mini|Logo der Mehßower Landschaft Die Mehßower Landschaft ist eine Region in der Niederlausitz im nordwestlichen Landkreis Oberspreewald-Lausitz und im südöstlichen Landkreis Dahme-Spreewald. Sie liegt an der Nordabdachung, in einer Senke im Schatten des Lausitzer Grenzwalls (Mehßower Becken) und erstreckt sich in west/östlicher Richtung von den Ausläufern des Lausitzer Grenzwalls (Mehßower Hochebene) im Westen hinweg über den Bachläufen von Rietzka, Schrake und Schuche (Mehßower Niederung) bis zur Gemarkungsgrenze von Schadewitz im Osten, einem weiteren Ausläufer des Lausitzer Grenzwalls. Im Norden beginnt die Mehßower Landschaft an den Gemarkungsgrenzen von Gliechow und Mallenchen und erreicht im Süden wieder den Lausitzer Grenzwall, der insgesamt die Mehßower Landschaft U-förmig umschließt.
Die höchsten Berge dieser Randlage am Lausitzer Grenzwall sind der Finkenberg und die Babbener Berge im Westen mit jeweils 143 m über NN (beide bereits in der Gemarkung Babben liegend), im Süden der Kleine- und der Große Großmannsberg (Gemarkung Radensdorf) mit 131 bzw. 135 m über NN und im Osten der Klein Mehßower Weinberg, sowie weitere Höhen von 116 – 134 m über NN. In der Niederung des Mehßower Beckens fällt das flachwellige Gelände in nordöstlicher, aber hauptsächlich in nördlicher Richtung hin ab und erreicht hier Höhen von nur noch 76 – 71 m über NN (Klein Mehßow und Tugam). Mehrere, im Eiszeitalter geformte Resthügel (Weinberg, Schloßberg, Groschkenberg u. a.) unterbrechen die Niederung des Mehßower Beckens.
Flächenmäßig umfasst die Mehßower Landschaft etwa 26 km². In ihr liegen, in einer Art Siedlungskammer eingebettet, die 6 Dörfer Groß Mehßow, Klein Mehßow, Craupe, Radensdorf, Schrakau und Tugam. Politisch Administrativ gehören die fünf erstgenannten Dörfer zur Stadt Calau (Ortsteile) und zum Landkreis Oberspreewald-Lausitz, während Tugam mit Fürstlich Drehna zu Luckau (Ortsteil) im Landkreis Dahme-Spreewald eingeordnet ist. Die Grundlagen für diese Siedlungsgemeinschaft der 6 Mehßower Dörfer wurden während der Ostkolonisation des 13. Jahrhunderts in Form des Rittergutes Mehßow mit dem Kirchspiel (Groß-)Mehßow gelegt.
mini|hochkant=1.5|Die Mehßower Landschaft. Karte: OpenStreetMap.
Aus überregionaler Betrachtung liegt die Mehßower Landschaft im Luckau-Calauer Becken und wird insgesamt als Mehßower Hochfläche bezeichnet (ohne die regionale Unterscheidung in Mehßower Hochebene und Mehßower Niederung). In den Feuchtniederungen dieses Calauer Beckens findet man viele Fischteiche (Groß Mehßow, Tugam und in anderen Orten), die Bildungen der menschlichen Entwicklung des Spätmittelalters und auch der Neuzeit sind. Die hierfür günstigen Bodenverhältnisse erlaub(t)en die Anlegung von teils recht großen Teichen. So liegt in geringer Erdtiefe wasserundurchlässiger Ton (oder Tonmergel). Das in den Boden des naheliegenden Lausitzer Grenzwalls versickernde Wasser kann nur bis zu dieser Tonschicht vordringen, folgt dem östlich und nördlich verlaufendem Gefälle der Landschaft und sammelt sich in Mulden (Dorfteich Groß Mehßow) oder drückt als Quelle an die Oberfläche (Quellen in der Teichlandschaft und im Dorf Groß Mehßow). Die Folge sind grüne Böden mit einer Artenvielfalt an Pflanzen.
Entstehung der Mehßower Landschaft mini|Zwei Endmoränenzüge zeugen vom zweimaligen Vordringen des Inlandeises. Die letzte Eisschicht (rote Linie) erreichte nicht mehr den Bereich der früheren Eisrandlage (blaue Linie). Karte: OpenStreetMap.
Die unmittelbare Oberflächenform der Mehßower Landschaft (Mehßower Becken) und des Lausitzer Grenzwalls ist im Wesentlichen das Ergebnis der mittleren Eiszeit (hier in der Saale-III-Vereisung oder Lausitz-Kaltzeit vor 230 000 – 128 000 Jahren). Die Gletschermassen mit einer Höhe von fast 1000 m kamen durch die Aufschüttung von Erdmassen im Raum Wüstermarke, Walddrehna, Weißack, Gahro, Crinitz, Groß Mehßow, Werchow, Drebkau bis Sorau zum Stillstand und hinterließen hier als ehemalige Eisrandlage die Endmoräne, den Lausitzer Grenzwall mit Höhenlagen zwischen 100 m und 227 m über NN. Dazu zählen die Berge, Wachtberg in der Rochauer Heide 158 m, der Brautberg bei Gollmitz 158 m, der Kesselberg bei Cabel 160 m und als höchster Berg der Rückenberg bei Sorau mit 227 m.
