6. Oktober bei Reʿim, nur etwa fünf Kilometer von der Grenze zu Gaza entfernt, welche von der Polizei am 20. September und vom Militär am 29. September erteilt wurde. Während einer gemeinsamen Besichtigung des geplanten Veranstaltungsgeländes am 2. Oktober ersuchte die Produktionsfirma beim militärischen Heimatfront-Kommando um eine Verlängerung des Veranstaltungszeitraumes, um mit der bestehenden Infrastruktur des Unity-Festivals auch das vom späten 6. Oktober bis zum Nachmittag des 7. Oktober geplante Open-Air-Festival Supernova Sukkot Gathering, kurz Nova-Festival abhalten zu können. Es wurde laut Ankündigung des Veranstalters Tribe of Nova als erste israelische Ausgabe des vor 20 Jahren in Brasilien gegründeten Universo Paralello veranstaltet, das als eines der größten alternativen Kulturfestivals Südamerikas gilt. Der Rave mit einem bis zum Nachmittag des 7. Oktober angesetzten Programm war als Feier von „Freunden, Liebe und unendlicher Freiheit“ beworben worden und sah Auftritte von namhaften internationalen Szenekünstlern wie Astral Projection und Man With No Name vor. Trotz einiger Bedenken, hinsichtlich der aufgrund des Feiertagswochenendes Simchat Tora reduzierten Truppenzahl an der Grenze und den militärischen Stationierungsorten, wurde die Verlängerung am 4. Oktober vom Militär und der Polizei genehmigt. Nach damaliger Einschätzung habe kein Sicherheitsrisiko bestanden. Am 5. Oktober um 12 Uhr wurde der stellvertretende Kommandeur des 13. Bataillons der Golani-Brigade, die für die Verteidigung des Gebiets zuständige Einheit, über die geplante und genehmigte Veranstaltung informiert. Auf dem Festivalgelände gab es drei Bühnen, eine Campingzone und einen Bereich mit Bar und Verpflegung. Teilnehmer berichteten, dass das Publikum hauptsächlich aus Israelis im Alter von 20 bis 40 Jahren aus dem ganzen Land bestand.

Der 2025 veröffentlichte militärische Untersuchungsbericht stellte fest, dass der Genehmigungsprozess für die Veranstaltung zwar korrekt verlaufen sei, das Militär jedoch keine besonderen Maßnahmen zum Schutz der Veranstaltung ergriffen habe. Die am Morgen des 7. Oktober an der Grenze zum Gazastreifen stationierten Soldaten seien nicht über die Ansammlung von mehr als 3500 Menschen bei der Party informiert gewesen und es war auch kein Militärvertreter für die Veranstaltung abgestellt. Lediglich zu Beginn und am Ende der Veranstaltung Unity, welche am 5. Oktober um 22 Uhr begann und am 6. Oktober um 13 Uhr endete, waren Militärvertreter für Begehungen des Geländes anwesend. In diesem Zusammenhang fehlte es laut Bericht an einer Koordinierung und Absprache des Militärs mit der Polizei, den Rettungsdiensten und der Produktionsfirma. Das Nova-Festival begann dann am 6. Oktober um 22 Uhr.

Beginn des Angriffs In der Nacht auf den 7. Oktober stellte die israelische Armee auffällige Anzeichen von Hamas-Aktivitäten fest, welche jedoch nicht als unmittelbare Bedrohungen interpretiert wurden. Laut Untersuchungsbericht war die Veranstaltung bei der folgenden Lagebeurteilung der israelischen Armee überhaupt nicht berücksichtigt worden.

