Juhlschau () ist ein Ort in Schleswig-Holstein, der zur Gemeinde Oeversee gehört.Kreiskarte Flensburg. Landesvermessungsamt Schleswig-Holstein 1970
Lage Juhlschau liegt unterhalb eines hohen Bergrückens, am Rande einer Wiesenniederung. Nordwestlich des Dorfes befindet sich ein Höhenzug, mit zwei über 65 Meter hohen Hügelkuppen.Gemeinde Oeversee. Die Ortsteile der Gemeinde Oeversee. Juhlschau, abgerufen am: 28. Januar 2021 Westlich des Dorfes Juhlschau, in zwei Kilometer Entfernung, liegt das Dorf Oeversee. Der Juhlschauer Weg verbindet beide Orte miteinander. In einer Entfernung von einem Kilometer liegt der Ort Munkwolstrup, zu welchem die Juhlschauer Straße führt. Direkt östlich von Juhlschau liegt des Weiteren die Gemeinde Freienwill mit dem Ortsteil Kleinsolt-Heidefeld.
Die Häuser des Dorfes Juhlschaue liegen entlang den Straßen Zur Heide, dem Eselweg sowie der (Juhlschauer) Hauptstraße (). Eine kleine Häusergruppe östlich vom eigentlichen Dorf wird offenbar hin und wieder Kleinjuhlschau genannt.Kreiskarte Flensburg. Landesvermessungsamt Schleswig-Holstein 1970 Am südlichen Rand des Dorfes liegen der Julesee () sowie der Nachbarort Augaard. Die nördlich vom Julesee gelegenen Häuser sowie die dortige Gegend werden im Übrigen auch Juhlschaufeld genannt (). Landschaftsteile bei Juhlschaufeld gehören zum Landschaftsraum Obere Treenelandschaft.Mitteilungsamt Amt Oeversee in Tarp. Amtliches Bekanntmachungsblatt des Amtes Oeversee und der Gemeinden Oeversee, Sieverstedt und Tarp. Nr.2 Freitag, 24. Januar 2014 43. Jahrgang und Obere Treene Landschaft. Landschaftsbeschreibungen sowie , jeweils abgerufen am: 28. Januar 2021Preußische Landesaufnahme um 1879, abgerufen am 13. Januar 2021. An der Juhlschauer Hauptstraße existiert eine Bushaltestelle für den regionalen Busverkehr.Fahrplan für Juhlschau Hauptstraße, Oeversee
Hintergrund Juhlschau wurde erstmals im Jahr 1472 erwähnt. Der Ortsname besteht aus zwei Wortbestandteilen. Bei dem Ortsnamensbestandteil „Jul“ (beziehungsweise deutsch: „Juhl“) handelt es sich entweder um den männlichen Namen JulJohannes Kok: Det danske folkesprog i Sønderjylland, København 1867, S. 208"Jul" steht in den skandinavischen Sprachen auch für Weihnachten (Julfest, siehe: cc.dict dänisch-deutsch: Jul) und steht mit dem skandinavischen Wort „hjul“ für Rad/Wagenrad in Verbindung. Jul wäre in diesem Sinne ursprünglich die Versinnbildlichung der Vollendung des Sonnenkreises gewesen (Visitnorway Jul i Norge Weihnachten in Norwegen, Seite 2 und Nordseespiegel. Gemeinde Emmelsbüll-Horsbüll Dezember 2013 Januar 2014 22. Ausgabe, (Weihnachten in den Nordseeländern), Seite 8), vgl. auch Anders Bjerum: Sydslesvigs stednavne, 4. Band (Kær, Vis og Ugle Herreder), København 1979, S. 295 oder um dän.hjul (=Rad, vgl. auch die frühere Schreibweise Hjulskov). Das zweite Namensglied -schau geht auf dän. skov (=Wald) zurück. Die Bedeutung wäre entsprechend etwa runder Wald oder Wald, in dem man Holz für Wagenräder holteWolfgang Laur: Historisches Ortsnamenslexikon von Schleswig-Holstein. 2. Auflage, Neumünster 1992, Seite 368. Falls der Ortsname mit einem ursprünglichen /j/ anlautete, ist auch eine Deutung zu angeldän. iughul (=Igel) möglich. Die Bedeutung wäre dann IgelwaldWolfgang Laur: Historisches Ortsnamenslexikon von Schleswig-Holstein. 2. Auflage, Neumünster 1992, Seite 368. Hinsichtlich der Benennung des unweit des Dorfes gelegenen Julesees besteht kein direkter Zusammenhang zum Dorfnamen.
Einer Sage nach soll früher beim benachbarten Augaard eine Burg gestanden haben. Ein alter, örtlicher Spruch bemerkt hinsichtlich der beiden Orte: „In Juhlschau hebt se Appeln und Beern, in Augaard wohnt de Eddellüd gern“ (hochdeutsch: In Juhlschau haben sie Äpfel und Birnen (beziehungsweise zum Erhalt des Reimklangs: „Birn'n“), in Augaard wohnen die Edelleute gern).Jakob Röschmann: Vorgeschichte des Kreises Flensburg. Die vor- und frühgeschichtlichen Denkmäler und Funde in Schleswig-Holstein 6. Neumünster 1963, Seite 355
Auf der Landkarte der dänischen Landesaufnahme von 1857/1858 und der Karte der Preußischen Landesaufnahme um 1879 vom südlichen Flensburger Raum war der Ort Juhlschau schon eingetragen.Preußische Landesaufnahme um 1879, abgerufen am 13. Januar 2021. Bei der Volksabstimmung in Schleswig (im Jahr 1920) sprachen sich, wie im gesamten Umland, die Mehrheit der Bewohner für den Verbleib bei Deutschland aus. Von den 51 stimmberechtigten Juhlschauern votierten für Deutschland 43 Personen und für Dänemark 3 Personen.Gemeinde Oeversee. Die Abstimmung im Jahre 1920 Bis Anfang der 1960er Jahre gehörte auch das benachbarte Augaard zur Gemeinde Juhlschau. 1961 lebten offenbar 71 Menschen im Ort Juhlschau (inklusive Kleinjuhlschau). sowie In der gesamten Gemeinde Juhlschau lebten 121 Menschen.Die Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 1867–1970. Historisches Gemeindeverzeichnis, S. 62 f. Am 1. Januar 1962 wurde Juhlschau nach Munkwolstrup eingemeindet. Im Jahr 1970 lebten offenbar 69 Menschen im Ort Juhlschau. Im Jahr 1974 schlossen sich zeitgleich mit der Auflösung des Landkreises Flensburg die Gemeinden Munkwolstrup und Barderup zur Gemeinde Sankelmark zusammen,Amt Oeversee. Geschichte. Das Amt Oeversee welche wiederum 2008 mit der Gemeinde Oeversee fusionierte. Seitdem ist Juhlschau ein Ortsteil der Gemeinde Oeversee.
Einzelnachweise
Kategorie:Geographie (Oeversee) Kategorie:Ort im Kreis Schleswig-Flensburg Kategorie:Ort in Südschleswig Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Kreis Schleswig-Flensburg) Kategorie:Gemeindeauflösung 1962