Denis Shapovalov (* 15. April 1999 in Tel Aviv, Israel) ist ein kanadischer Tennisspieler.

Privates Denis Shapovalov wurde in Tel Aviv, Israel, geboren. Sein Vater Wiktor, ein ehemaliger Volleyballspieler, und seine Mutter Tessa, eine Tennistrainerin, emigrierten aus der Sowjetunion. Die Familie zog nach Richmond Hill, Kanada, als Denis noch kein Jahr alt war. Seit er fünf Jahre alt war, trainierte er mit seiner Mutter, die einen Tennisclub in Vaughan eröffnete – auch um ihrem Sohn einen Trainingsstützpunkt zu bieten. Shapovalov ist mit der schwedischen Tennisspielerin Mirjam Björklund liiert. Das Paar heiratete am 9. September 2025.

Karriere Bis 2016: Junior Tour Mit 14 Jahren spielte Shapovalov 2013 erstmals auf der Tour der Junioren. Im selben Jahr gewann er seinen ersten Titel. Seine größten Erfolge auf der Tour feierte er im Jahr 2016, als er bei den French Open das Halbfinale erreichte sowie in Wimbledon, wo er im Finale Alex de Minaur bezwang. Darüber hinaus gewann er den Doppelwettbewerb der US Open 2015 und stand 2016 auch im Doppelfinale von Wimbledon. Der Erfolg führte Shapovalov bis auf Platz 2 der Junior-Weltrangliste.

Ab 2016 Nachdem Shapovalov 2015 bereits kleine Erfolge bei Turnieren der ITF Future Tour gefeiert hatte (u. a. ein Halbfinale und einen Doppeltitel), spielte der Kanadier 2016 vermehrt bei den Profis. Hier gewann er Ende Januar seinen ersten Einzel-Future-Titel. Wenig später spielte er erstmals erfolgreich ein Turnier der ATP Challenger Tour in Drummondville, an dem er dank einer Wildcard teilnehmen konnte. Hier stieß er nach Siegen gegen die Nummer 101 der Welt Austin Krajicek und Renzo Olivo bis ins Halbfinale vor. Durch diesen Erfolg rückte er in die Top 500 der Weltrangliste vor.

Mitte 2016 konnte Shapovalov mit den Citi Open in Washington, D.C. erstmals an einem Turnier der ATP Tour, erneut dank einer Wildcard, teilnehmen. Hier war Lukáš Lacko in drei Sätzen noch eine Nummer zu groß. Einen Monat später beim Rogers Cup in Toronto gelang ihm jedoch mit einem Sieg gegen den Weltranglisten-19. Nick Kyrgios eine Überraschung. Er gewann mit 7:6, 3:6, 6:3, verlor in Runde zwei jedoch gegen Grigor Dimitrow. Bis zum Ende des Jahres spielte er ausschließlich Challengers, wo er ein weiteres Mal – in Gatineau – ein Halbfinale erreichte. Das Jahr beendete der 17-Jährige auf Platz 250, knapp 1000 Plätze besser als im Vorjahr.

Im März 2017 konnte Shapovalov seinen ersten Titelgewinn auf der ATP Challenger Tour in Drummondville feiern, als er im Finale Ruben Bemelmans mit 6:3, 6:2 bezwang. Durch diesen Erfolg schaffte er erstmals den Sprung in die Top 200 der Weltrangliste. Shapovalov erreichte im August 2017 beim Rogers Cup in Montreal das Halbfinale bei einem Masters. Er bezwang zunächst im Achtelfinale den an Nummer eins gesetzten Rafael Nadal in drei Sätzen. Nach einem Viertelfinalsieg gegen Adrian Mannarino verlor er gegen den späteren Turniersieger Alexander Zverev in zwei Sätzen. Durch diesen Erfolg gelang Shapovalov das erste Mal der Sprung unter die Top 100 der Weltrangliste.

Nach einer durchwachsenen Saison 2018 erreichte Shapovalov im März 2019 in Miami sein zweites Masters-Halbfinale. In diesem verlor er mit 2:6, 4:6 gegen Roger Federer. Am 20. Oktober 2019 holte Shapovalov in Stockholm seinen ersten Titel auf der ATP Tour. Im Finale bezwang er den Serben Filip Krajinović mit 6:4, 6:4. Mit dem erstmaligen Finaleinzug beim Masters in Paris, erreichte Shapovalov mit Platz 15 in der Weltrangliste sein bis dato bestes Ranking.

Nach der Wiederaufnahme des Spielbetriebs 2020 nach der COVID-19-Pandemie, gelang Shapovalov bei den US Open der erstmalige Einzug in ein Grand-Slam-Viertelfinale. In diesem unterlag er dem Spanier Pablo Carreño Busta in fünf Sätzen. Nach seinem Halbfinaleinzug beim Rom Masters wurde Shapovalov das erste Mal in seiner Karriere unter den Top 10 der Weltrangliste geführt.