Am 7. Oktober um 6:29 Uhr Ortszeit erfolgte ein massiver Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen auf Südisrael, welcher zur Auslösung des Raketenalarms Tzeva Adom führte, während Hamas-Terroristen die israelische Sperranlage zum Gazastreifen an 114 Stellen durchbrachen und dabei israelische Militärstützpunkte und Gemeinden in Grenznähe angriffen. Um 6:32 Uhr telefonierte der Polizeikommandeur des Südbezirks, Amir Cohen, mit dem Kommandeur des IDF-Südkommandos, Yaron Finkelman, über die Ereignisse. Der leitende Polizeibeamte auf dem Veranstaltungsgelände, Oberstleutnant Nivi Ohana von der Polizeiwache in Ofakim, erklärte das Festival aus Sicherheitsgründen gegen 6:35 Uhr für beendet, worauf die Musik abgestellt und die Partygäste mittels Lautsprecher zum Verlassen des Geländes aufgefordert wurden. Der zu diesem Zeitpunkt auflegende DJ war Yarin Ilovich (DJ Artifex); diesem gelang die Flucht in den nahegelegenen Kibbuz Reʿim, wo er sich unter einem Polizeifahrzeug versteckte und überlebte.Anschlag vom 7. Oktober: Der letzte DJ des Nova-Festivals Ohana beorderte noch vor Bekanntwerden der Grenzdurchbrüche 42 Polizisten zum Veranstaltungsgelände, darunter Beamte der zur Aufstandsbekämpfung ausgebildeten Spezialeinheit Yasam. Als Ohana gegen 6:50 Uhr die Meldung von Schüssen auf Zivilisten im Grenzgebiet erhalten hatte, ordnete er umgehend die Öffnung provisorischer Fluchtwege und die Evakuierung der Feiernden an. Laut Untersuchungsbericht habe Ohana mit seiner schnellen und entschlossenen Reaktion und Entscheidungsfindung die Flucht Hunderter Zivilisten ermöglicht. Ohana begab sich nach seiner Ablöse vor Ort in das angegriffene Ofakim, wo er bei den Kämpfen mit Terroristen schwer verwundet wurde.At Supernova music fest, police heroism saved hundreds from Hamas

Zwischenzeitlich besetzten angreifende Terroristen Straßenstellen und Kreuzungen entlang der Nationalstraße , welche in Nord-Süd-Richtung die Grenzgemeinden, darunter Reʿim, verbindet. Partygäste, welche über diese Straße zu fliehen versuchten, wurden unter anderem bei Alumim, Be’eri und Sa’ad unter Beschuss genommen, worauf viele wieder zum Festivalgelände zurückkehrten, wo die Polizei mit der Regelung des Verkehrs beschäftigt war. Diese sperrte daraufhin die genannte Straße und forderte die Menschen zur Flucht über die Felder nach Osten in Richtung Patish auf. Aufnahmen unzähliger rennender Menschen auf den Feldern wurden später von internationalen Medien verbreitet, ebenso Bilder Dutzender zurückgelassener Fahrzeuge entlang der Nationalstraße. Zudem wurden Menschen in den Luftschutzanlagen am Straßenrand, wo sie Schutz vor dem Raketenbeschuss gesucht hatten, gezielt attackiert. Um 7:13 Uhr erhielt das Heimatfront-Kommando fälschlicherweise die Information, dass rund 90 Prozent der Partygäste das Gebiet verlassen hätten, weshalb dieses vorerst nicht in den Lagebeurteilungen mit einbezogen wurde. Ab etwa 7:50 Uhr griffen Hamas-Terroristen die nahegelegene Gemeinde Reʿim an. Den israelischen Truppen vor Ort und auch dem Generalstab habe ein umfassendes Lagebild gefehlt, was zu einer anfänglich falschen Einschätzung der Größenordnung des Angriffs und ungeeigneter Prioritätensetzung geführt habe.

