Karl Hans Ewald (* 9. November 1904 in Steglitz; † 8. November 1969 in München) war ein deutscher Fotograf und Standfotograf beim heimischen Film.
Leben und Wirken Der Sohn des Schriftgießers Wilhelm Ewald und seiner Frau Martha, geb. Bindernagel,Landesarchiv Berlin, Geburtsregister Standesamt Steglitz, Nr. 577/1904 (online auf Ancestry, kostenpflichtig). erhielt in den 1920er Jahren in Berlin eine fotografische Ausbildung und eröffnete im Stadtteil Neukölln sein eigenes Atelier. Noch im selben Jahrzehnt stieß Karl Ewald zum (damals noch stummen) Film, wo er Beschäftigung als Standfotograf fand. Schlagartig bekannt machte den 25-Jährigen seine „Inszenierung“ Marlene Dietrichs für ein Werbefoto des Klassikers Der blaue Engel. Hier arrangierte Ewald eine Szene, die im Film selbst nicht zu sehen ist: die Diva (rechts von ihr: Rosa Valetti) im Tingel-Tangel-Varieté mit lasziv übereinander geschlagenen Beinen, Zylinder, Strapsen und verführerischem, leicht entrücktem Blick.
Rasch etablierte Ewald die Standfotografie, obwohl lange Zeit als Anhängsel der Kameraarbeit gering geschätzt, als eigene Kunstform und stellte mit ihr Stars und ihre markanten Charakteristika wie Hans Albers (F.P.1 antwortet nicht), Marianne Hoppe (Der Schritt vom Wege) und Heinz Rühmann (Der Florentiner Hut, Ein Mann geht durch die Wand) heraus. Der Publikumsliebling Jenny Jugo wurde von Ewald in ihren zwei bekanntesten Vorkriegsrollen abgelichtet: als Eliza Doolittle in Pygmalion und als Queen Victoria in Mädchenjahre einer Königin. Ewald lieferte in der Frühzeit des Zweiten Weltkriegs (1940/41) aber auch Standfotos zu nationalsozialistischen Propagandafilmen wie Jud Süß, Jakko, Mein Leben für Irland und Menschen im Sturm. 1943 wurde er zur Wehrmacht eingezogen und befand sich von 1945 bis 1948 in Kriegsgefangenschaft.
Nach seiner Rückkehr übersiedelte Ewald 1949 nach München und arbeitete für die Bavaria und andere Filmgesellschaften. Ab 1955 führte er sein Fotostudio zusammen mit seinem Sohn Frithjof Ewald. Im Alter von 54 Jahren beendete Karl Ewald seine Tätigkeit für den Film. Er starb 1969 einen Tag vor seinem 65. Geburtstag im Krankenhaus München-Harlaching.Stadtarchiv München, Sterbebuch Standesamt München II, Nr. 3934/1969 (vgl. Namensverzeichnis zum Sterbebuch 1969; PDF; 68 MB).
Ewald war ab 1933 mit Katharina Schnell verheiratet und hatte mit ihr zwei Kinder.Landesarchiv Berlin, Heiratsregister Standesamt Berlin-Weißensee, Nr. 413/1933 (online auf Ancestry, kostenpflichtig). 1963 ging er mit Anna Maria Klehe, geb. Fenk, seine zweite Ehe ein.Gemeinde Grünwald, Heiratsbuch Standesamt Grünwald, Nr. 115/1963, zitiert nach den Angaben im Sterbebuch.
Filmografie
Einzelnachweise
Weblinks
Karl Ewald in den Akten der Reichsfilmkammer
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