mini|Klamm Rechenfelsen in der Haslachschlucht Die Haslach (am Oberlauf auch Haslachbach) ist, neben der wesentlich größeren, den Titisee entwässernden Gutach, einer der zwei Quellflüsse der Wutach im Südschwarzwald. Sie fließt generell ostwärts vom Feldberggebiet durch meist breitsohlige Täler, bis sie, bereits im Schluchtensystem der Wutach, von rechts auf die Gutach trifft.
Geographie Verlauf und Tallandschaft Das Quellgebiet der Haslach und ihrer ersten Nebenbäche ist der Ostabhang des langgestreckten, mehrgipfeligen Bergkamms der Bärhalde (). Mit starkem Gefälle erreicht der Bach eine querende Talung, die ein früheres, nach Südosten entwässerndes Flusstal noch deutlich erkennen lässt. In dieser teilweise moorigen Niederung, dem Rotmeer, fließt der Haslach von links der RothemeerbachHistorischen Gemarkungsübersicht Baden, Lage des Rothemeerbachs auf: zu. Hier unterquert auch ein verdeckter, als Teil des Schluchseewerks erbauter Kanal die Haslach. Er leitet seit 1931 Wasser aus dem oberen Seebachtal dem Schluchsee zu Schluchseewerk AG: Wasserrechtsverfahren Oberstufe Häusern, Antragsteil C; Erläuterungsbericht, Laufenburg 2016; abgerufen am 3. Mai 2020, dazu etwa 180 l/s aus der Haslach. Sie schwenkt erst ein wenig auf die Richtung der Talung ein und verlässt sie gleich wieder zwischen den Orten Altglashütten und Hinterfalkau. Hier mündet von rechts der Schwarzenbach, der mit seinem Namen auf den moorigen Talgrund verweist. Bis zum Bau des Ableitungskanals erreichte hier auch der Abfluss des aus Kohl- und Kähnerbächle gespeisten Windgfällweihers die Haslach.mini|ohne|Über den Windgfällweiher wird ein Teil des Haslachwassers abgeleitet.
Ab Mittelfalkau überwindet die Haslach drei kleine Talstufen hinab zum Stoffelsloch, dem Beginn eines langgestreckten, längst verlandeten Seebeckens im Mühlinger Tal, einer Hinterlassenschaft des letzteiszeitlichen Gletscherstroms aus dem Feldberggebiet. In die unterste dieser Stufen hat die Haslach eine kurze Schlucht geschnitten, an deren Beginn sie das im Hauptfall 8 Meter hohe Falkauer Laufen bildet. Hier quert der Bach die südliche Randverwerfung des auch in den umgebenden Geländeformen erkennbaren Lenzkircher Grabens, einem Teilstück des vom Kaiserstuhl bis zum Bodensee verfolgbaren Bonndorfer Grabens.
Vor dem nach Südosten streichenden Bergrücken des Hochfirsts weicht das Haslachtal in einem allmählichen Rechtsbogen aus und durchfließt ab der Burg Alt-Urach auf einer Länge von fast 3 Kilometern den gewerbereichen Ort Lenzkirch. Unterhalb von Oberlenzkirch, dem eigentlichen Ortskern, mündet von rechts der wichtigste Nebenbach, der Urseebach. Vom einstigen Gletschersee des Urseetals ist noch ein Moor mit Restsee erhalten.
Ab Unterlenzkirch senkt sich die Talsohle allmählich unter das umgebende Niveau des breiten Tals ab und lässt so, talabwärts zunehmend deutlich, ein Kastental entstehen. Nach drei Kilometern verengt es sich zur Schlucht. Ihre beiden engsten Stellen sind die Talenge beim 30 Meter hohen Höllochfelsen und besonders die etwa 20 Meter tiefe, in Porphyr-Felsen geschnittene Klamm des Rechenfelsens. Wenig unterhalb davon vereinigen sich in einer kleinen Schluchtweitung, von je einem Steg überspannt, die Haslach und die Gutach, die ab hier den Namen Wutach führt.
