Die Philippinen-Blaubrustpitta (Erythropitta erythrogaster) (sensu stricto) ist ein Sperlingsvogel aus der Gattung Erythropitta innerhalb der Familie der Pittas (Pittidae).

Die Art kommt auf den Philippinen inklusive der weit im Westen liegenden philippinischen Inseln Palawan und Balabac vor.

Die Art war Teil des Erythropitta erythrogaster-Komplexes Blaubrustpitta und wurde aufgrund morphologischer Unterschiede im Jahre 2016 abgetrennt.Species Updates IOC Version 6.3 (Juli 2016)

Der präferierte Lebensraum sind dichte Wälder, wobei sie neben Primärwäldern auch Sekundärwälder besiedelt. Sie kommt außerdem in Bambushainen und Dickichten entlang von Fließgewässern vor. Die Höhenverbreitung ist auf den einzelnen philippinischen Inseln unterschiedlich. Auf Luzon reicht die Höhenverbreitung bis auf 610, auf Sibuyan kommt sie dagegen bis auf 858 Höhenmetern vor. Auf Negros wurden Blaubrustpittas noch in Höhenlagen von 1250 Metern beobachtet. Auf dieser Insel sind Wälder mit einer geschlossenen Baumkronenschicht jedoch selten und erst ab dieser Höhenlage anzutreffen.

Der e Artzusatz kommt von und .

Beschreibung mini|Junge Blaubrustpitta in Cagayan de Oro mini|220x220px|Briefmarke der Philippinen von 1979 mit Bartpitta and Philippinen-Blaubrustpitta Die Blaubrustpitta erreicht eine Körperlänge von 15,4 bis 18 Zentimetern und ein Gewicht zwischen 46 und 70 Gramm. Die Körperform ist typisch für Arten aus der Familie der Pittas. Die Beine sind hoch und kräftig. Der Stummelschwanz wirkt wie abgeschnitten. Der Schnabel ist mittellang und leicht nach unten gebogen. Der Kopf ist proportional zum Körper groß, der Hals dagegen so kurz, dass die Blaubrustpitta die für Pittas typische gedrungene Gestalt hat. Die Flügel sind kurz und abgerundet. Sie ragen anders als bei vielen anderen Pittas aber nicht über die Steuerfedern hinaus. Es besteht lediglich ein geringfügiger Geschlechtsdimorphismus: Die Weibchen sind etwas matter als die Männchen gefärbt und die Kehle ist weiß gefleckt. Der Schnabel ist bei beiden Geschlechtern schwarz mit einer helleren Spitze. Die Iris ist dunkelbraun. Die Füße und Beine sind braun bis blaugrau.Erritzoe & Erritzoe: "Pittas of the World". S. 118.

Der Kopf ist rotbraun, im Nacken ist das Gefieder etwas rötlicher. Ein leuchtend blauer Streifen grenzt am hinteren Hals das Kopfgefieder von dem dunkelgrünen vorderen Rücken- und Schultergefieder ab. Der übrige Rücken und der Bürzel sind leuchtend Blau. Die Arm- und Handschwingen sind schwarzbraun und haben teils graublaue Spitzen und jeweils einen weißen Flecken auf der Innenfahne. Die kleinen Flügeldecken sind schwarzbraun, die mittleren und großen Flügeldecken sind blau mit einigen weißen Flecken.

Das Kinn ist blassbraun und geht an der Kehle in ein Dunkelbraun über. Während beim Männchen das Kehlgefieder lediglich etwas hellere Federmitten hat, ist diese Körperpartie beim Weibchen weiß gefleckt. Über die Vorderbrust verläuft bei beiden Geschlechtern ein breites Band, das in der Mitte glänzend blau und an den Brustseiten glänzend grün ist. Die untere Brust, der Bauch und die Unterschwanzdecken sind leuchtend rot.

Im Verbreitungsgebiet der Blaubrustpitta kommt auch die Kappenpitta vor, die die gleichen Lebensräume wie diese Art besiedelt. Die Kappenpitta hat einen rein schwarzen Kopf mit einer rötlich braunen Kappe und lässt sich daran von der Blaubrustpitta unterscheiden.Erritzoe & Erritzoe: "Pittas of the World". S. 119.

Geografische Variation Die Art wurde im Jahre 2017 als monotypisch ausgewiesen, jetzt werden jedoch folgende Unterarten anerkannt: E. e. erythrogaster , 1823, Nominatform – Philippinen außer Calamian-Inseln, Palawan und Sulu-Archipel E. e. propinqua , 1877R. B. Sharpe: Brachyurus propinquus. In: Transactions of the Linnean Society of London, Zoology, Serie 2, Band 1, S. 330, 1877, Biodiversity Library – Palawan und Calamian-Inseln, oberer Rücken kobaltblau, etwas Grün auf dem Rücken, braune Unterflügeldecken manchmal mit schmalen blauen Rändern. Enthält als Syn. Pitta erythrogaster thompsoni und S. D. Ripley und D. S. Rabor: Pitta erythrogaster thompsoni. In: Postilla, Band 73, S., 5, 1962, Biodiversity Library E. e. yairocho , 1935M. Hachisuka: Pitta erythrogastra yairocho. In: Birds of the Philippines, Band 4, Teil 2, S. 259, 1935 – Sulu-Archipel, schwarze Kehle ohne Weiß beim Männchen, beim Weibchen rauchig-kastanienfarbene Kehle, längere Schulterfedern, Bürzel grün, Brust ohne Blau E. e. inspeculata und , 1894A. B. Meyer und L. W. Wiglesworth: Pitta inspeculata. In: Journal für Ornithologie, Band 42, S. 245, 1894, Biodiversity Library – Talaud-Inseln, Oberseite und Brustseiten kobaltblau ohne Grün, dunkelbraune Kopfkappe, schwarze Kehle ohne oder nur mit wenig Weiß, kräftigerer roter Bauch, etwas längerer Schnabel, kürzere Flügel