2021 bis 2026 2021 erreichte Shapovalov in Wimbledon erstmals das Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers. Auf dem Weg dorthin besiegte er unter anderem Andy Murray und Karen Chatschanow, ehe er dem späteren Turniersieger Novak Đoković unterlag. Bei den Australian Open 2022 erreichte er nach einem Sieg über Alexander Zverev das Viertelfinale, in dem er dem späteren Sieger Rafael Nadal nach fünf Sätzen unterlag. Nach dem Erreichen des Achtelfinals von Wimbledon 2023 beendete Shapovalov seine Saison wegen einer Knieverletzung vorzeitig und fiel rund sechs Monate aus. Im Januar 2024 kehrte er auf die Tour zurück. Im November gewann er als Qualifikant in Belgrad seinen zweiten ATP-Titel und damit seinen ersten Turniersieg seit 2019. Seinen bis dahin größten Karriereerfolg feierte Shapovalov im Februar 2025 beim ATP-500-Turnier in Dallas. Auf dem Weg zum Titel besiegte er mit Taylor Fritz, Tommy Paul und Casper Ruud drei Top-10-Spieler; im Finale bezwang er Ruud mit 7:6, 6:3. Im Juli desselben Jahres gewann er in Los Cabos seinen vierten ATP-Titel. 2026 erreichte Shapovalov als Titelverteidiger in Dallas erneut das Halbfinale sowie in München das Viertelfinale. Während der Rasensaison erlitt er zunächst eine Rippenfraktur und anschließend eine Schulterverletzung, aufgrund derer er sein Erstrundenmatch in Wimbledon aufgeben musste. Bei seiner Rückkehr in Los Cabos erreichte er erneut das Finale, unterlag dort jedoch dem Franzosen Arthur Géa mit 3:6, 4:6.

Davis Cup 2015 gewann Denis Shapovalov mit Félix Auger-Aliassime und Benjamin Sigouin die Juniorausgabe des Davis Cups. Der Titel war Kanadas erster Sieg bei dieser Veranstaltung.

Er spielte dann 2016 erstmals für die kanadische Davis-Cup-Mannschaft in der Weltgruppen-Relegation gegen Chile. Dort spielte er im, angesichts des Standes von 3:0, nicht mehr relevanten vierten Match gegen Cristian Garín und gewann in zwei Sätzen. In der Erstrunden-Begegnung des Davis Cup 2017 gegen Großbritannien spielte Shapovalov die fünfte und entscheidende Partie gegen Kyle Edmund. Aus Enttäuschung über eigene Fehler drosch er beim Stand von 0:2 Sätzen einen Ball weg und traf damit den Stuhlschiedsrichter ins Auge. Shapovalov wurde dafür disqualifiziert, Großbritannien gewann die Begegnung.

2022 gewann Shapovalov, gemeinsam mit Auger-Aliassime, Vasek Pospisil, Alexis Galarneau und Gabriel Diallo den Davis Cup. Dies war der erste Triumph Kanadas seit Gründung des Teambewerbs im Jahr 1900.

Erfolge Legende (Anzahl der Siege) Grand Slam ATP Finals ATP Tour Masters 1000 ATP Tour 500 (1) ATP Tour 250 (3) ATP Challenger Tour (2)ATP-Titel nach Belag Hartplatz (4) Sand (0) Rasen (0)

Einzel Turniersiege ATP Tour Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Ergebnis 1. 20. Oktober 2019 Hartplatz (i) 6:4, 6:4 2. 4. November 2024 Hartplatz (i) 6:4, 6:4 3. 9. Februar 2025 Hartplatz (i) 7:65, 6:3 4. 20. Juli 2025 Hartplatz 6:4, 6:2

ATP Challenger Tour Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Ergebnis 1. 19. März 2017 Hartplatz (i) 6:3, 6:2 2. 23. Juli 2017 Hartplatz 6:1, 3:6, 6:3

Finalteilnahmen Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Ergebnis 1. 3. November 2019 Hartplatz (i)3:6, 4:6 2. 22. Mai 2021 Sand 6:76, 4:6 3. 13. November 2021 Hartplatz (i) 4:6, 6:2, 4:6 4. 2. Oktober 2022 Hartplatz 4:6, 6:75 5. 30. Oktober 2022 Hartplatz (i) 6:4, 3:6, 2:6 6. 1. August 2026 Hartplatz 3:6, 4:6

Doppel Finalteilnahmen Nr. Datum Turnier Belag Partner Finalgegner Ergebnis 1. 16. Juni 2019 Rasen 5:7, 3:6 2. 18. Februar 2022 Hartplatz Rohan Bopanna 6:74, 1:6

Bilanz Einzel

Stand: 6. April 2025

Weblinks

Einzelnachweise

Kategorie:Davis-Cup-Spieler (Kanada) Kategorie:Israelischer Emigrant in Kanada Kategorie:Kanadier Kategorie:Geboren 1999 Kategorie:Mann