mini| Jari-Matti Latvala
Die 13. Rallye Mexiko war der dritte von 13 FIA-Weltmeisterschaftsläufen 2016. Die Rallye bestand aus 21 Wertungsprüfungen und wurde zwischen dem 3. und dem 6. März gefahren.
Hintergrund Route Der Servicepark der Rallye befand sich auch in diesem Jahr bei León, der fünftgrößten Stadt Mexikos, rund 400 Kilometer nordwestlich von Mexiko-Stadt.
Am Donnerstagabend wurden drei kurze Wertungsprüfungen gefahren bei Guanajuato. Diese kurzen WPs sind besonders interessant und überschaubar für die zahlreichen mexikanischen Zuschauer, die auch in diesem Jahr kamen. Am Samstag und Sonntag wurden die Wertungsprüfungen näher bei León gefahren, die Fahrten zum Servicepark wurden dadurch verkürzt. Am Sonntag stand die längste Wertungsprüfung mit 80 Kilometern Länge auf dem Programm. Diese WP wurde nur einmal gefahren und war die längste Wertungsprüfung in der Rallye-Weltmeisterschaft seit 1983.
Fahrer und Technik Die Fahrer haben seit der Rallye Australien 2015 keine Rallye gefahren auf Schotterstraßen, sie mussten sich zuerst wieder auf dem losen Untergrund einfahren. Der höchste Punkt der Rallye befand sich auf 2737 Meter über Meer. In der dünnen Luft verloren die Motoren 20 Prozent an Leistung, dazu kamen hohe Temperaturen um die 30 Grad Celsius. Die Fahrer und die Technik wurde unter diesen Bedienungen besonders beansprucht.
Teams Aus finanziellen Gründen verzichtete das Privat-Team Abu Dhabi Total WRT auf einen Start bei der Rallye Mexiko 2016. Auch Robert Kubica trat mit seinem eigenen Team, ebenfalls aus finanziellen Gründen, in Mexiko nicht an.
Berichte 1. Tag (Donnerstag, 3. März) Nachdem Hyundai-Fahrer Thierry Neuville die erste Wertungsprüfung für sich entscheiden konnte, hatte Sébastien Ogier (Volkswagen) in der zweiten und dritten Wertungsprüfung Bestzeit gefahren. Er führte die Konkurrenz nach dem ersten Tag mit 1.7 Sekunden Vorsprung, vor Neuville, an. motorsport-total.com: Sebastien Ogier nach gutem Start vorne, abgerufen am 5. März 2016
2. Tag (Freitag, 4. März) Jari-Matti Latvala (Volkswagen) konnte wegen seiner Ausfälle bei der Rallye Monte Carlo und der Rallye Schweden auf der achten Position in die Wertungsprüfungen starten. Die Konkurrenten vor ihm hatten die Ideallinie sauber gefahren. Entscheidend war am Freitag die 54 Kilometer lange Wertungsprüfung El Chocolate, wo Latvala mit 22 Sekunden Vorsprung die Bestzeit vor Teamkollege Sébastien Ogier herausfuhr, der als Führender in der Weltmeisterschaft jeweils als Erster auf die Wertungsprüfungen musste. Eine Schrecksekunde hatte Ogier in der vierten Wertungsprüfung zu überstehen. Unmittelbar vor ihm überquerten einige Kühe die Straße. Mit viel Glück vermied der Weltmeister eine Kollision mit einem Tier.
Andreas Mikkelsen (Volkswagen) lag auf Rang vier schon mehr als eine Minute hinter Ogier. Nach Fahrfehlern am Vormittag bremste ihn am Nachmittag technische Probleme ein.
Gesamtrang drei hielt Dani Sordo, obwohl der Hyundai i20 WRC einige Probleme machte. Das Gaspedal reagierte beim Drücken nicht richtig und Sordo musste aufpassen, dass er seine Bremsen nicht überhitzte.
Thierry Neuville (Hyundai) musste seine Hoffnung auf einen Spitzenrang in der ersten Wertungsprüfung des Tages bereits aufgeben. Rund zehn Kilometer vor dem Ziel von El Chocolate drehte sich Neuville auf einer Kuppe und schlug mit seinem Auto an einem großen Stein an, wobei die linke Vorderradaufhängung brach. Neuville konnte seine Fahrt nicht mehr fortsetzen. Teamkollege Hayden Paddon, der auf dem fünften Gesamtrang lag am Freitagabend, zog sich eine ungewöhnliche Verletzung zu. Kurz nach dem Start der Wertungsprüfung fünf schlug Paddon an einer Mauer an und er hatte sich dabei ein Rad beschädigt. Bei der anschließenden Reparatur berührte Paddon heiße Fahrzeugteile und er zog sich leichte Verbrennungen an der Hand zu, die während des Mittagsservices vom Teamarzt behandelt wurden.
