Das Oberamt Hochberg war in napoleonischer Zeit eine Verwaltungseinheit im Süden der Markgrafschaft sowie des aus ihr hervorgegangenen Landes Baden. Es wurde 1810 aufgelöst.

Historischer Hintergrund Das im nördlichen Breisgau gelegene Oberamt hatte seine Wurzeln in der im hohen Mittelalter entstandenen Markgrafschaft Baden-Hachberg. Als Teil der Markgrafschaft Baden firmierte sie noch 1786 als Oberamt der Markgrafschaft Hochberg, der auch der badische Anteil an der Herrschaft Prechtal zugeordnet war,Badenscher gemeinnüziger Hof- und Staats-Kalender für das Jahr 1786, S. 95 bis 98 später entwickelte sie sich zum Oberamt Hochberg.Abschnitt zum Oberamt Hochberg im Staats- und Addresshandbuch des schwäbischen Reichs-Kraises, 1799 Band 2, S. 336–338.

Geschichte mini|Die altbadischen Besitzungen in der Region Mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 konnte die zum Kurfürstentum aufgewertete Markgrafschaft Baden erhebliche Gebietsgewinne verzeichnen. Dessen Regierung erließ daraufhin kurz nacheinander mehrere Organisationsedikte, von denen zwei die neue Verwaltungsstruktur des Landes festlegten. Im dritten von ihnen wurde das Land in drei Provinzen untergliedert, im sechsten die darunter gelagerte Ebene behandelt. Für den geographisch gesehen mittleren Bereich, in deren Zentrum die Gebiete der altbadischen Markgrafschaften Baden-Baden und Baden-Durlach standen, war es die Provinz der Markgrafschaft, auch Badische Markgrafschaft genannt. Es folgte, neben einer Obervogtei, die Ausweisung von fünf Landvogteien. Letzteren wurden jeweils mehrere Ämter zugewiesen. Bis zur Errichtung dieser Landvogteien wurden, sofern es dort noch keine gab, übergangsweise Oberämter eingerichtet, die Teile der künftigen Landvogteien umfassten. Für den Bereich der Landvogtei Hochberg, der insgesamt fünf künftige Ämter zugeordnet wurden, waren es die noch aufzuteilenden Oberämter Mahlberg (drei) und Hochberg (zwei).

Da es weder zur Errichtung der Landvogtei noch zur Aufteilung des Oberamtes kam, wurde es im Sommer 1807 der neu errichteten Provinz des Oberrheins, auch Badische Markgrafschaft genannt, unterstellt. Prechtal wurde an das Oberamt Waldkirch abgetreten, dafür wurden dem Oberamt Hochberg von Mahlberg das Kloster Tennenbach sowie die noch fehlenden Kondominatsanteile der grundherrlichen Orte Bötzingen und Oberschaffhausen2/3 landesherrlich, jeweils 1/6 die Familien Seldeneck und Wittenbach. Siehe Friedrich Dittenberger: Geographisch-statistische-topographische Beschreibung des Großherzogthums Baden. Karlsruhe 1825, S. 104f. zugeteilt.General-Ausschreiben über die Eintheilung des Großherzogthums Baden in Bezirke, veröffentlicht am 7. Juli 1807 im Regierungsblatt des Großherzogtums Baden, Jahrgang V, Heft 23, S. 96.

In Umsetzung des Novemberedikts von 1809 wurde Anfang 1810 das Oberamt Hochberg aufgehoben, und im Wesentlichen auf zwei neu gegründete Ämter verteilt. Der zentrale Bereich kam zum Amt Emmendingen, mehrere Orte im Westen zum Amt Endingen. Weitere Orte wurden dem Amt Kenzingen, dem Amt Breisach und dem Zweiten Landamt Freiburg zugewiesen. Die grundherrlichen Orte wurden den neu errichteten Kreisen unmittelbar unterstellt.Beilage A zum Organisationsrescript vom 26. November 1809, veröffentlicht im Großherzoglich-Badischen Regierungsblatt am 9. Dezember 1809, S. 409. sowie die korrigierende Verordnung hierzu, veröffentlicht am 3. Februar 1810 im Großherzoglich-Badischen Regierungsblatt, Heft V, S. 39.

Orte und Einwohnerzahlen 1805 wurde von 22.266 Einwohnern berichtet, die sich auf folgende Ortschaften verteilten: Emmendingen, mit dem Weiherschloss und Schloss Hochburg: 1480 Bahlingen: 1622 Bickensohl: 306 Bischoffingen: 359 Bötzingen, mit Oberschaffhausen: 1106 Kollmarsreute: 228 Denzlingen, mit Steckenhof und Mauracherhof: 1059 Eichstetten: 2242 Gundelfingen, mit Reutebach: 508 Ihringen: 1368 Keppenbach im Freiamt, mit Glasig, Pechofen, Gescheid, Reichenbach, Schillingerberg und Vorhof: 852 Köndringen, mit Landeck: 994 Königschaffhausen: 656 Leiselheim: 232 Maleck, mit Zeismatte: 201 Malterdingen: 1138 Mundingen, mit Wöpplinsberg, Münchhof und Amsenhof: 574 Niederemmendingen: 302 Nimburg, mit Bottingen: 831 Ottoschwanden, mit Mußbach, Brettental, Breitebene und Allmendsberg: 1577 Prechtal: 800 Sexau, mit Holzmühle, Reichenbächle, Mühlebächle, Eberbach und Staudenhöfe: 616 Teningen: 1044 Vörstetten, mit Schupfholz: 633 Wasser: 172 Weisweil, mit dem Harderer Hof: 1088 Windenreute, mit Krumbach: 397

Weitere Entwicklung Aus dem Amt Emmendingen ging 1813 das Bezirksamt Emmendingen und, nach mehrfacher Vergrößerung, 1939 der Landkreis Emmendingen hervor.

Literatur Sechstes Edikt zur kurfürstlich-badischen Landesorganisation von 1803, die exekutive Landesadministration betreffend: Abschnitt zum Oberamt Hochberg. Das Oberamt Hochberg in: Johann Wilhelm Schmidt: Geographisch-statistisch-topographische Beschreibung von dem Kurfürstenthume Baden, Band 1: Die badische Markgrafschaft, Karlsruhe 1804, S. 327–355. Historischer Atlas von Baden-Württemberg, online verfügbar bei LEO-BW, Blatt VI.13: Herrschaftsgebiete und Ämtergliederung in Südwestdeutschland 1790, Beiwort von Michael Klein. Abschnitt zum Oberamt Hochberg im Kur-Badischen Hof- und Staats-Calender für das Jahr 1805, S. 129–132.

Einzelnachweise

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