Zwei Endmoränenzüge zeugen vom zweimaligen Vordringen des Inlandeises: Die letzte Eisschicht (rote Linie in der Karte) erreichte nicht mehr den Bereich der früheren Eisrandlage (blaue Linie). Die erste und ältere Staffel verläuft von Bronkow aus südlich an Babben und nordöstlich an Kleinbahren vorbei in Richtung Weißack–Gehren–Walddrehna.
Die zweite, jüngere Staffel kommt von etwa Settinchen und verläuft über Gollmitz–Schrakau–Babben bis zum zentralen Endmoränengebiet Crinitz/Gahro. Bei Weißack treffen beide Staffeln dann zusammen. Im Raum Bronkow und zwischen Babben-Gahro sind die Endmoränenkuppeln der ersten Staffel teilweise vom Sander der zweiten Staffel überschüttet worden.
Klimatische Verhältnisse der Mehßower Landschaft Die klimatischen Verhältnisse in der Mehßower Landschaft entsprechen dem der Niederlausitz und sind als Übergang vom niederschlagsreichen Seeklima mit ausgeglichenen Temperaturen zum trocknen, an Extremen reichen Landklima zu sehen. Nach dem Klimaatlas der DDR (Meteorologischer und Hydrologischer Dienst der DDR 1953) gehört das Gebiet zum Klimabezirk des ostdeutschen Binnenlandklimas. Dabei handelt es sich um ein leicht kontinentales Westwindklima. Neben vorherrschenden Westwinden (40 %) gibt es einen hohen Anteil von Süd- und Ostwinden (22 % und 27 %).
Mit einer Niederschlagsmenge unter 600 mm pro Jahr zählt das Gebiet zu den niederschlagsarmen Regionen Deutschlands. 2018 war ein sehr trockenes Jahr mit 391 mm (Doberlug-Kirchhain) Niederschlag und 1930 mit 756 mm (Luckau) ein sehr nasses Jahr. Die Verdunstung liegt bei 448 mm pro Jahr.
Auf Grund der Tal-Lage (Mehßower Becken) der Mehßower Landschaft gibt es bei bestimmten Wetterlagen zeitweilige Abweichungen des örtlichen Klimas (Mikroklima). Hier spielen der Erdboden mit seinen verschiedenen Eigenschaften und die Bodenbedeckung eine wesentliche Rolle. So zeigen die Teichlandschaft und der Tannenbusch in Groß Mehßow ein feucht-kühles Lokalklima. Durch den Gewässerreichtum und den ausgedehnten Naßböden, die temperaturdämpfend wirken, kommt es zur verstärkten Nebelbildung und auch Spätfröste im Frühjahr sind nicht selten.
Der geschlossene Baumbestand der Mehßower Hochebene verursacht ein typisches Waldklima. Das Kronendach der Bäume bremst die Sonneneinstrahlung für den Boden bis zu 95 % (je nach Baumart), was den vertikalen Luftaustausch beeinflusst und zu einem Stockwerksaufbau verschiedener Mikroklimate führt. Ist der Tagestemperaturverlauf an der Bodenoberfläche gering, so ist er in den Baumkronen ausgeprägt. Im Wald herrscht eine gleichförmige, geringe Windgeschwindigkeit, da die Luftströmung in den Baumkronen weitgehend abgebremst wird. Auf Waldlichtungen kann es in der Nacht zu einem stärkeren Absinken der Temperatur kommen, als in den Baumbeständen selbst.
In der nach Osten zu offenen Landschaft der Mehßower Niederung ist das Mikroklima von der Vegetation abhängig. Sandäcker ohne Bewuchs können sich am Tage durch die Sonneneinstrahlung stark aufheizen. Auf Grund der geringen Wärmeleitfähigkeit von Böden mit einem hohen Porenvolumen dringt die Temperatur nur bis zu etwa 0,5 m in den Boden ein. Durch Bodenbearbeitung wird die Wärmeleitfähigkeit der Böden noch weiter verringert. Eine verstärkte nächtliche Abkühlung führt somit zu großen Tagestemperaturunterschieden.
Trägt der Boden Vegetation, ändert sich das Bild nochmals: Jetzt erreicht nur ein Teil der Luft- und Sonnenwärme den Boden, sodass eine wesentlich geringere Erwärmung des Bodens erfolgt. Das Gleiche gilt für die Abstrahlung in der Nacht, da die Bodenoberfläche zuerst mit den Pflanzen sich im Austausch befindet. Dadurch ist der Tagestemperaturunterschied geringer, im Vergleich zu unbewachsenem Boden.