Pitta erythrogaster thompsoni wird von AviList als eigenständige Unterart geführt.

Lebensweise Die Art ist wahrscheinlich ein Standvogel. Sie frisst eine große Bandbreite an Insekten und ihren Larven. Lediglich Ameisen werden von ihr nicht gefressen.Erritzoe & Erritzoe: "Pittas of the World". S. 121. Nach einigen Berichten soll sie auch grüne Pflanzenteile fressen, zum Beispiel frische Maissaat, dies ist jedoch noch nicht hinreichend untersucht.

Ihre Nahrung findet diese Pitta-Art ausschließlich auf dem Boden, indem sie die dort liegende Laubschicht durchsucht. Sie setzt dabei ähnlich wie eine Drossel ihren Schnabel ein.

Die Brutzeit ist noch nicht hinreichend untersucht. Auf Luzon sind brütende Blaubrustpitta im August und auf Palawan im September beobachtet worden. Jungvögel wurden auf Luzon auch noch im Dezember beobachtet. Das Nest befindet sich gewöhnlich auf dem Erdboden und wird häufig direkt in der Nähe eines Baumstammes gebaut. Sehr selten wird das Nest auch auf einem niedrigen Ast oder einem Baumstumpf errichtet. Das Gelege besteht gewöhnlich aus zwei Eiern. Brutdauer und Nestlingszeit sind bislang noch wenig untersucht.

Gefährdungssituation Die Bestandssituation der Blaubrustpitta wird von der IUCN als nicht gefährdet (least concern) eingestuft.

Literatur C. J. Temminck: Pitta erythrogaster. In: Nouveau recueil de planches coloriées d'oiseaux, pour servir de suite et de complément aux planches enluminées de Buffon livr.36, Band 2, S. 212,1823, Biodiversity Library

Johannes Erritzøe und Helga Erritzoe: Pittas of the World – A Monograph on the Pitta Family. The Lutterworth Press, Cambridge 1998, ISBN 0-7188-2961-1. Q. Phillipps und K. Phillipps: Phillipps' Field Guide to the Birds of Borneo: Sabah, Sarawak, Brunei, and Kalimantan, 3. Auflage, S. 216, 2014, Princeton University Press, ISBN 978-0-691-16167-9.

Weblinks

Macaulay Library

Einzelbelege J. Erritzoe und G. M. Kirwan: Philippine Pitta (Erythropitta erythrogaster). In: J. del Hoyo, A. Elliott, J. Sargatal, D. A. Christie und E. de Juana (Herausgeber): Handbook of the Birds of the World Alive, 2017 G. M. Kirwan, J. Erritzoe, J. del Hoyo, N. Collar und P. F. D. Boesman: Philippine Pitta (Erythropitta erythrogaster), version 2.0. In: B. K. Keeney (Herausgeber): Birds of the World. 2022, Cornell Lab of Ornithology, Ithaca, NY, USA, Erythropitta erythrogaster J. A. Jobling: A Dictionary of Scientific Bird Names. Oxford University Press. 1991. ISBN 0-19-854634-3. AviList Core Team. 2025. AviList: The Global Avian Checklist, v2025. AviList.v2025 IOC World Bird List 15.2 NZ wrens, Sapayoa, asities, broadbills, pittas

M. Irestedt, P. H. Fabre, H. Batalha-Filho, K. A. Jønsson, C. S. Roselaar, G. Sangster und P. G. P. Ericson: The spatio-temporal colonization across the Indo-Pacific by a ‘great speciator’ (Aves, Erythropitta erythrogaster). In: Proceedings of the Royal Society B: Biological Sciences, Band 280, 20130309, 2013, doi.org:10.1098/rspb.2013.0309 N. J. Collar, J. del Hoyo und F. Jutglar: The number of species and subspecies in the Red-bellied Pitta Erythropitta erythrogaster complex: a quantitative analysis of morphological characters. In: Forktail. 31, 2015, S. 13–23. J. A. Eaton, B. van Balen, N. W. Brickle und F. E. Rheindt: Birds of the Indonesian Archipelago: Greater Sundas and Wallacea, 2. Auflage 2021, ISBN 978-84-16728-44-2

Kategorie:Pittas Kategorie:Endemisches Tier der Philippinen