3. Tag (Samstag, 5. März) Sébastien Ogier (Volkswagen) hatte seinem Teamkollegen Jari-Matti Latvala auch am Samstag nichts entgegenzusetzen. Nach 19 Wertungsprüfungen hatte Latvala einen Vorsprung von über 1:30 Minuten und er gewann insgesamt 10 Wertungsprüfungen im laufenden Wettbewerb.
Den dritten Rang hielt mit mehr als zwei Minuten Vorsprung vor Verfolger Mads Østberg (Ford), Dani Sordo (Hyundai). Mit guten Fahrten am Sonntag könnte Sordo bei der dritten Rallye des Jahres für den dritten Podiumsrang für Hyundai sorgen. Allerdings kam er wie schon am Freitag nicht problemlos durch den Tag. In der 13. Wertungsprüfung fiel der Lüfter am Kühler aus, woraufhin der Motor überhitzte und an Leistung verlor.
Für Thierry Neuville (Hyundai) geriet die Rallye Mexiko am Samstag endgültig zum Debakel. Nachdem er am Freitag bereits bei der ersten WP des Tages ausgeschieden und unter dem Rallye-2-Reglement wieder in den Wettbewerb zurückgekehrt war, verunfallte er bei der zwölften Wertungsprüfung schwer. Zur Sicherheit wurde Neuville zur Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht, wo keine Verletzungen festgestellt wurden. motorsport-total.com: Jari-Matti Latvala stürmt dem Sieg entgegen, abgerufen am 6. März 2016
4. Tag (Sonntag, 6. März) Jari-Matti Latvala (Volkswagen) nutzte seine hintere Startposition an den ersten Tagen perfekt aus und er war am Freitag und Samstag der Schnellste. Den beruhigenden Vorsprung auf seinen Teamkollegen Sébastien Ogier musste Latvala am Schlusstag nur noch geschickt verwalten und er lag nach 21 Wertungsprüfungen mit 1:05.0 Minuten vor dem amtierenden Weltmeister. Mit dem zweiten Rang und drei zusätzlichen WM-Punkten aus der Power-Stage ist Ogier jedoch der eigentliche Gewinner der Rallye Mexiko, auch wenn er seinen vierten Sieg in Folge verpasste. Da sein unmittelbarer Verfolger in der Fahrer-Weltmeisterschaft Andreas Mikkelsen (Volkswagen) ausfiel und Mads Østberg (Ford), sowie Hayden Paddon (Hyundai) hinter ihm klassiert wurden, baute Ogier die WM-Führung aus und er hatte nach drei von 14 Rallyes bereits 38 Punkte Vorsprung auf Østberg.
Dani Sordo hatte den dritten Rang bei der Rallye Mexiko nachträglich verloren. Der Hyundai-Fahrer bekam eine Zeitstrafe von zwei Minuten, weil er während der viertägigen Rallye einen Reifen mehr als erlaubt war benutzt hatte. Wegen der Strafe fiel Sordo von Rang drei auf Rang vier zurück. Von der Strafe profitierte Mads Østberg, der Sordos dritten Rang einnahm. Nach der Zeitstrafe trennten sich die beiden Piloten nur um 1.5 Sekunden. motorsport-total.com: Dani Sordo verliert Rang drei, abgerufen am 9. März 2016
Meldeliste Nicht als WRC, WRC-2 und WRC-3 gemeldete Fahrzeuge wurden in dieser Liste nicht erfasst. Nr Fahrer Beifahrer Team Auto Klasse 1 Sébastien Ogier Julien Ingrassia Volkswagen Motorsport Volkswagen Polo R WRC WRCRC1 2 Jari-Matti Latvala Miikka Anttila Volkswagen Motorsport Volkswagen Polo R WRC WRCRC1 3 Thierry Neuville Nicolas Gilsoul Hyundai Motorsport Hyundai i20 WRC WRCRC1 4 Dani Sordo Marc Marti Hyundai Motorsport Hyundai i20 WRC WRCRC1 5 Mads Østberg