Teiche Das Tertiär (Braunkohlezeitalter) hinterließ in der Mehßower Landschaft umfangreiche Tonschichten im Erdreich, die zur Anlegung von Teichen eine nahezu ideale Voraussetzung darstellten. Hiervon wurde auch, insbesondere in Groß Mehßow und Tugam, rege Gebrauch gemacht, denn in den letzten 200 Jahren gab es auf der Groß Mehßower Feldmark nicht weniger als 27 Teiche mit etwa 15 Hektar Wasserfläche und in Tugam 5 Teiche mit etwa 23 Hektar. Von den 27 Teichen in Groß Mehßow sind heute immerhin noch 10 übrig geblieben. Ein Teil der Teiche verdanken ihre Entstehung sicherlich dem vor Jahrhunderten betriebenen Alaunbergbau, der Bodensenken hinterließ.
Tugam mini|Die heutigen und ehemaligen Teichanlagen auf der Tugamer Feldmark. Karte: OpenStreetMap. Tugam hat die mit Abstand größte Wasserfläche mit 52,4 ha an Teichen und einem See in der Mehßower Landschaft zu bieten. Während der Sandteich (früher Großer Teich) und der Brasenteich (früher Scheerteich) Jahrhunderte alte Teiche sind, kamen in jüngerer Zeit (20. Jahrhundert) der Luise- und Elisabeth-Teich (westlich vom Brasenteich), der Tugamer Neuteich, der Drehnaer See (Anteil aus einem Grubengewässer des Braunkohlentagebaus Schlabendorf-Süd) und der Torfteich hinzu. Der Tugamer Neuteich hatte nur eine kurze Lebensdauer von etwa 3 Jahrzehnten und musste durch die Grundwasserabsenkung des Braunkohlentagebaus Schlabendorf-Süd aufgegeben werden. Die Tugamer Teiche im Überblick:
Brasenteich: 102 200 m² = 10,2 ha, (früher 119 000 m² = 11,9 ha). Luise-Teich 2,5 ha, südwestlich vom Brasenteich. Elisabeth-Teich, 1 ha, nordwestlich vom Brasenteich. Tugamer Neuteich: 13 150 m² = 1,3 ha (nicht mehr vorhanden). Sandteich: 46 600 m² = 4,66 ha (früher 76 800 m² = 7,68 ha). Torfteich: 12 200 m² = 1,2 ha. Drehnaer See: 327 700 m² = 32,7 ha (Tugamer Anteil).
Groß Mehßow mini|Die Teiche und Bäche in Groß Mehßow. Kartengrundlage: OpenStreetMap. Als Hinterlassenschaft des Kupferwasserwerkes im westlichen Groß Mehßow des 16./17. Jahrhunderts entstanden Bodensenken, die man durch Flutung zur Anlegung von Teichen zur Fischzucht nutzte. Schließlich wurde im 18. Jahrhundert eine große Nachtweide geflutet – der Großteich entstand. Die Fischzucht schien damals für die Gutsherrschaft sehr einträglich gewesen zu sein. In der Groß Mehßower Teichlandschaft hat der Großteich mit einer Fläche von über 8 ha die umfangreichste Ausdehnung, was ihm auch den Namen gab. Die anderen Teiche sind kleiner, so der Langteich, Mühlteich, Wurzelteich, Grünzelteich, Drehnaer-Teich, Hellerteich, Dorfteich, die Fischhälterteiche und jüngst angelegte kleine Bio-Tümpel.
So gibt es heute, außer den kleinen Fischhälterteichen und den neu angelegten Tümpeln, noch die folgenden Teiche in Groß Mehßow mit einer gesamten Wasserfläche von 14,16 Hektar:
Großteich (86 000 m²) Langteich (18 300 m²) Mühlteich (6 600 m²) Wurzelteich (5 100 m²) Grünzelteich (4 600 m²) Drehnaer-Teich (8 000 m²) Hällerteich (12 000 m²) Dorfteich (870 m²)
(Alle Flächenangaben der Teiche beziehen sich auf die reine Wasserfläche. Anhängende Schilf- und Sumpfgebiete, die natürlich mit dazu gehören, wurden nicht berücksichtigt. Deshalb müssen die hier gemachten Angaben sich nicht mit anderen Publikationen decken.)
Klein Mehßow Von den einstmals 8 Teichen in Klein Mehßow gibt es nur noch den nördlichen Mühlenteich (1 030 m²) und einen kleinen Dorfteich.
Wasserläufe Während die Mehßower Landschaft reich an Teichen ist (gesamte Wasserfläche: 66,66 ha), hat sie an Wasserläufen nur kleine Bäche aufzuweisen. Die bedeutenden sind die Schrake, die Rietzka und die Schuche. An der Rietzka entstand das Dorf Mehßow (heute Groß Mehßow), die Schrake diente Schrakau und Tugam als Siedlungsstelle, an der Schuche gründete sich das Rittergut Mehßow (Gutsweiler, Klein Mehßow) und schließlich entstanden am Radensdorfer Graben und am Crauper Graben einst die heutigen Dörfer Radensdorf und Craupe.
Schrake