Massaker Laut Untersuchungsbericht habe die Hamas nichts von dem Festival gewusst und dieses sei daher kein geplantes Angriffsziel gewesen. Die rund 100 Hamas-Kämpfer mit Kleinlastern und Motorrädern, welche später an dem Massaker beteiligt waren, hätten ursprünglich die Stadt Netiwot erreichen sollen, waren jedoch bei Be’eri nach Süden in Richtung Reʿim umgeleitet worden.Report shows IDF’s silence on fears ahead of Nova, failure to react as massacre unfoldedTV: Police probe of Reʿim massacre shows terrorists didn’t know about party in advance Um 8:12 Uhr trafen die Terroristen auf die Straßensperre der Polizei beim Veranstaltungsgelände, worauf ein Schusswechsel ausbrach, welcher über eine Distanz von mehreren Hundert Metern geführt wurde. Zahlreiche Zivilisten, welche sich an der Straßensperre versammelt hatten, flüchteten daraufhin ebenfalls über die Felder im Osten oder zurück auf das Festivalgelände, wo sie sich unter anderem in Büschen, Toilettenanlagen, Müllcontainern und hinter Getränkebars versteckten. Die Terroristen setzten Fahrzeuge in Brand, welche die Fliehenden zurückgelassen hatten. Gegen 8:20 Uhr erreichte ein Merkava-Kampfpanzer des 77. Bataillons der 7. Panzerbrigade das Festivalgelände, welcher zuvor bei Beʾeri getroffen und beschädigt worden war. Der Kommandant und der Richtschütze waren gefallen sowie der Ladeschütze Ofir Testa schwer verwundet. Der Fahrer Ido Somech lenkte den Panzer entlang der Straße, überfuhr von den Terroristen genutzte Fahrzeuge und vertrieb Terroristen, welche laut Angaben von Überlebenden die zurückgelassenen Fahrzeuge durchsuchten. Nachdem der Panzer liegen geblieben war, bot er schätzungsweise 30 bis 50 Partygästen Schutz, welche von bewaffneten Polizisten und auch Zivilisten, darunter ehemalige Armeeangehörige, mit den Handfeuerwaffen der Panzerbesatzung verteidigt wurden. Das Besatzungsmitglied Ofir Testa wurde außerhalb des Panzers tödlich getroffen und auch Ido Somech wurde im Freien schwer verwundet, überlebte jedoch.Sgt. Ofir Testa, 21: Torah scholar who fought until his last breathCourage and composure under life threatening conditionsBattalion 77: Heroes of October 7

Ab 8:50 Uhr eröffneten die Terroristen das Feuer auf jene Menschen, welche über die Felder nach Osten flüchteten und drangen kurz nach 9:15 Uhr in das Festivalgelände ein, wo sie Festivalbesucher gezielt ermordeten oder entführten. Auf dem Veranstaltungsgelände und dem angrenzenden Abschnitt der Nationalstraße 232 wurden 171 Menschen getötet, weitere 173 auf der Flucht entlang der Verkehrswege und in angrenzenden Siedlungen, unter anderem in oder bei Mefalsim, Reʿim, Alumim, Be’eri und Nir Jitzchak. Allein 18 Menschen starben, als die Terroristen einen von Hilfesuchenden umringten Krankenwagen, mit einer Panzerabwehrhandwaffe beschossen. In einem öffentlichen Luftschutzbunker am Straßenrand waren zudem 16 Menschen durch Schüsse und Granaten ums Leben gekommen, wobei sieben in den Bunker geworfene Handgranaten von Aner Shapira, einem außer Dienst befindlichen Stabsfeldwebel der Elite-Aufklärungseinheit der Nachal-Brigade, zurückgeworfen worden waren, ehe er durch die Explosion einer achten Granate getötet wurde.Horrific scenes in October 7 ‘bunker of death’ massacre heard in audio recordingsStaff Sgt. Aner Elyakim Shapira, 22: Unarmed, he fended off 7 grenades 19 Menschen wurden im Bereich der Ausschankstelle „Little Bar“ und 14 weitere in einem der beiden gelben Abfallcontainer des Veranstaltungsgeländes ermordet, wo sie sich versteckt hatten.Telling victims’ stories, artist turns Nova’s killing fields into a healing memorial Unter den Todesopfern befanden sich der ehemalige Profifußballer Liʾor Asulin, der israelische Meister im Kraftdreikampf, Niv Tel Tzur, der ehemalige Schlagzeuger und Bassist der Band Desolated, Jake MarloweJake Marlowe, 26: British-Israeli musician for UK band Desolated, sowie die Kan-Nachrichtenredakteurin Ayelet Arnin.Ayelet Arnin, 22: Kan news editor who was an ‘old soul’ Ebenfalls getötet wurden mit den Zwillingen Osher und Michael Vaknin zwei Organisatoren des Festivals sowie die beiden israelischen DJs Matan Elmalem (Kido) und Bar Shechter (Syloopo) nach ihren Auftritten.