Ola Fløne M-Sport World Rally Team Ford Fiesta RS WRC WRCRC1 6 Eric Camilli Nicolas Klinger M-Sport World Rally Team Ford Fiesta RS WRC WRCRC1 9 Andreas Mikkelsen Anders Jæger Volkswagen Motorsport II Volkswagen Polo R WRC WRCRC1 12 Ott Tänak Raigo Mõlder Drive Dmack WRT Ford Fiesta RS WRC WRCRC1 16 Benito Guerra jr. Borja Rozada Benito Guerra jr. Ford Fiesta RS WRC WRCRC1 20 Hayden Paddon John Kennard Hyundai Motorsport N Hyundai i20 WRC WRCRC1 21 Martin Prokop Jan Tománek Jipocar Czech National Team Ford Fiesta RS WRC WRCRC1 31 Hubert Ptaszek Maciej Szczepaniak Peugeot Sport Slovakia Peugeot 208 T16 WRC-2RC2 32 Teemu Suninen Mikko Markkula TGS Worldwide OU Škoda Fabia R5 WRC-2RC2 33 Massimiliano Rendina Emanuele Inglesi Motorsport Italia Ford Fiesta R5 WRC-2RC2 34 Radik Shaymiev Maxim Tsvetkov TAIF Motorsport Ford Fiesta R5 WRC-2RC2 35 Nasser Al-Attiyah Matthieu Baumel Nasser Al-Attiyah Škoda Fabia R5 WRC-2RC2 36 Abdulaziz Al-Kuwari Marshall Clarke Culture & Sport Qatar Rally Team Škoda Fabia R5 WRC-2RC2 37 Lorenzo Bertelli Simone Scattolin FWRT s.r.l. Ford Fiesta RS WRC WRCRC1 38 Armin Kremer Pirmin Winklhofer BRR Baumschlager Rallye & Racing Team Škoda Fabia R5 WRC-2RC2 39 Khalid Mohammad Al-Suwaidi Giovanni Bernacchini Culture & Sport Qatar Rally Team Ford Fiesta R5 WRC-2RC2 42 Nicolas Fuchs Fernando Mussano Nicolas Fuchs Škoda Fabia R5 WRC-2RC2 44 Ricardo Triviño Marco Hernández Triviño World Rally Team Citroën DS3 R5 WRC-2RC2 61 Michel Fabre Maxime Vilmot Sainteloc Junior Team Citroën DS3 R3T Max WRC-3RC3 Icon Klasse WRC WRC Werksteams und um Herstellerpunkte eingetragene Privatteams WRC Werksteams und um nicht Herstellerpunkteeingetragene Privatteams WRC-2 Gemeldet für WRC-2 WRC-3 Gemeldet für WRC-3 (JWRC) Quelle:ewrc-results.com: Entry list, abgerufen am 20. Februar 2016
Klassifikationen Endergebnis Rang Fahrer Beifahrer Auto Zeit Rückstand Punkte + Power Stage WRC 1 Jari-Matti Latvala Miikka Anttila Volkswagen Polo R WRC 4:25:57.4 25 + 2 2 Sébastien Ogier Julien Ingrassia Volkswagen Polo R WRC 4:27:02.4 01:05.0 18 + 3 3 Mads Østberg Ola Fløene Ford Fiesta RS WRC 4:31:33.8 05:36.4 15 4 Dani Sordo Marc Mari Hyundai i20 WRC 4:31:35.3 5:37.9 12 5 Hayden Paddon John Kennard Hyundai i20 WRC 4:32:20.0 06:22.6 10 + 1 6 Ott Tänak Raigo Mõlder Ford Fiesta RS WRC 4:35:56.9 09:59.5 8 7 Martin Prokop Jan Tománek Ford Fiesta RS WRC 4:38:55.9 12:58.5 6 8 Lorenzo Bertelli Simone Scattolin Ford Fiesta RS WRC 4:40:07.0 14:09.6 4 9 Teemu Suninen Mikko Markkula Škoda Fabia R5 4:43:59.2 18:01.8 2 10 Valeriy Gorban Volodymyr Korsia Mini Cooper WRC 4:58:34.7 32:37.3 1 WRC2 1 (9) Teemu Suninen Mikko Markkula Škoda Fabia R5 4:43:59.2 18:01.8 25 2 (11) Hubert Ptaszek Maciej Szczepaniak Peugeot Sport Slovakia 5:04:10.8 38:13.4 18 3 (12) Maximiliano Rendina Emanuele Inglesi Škoda Fabia R5 5:08:04.6 42:07.2 15 4 (14) Nicolas Fuchs Fernando Mussano Ford Fiesta R5 5:20:54.8 54:57.4 12 5 (17) Armin Kremer Pirmin Winklhofer Škoda Fabia R5 5:52:06.0 1:26:08.6 10 WRC3 1 (15) Michel Fabre Maxime Vilmot Citroën DS3 R3T Max 5:34:30.7 1:08:33.3 25
Wertungsprüfungen