Zuflüsse (Liste der Zuflüsse vom Quellgebiet zur Mündung: Gewässerlänge, Einzugsgebiet und Höhe nach den entsprechenden Layern auf der Onlinekarte der LUBW)
Das Quellgebiet der Haslach (zunächst Haslachbach) liegt auf etwa am Osthang der mehrgipfligen Bärhalde (, höchster Berg östlich des Feldbergs). Bis zum ersten Zufluss hat dieser oberste Quellbach eine Länge von 1,0 km und ein Einzugsgebiet von 0,42 km². Lochgrabenbach, von links und Nordwesten auf etwa in Neuglashütten: 1,0 km; ca. 0,8 km². Quellgebiet auf etwa im Loch, einem Kar im Osthang der Bärhalde () Rothemeerbach,Anmerkung: Der im Online-Kartenwerk der LUBW zum Gewässernetz angegebene Name Hangrohrkanal ist für den Rothemeerbach nicht gebräuchlich. Vermutet werden kann derzeit (12. Mai 2020), dass es sich um einen Übertragungsfehler handelt, denn in geringer Entfernung verläuft parallel der Hangkanal, der Wasser aus dem Seebach-Gebiet zum Schluchsee leitet. von links und Nordwesten auf etwa in der moorigen Senke Rotmeer: 1,7 km; ca. 1,8 km². Quellgebiet auf etwa am Drehkopf () südlich von Bärental Schwarzenbach, von rechts und Südwesten auf etwa in der Talweitung Lochert nordöstlich von Altglashütten: 2,9 km; ca. 2 km². Quellgebiet auf etwa in den Südostausläufern der Bärhalde (). An dieser Stelle mündete auch der aus dem Windgfällweiher abfließende Bach, bis das Wasser zum Schluchsee abgeleitet wurde. mini|Der Wasserfall Falkauer Laufen bei Vorderfalkau In Falkau ist der Bach im Weiher Schwelle gestaut (ca. 0,6 ha) und erreicht einen Kilometer weiter den zweistufigen Wasserfall Falkauer Laufen (von auf ). Dort quert die Hauptverwerfung im Süden des Lenzkircher Grabens. Ölesteigbächle oder Elisteigbächle, von links und Norden auf etwa am nördlichsten Punkt des Haslach-Laufs beim Weiler Mühlingen: 1,3 km; 1,1 km². Entspringt dem ehemaligen Feuerwehr-Weiher beim Zinken Hof in Saig auf etwa . Ölebächle, von links und Norden auf etwa im Osten des Weilers Mühlingen: 1,9 km; 1,8 km². Quellgebiet auf etwa südlich des Hochfirsts . Hierabächle, von links und Norden auf etwa am nordwestlichen Ortsrand von Lenzkirch: 1,4 km; 2,2 km². Quellgebiet auf etwa im Weiler Hiera südlich des Hochfirst Urseebach, von rechts und Westen auf etwa im Ortskern Lenzkirch: 5,1 km; ca. 10,3 km². Quellgebiet auf etwa nördlich des Zwerisbergs () Herrgottsbächle, von rechts und Südwesten auf etwa im östlichen Ortsbereich Lenzkirch: 1,4 km; ca. 1,1 km². Quellgebiet auf etwa nordöstlich des Pflumbergs () Geschindbach, von rechts und Südwesten auf etwa gegenüber der Kläranlage Lenzkirch: 3,4 km; ca. 3,8 km². Quellgebiet auf etwa südwestlich des Pflumbergs () Roodbach, von links und Südwesten auf etwa südlich von Kappel: 3,5 km; ca. 4,0 km². Quellgebiet auf etwa am Südosthang des Hochfirst. Klausenbächle, von rechts und Südwesten auf etwa östlich von Lenzkirch: 4,4 km; ca. 5,2 km². Quellgebiet auf etwa östlich des Großwalds () Kreuzschachenbächle, von rechts und Süden auf etwa im Westteil der Haslachschlucht: 1,1 km; ca. 0,2 km². Quellgebiet auf etwa auf dem Kreuzschachen mini|Zusammenfluss der Haslach (vorn) und der Gutach zur Wutach Schleifenbächle, von rechts und Süden auf etwa in der mittleren Haslachschlucht: 0,9 km; ca. 0,4 km². Quellgebiet auf etwa nordwestlich von Holzschlag (Gündelwangen)
Am Zusammenfluss der Haslach (von rechts) mit der Gutach zur Wutach auf ca. bei Gündelwangen (Bonndorf im Schwarzwald) endet der Bachlauf nach 17,7 Kilometern.
Verkehr und Erschließung mini|Bähnleradweg auf der früheren Strecke nach Lenzkirch Die Verkehrserschließung des Haslachtals war und ist in den Hauptrichtungen eher quer zum Talverlauf gerichtet. In Lenzkirch überquerte nach 1786 eine Landstraße den Bach, die vom Titisee über die Seesteige, bzw. die Saiger Steig, kommend in die heutige Straße nach Bonndorf (B 315) überging. Heute erreicht die B 315 entlang der nördlichen Talhänge Lenzkirch und folgt damit der breiten Senke des Lenzkircher Grabens. Der heutige Querverkehr verläuft stärker über die Talung, die die Haslach bei Altglashütten (Hauptort der Gemeinde Feldberg) kreuzt. Ihr folgt neben der B 500 auch die bis 1926 erbaute Dreiseenbahn mit dem Bahnhof Feldberg-Bärental, dem höchstgelegenen Normalspur-Bahnhof Deutschlands auf der Wasserscheide zum Seebachtal. Das untere, schluchtartige Haslachtal wurde von einer nach Bonndorf führenden, 1977 stillgelegten Nebenbahn der Höllentalbahn gequert, die im Bahnhof Lenzkirch eine Spitzkehre aufwies.
Siehe auch Wutachschlucht Lenzkircher Graben Feldberg-Gletscher Liste der Fließgewässer im Flusssystem Wutach
Einzelnachweise , Höhe nach dem Höhenlinienbild auf dem Hintergrundlayer Topographische Karte , Länge nach dem Layer Gewässernetz (AWGN) , Einzugsgebiet nach dem Layer Aggregierte Gebiete 05 (AWGN) Geoportal Baden-Württemberg: LUBW-Dienst Fließgewässer – Abfluss-Kennwerte, abgerufen am 11. Mai 2020
Literatur Geographisch-Kartographisches Institut Meyer [Hrsg.]: Meyers Naturführer – Südschwarzwald Mannheim, 1989, ISBN 3-411-02775-4. Landesanstalt für Umweltschutz (Hrsg.): Die Wutach – Naturkundliche Monographie einer Flusslandschaft. = Natur- u. Landsch.-Schutzgeb. Baden-Württ., Bd. 6, Karlsruhe, 1988, ISBN 3-88251-135-4.
Weblinks
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