mini|Wilhelm Streckfuß um 1890. Foto von Wilhelm Fechner mini|Farbkasten von Wilhelm Streckfuß Karl Wilhelm Streckfuß (* 3. November 1817 in Merseburg; † 6. November 1896 in SchönebergStandesamt Schöneberg I, Sterberegister Nr. 898/1896. Landesarchiv Berlin.) war ein deutscher Historien-, Porträt-, Genre- und Landschaftsmaler.
Leben Wilhelm Streckfuß, ein Sohn des Schriftstellers und Übersetzers Karl Streckfuß und Bruder des Schriftstellers Adolf Streckfuß, begann 1832 ein Studium an der Königlich Preußischen Akademie der Künste in Berlin, u. a. in der Zeichenklasse von Friedrich Wilhelm Herbig. Zwischen 1836 und 1840 absolvierte er ein Studium an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Carl Sohn. Von 1838 bis 1892 erfolgte die regelmäßige Teilnahme an den Berliner Akademie-Ausstellungen. 1840 eröffnete er ein eigenes Atelier in der Mohrenstr. 15 in Berlin. Er war von 1841 bis 1843 als Schüler im Atelier von Paul Delaroche in Paris. Von 1843 bis 1844 lebte er in Rom und Süditalien, anschließend kehrte er nach Berlin zurück. 1845 erfolgte ein dreimonatiger Aufenthalt in den Alpen. 1858 erschien sein Lehrbuch der PerspektiveWilhelm Streckfuß: Lehrbuch der Perspective. Für den Selbst-Unterricht bearbeitet, Breslau 1858 (Verlag Eduard Trewendt)Vgl. dazu auch die zeitgenössische Rezension des „Lehrbuchs der Perspective“ in: Die Dioskuren. Zeitschrift für Kunst, Kunstindustrie und künstlerisches Leben, Berlin 1858, III. Jg., S. 90. (Digitalisat: ) und in den 1860er Jahren Beiträge zur Perspektive in den Dioskuren, u. a. zu der von ihm konzipierten FluchtpunktschieneDie Entwicklung und Funktion der Fluchtpunktschiene erläutert Streckfuß detailliert in: Perspective des rechten Winkels in schräger Ansicht - Neue Constructionen, Breslau 1867, S. 15ff.. 1868 wurde Streckfuß der Professorentitel verliehen.S. Protokoll der Sitzung des Akademischen Senats vom 25. Juli 1868; Archiv der Akademie der Künste Berlin, Signatur PrAdK 0065. Von diesem Jahr an war er Lehrer für Perspektive an der Zeichenschule des Vereins der Künstlerinnen und Kunstfreundinnen in Berlin. Von 1876 bis 1877 war er Stellvertreter des Professors Pohlke an der Königlichen Akademie der bildenden Künste und wurde anschließend dessen Nachfolger als ordentlicher Lehrer der Perspektivklasse.
Privates Wilhelm Streckfuß heiratete im Mai 1870 die Blumenmalerin Betty Charlotte Henriette geb. Tilike (1837–1871).
Schülerinnen und Schüler (Auswahl) Mathilde Block (1850–1932), Raoul Frank (1867–1939), Franz Stassen (1869–1949), Grete Waldau (1868–1951).
Werke Quelle:Die Titel von ca. 100 Gemälden von Wilhelm Streckfuß werden genannt in: Katalog von werthvollen Oelgemälden, Aquarellen und Zeichnungen meist erster neuerer Meister, mit 21 Illustrationen: öffentliche Versteigerung: Dienstag, den 24 October 1899 und folgenden Tag (Katalog Nr. 1193), Rudolph Lepke's Kunst-Auctions-Haus, Berlin 1899; digital: https://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/lepke1899_10_24/0001.
Pariser Zeit Das Atelier des Künstlers in Paris, um 1843, Leinwand auf Pappe aufgezogen, 31 × 37 cm, Inv. KM 42/1921, Berlin, Stiftung Stadtmuseum (Taf. XXII). Parc Luxembourg, Ölstudie, Verbleib unbekannt (Streckfuß 1946, S. 10). Blick über die Dächer von Paris, Ölstudie, Verbleib unbekannt (ebd.). Blick auf eine Hinterhausfront, Bleistiftskizze, Verbleib unbekannt (ebd.). Landschaftsmalerei Landschaft auf Rügen, Ölgemälde, um 1858, Verbleib unbekanntErwähnt in: Oliver Gradel: Kunstausstellungen im Oldenburger Kunstverein, 1843–1914. Ein Gesamtverzeichnis. Oldenburgische Landschaft, Oldenburg 2005 (Wilhelminische Studien; 4), S. 184.. Eichen im Neuenburger Urwald bei Abend, 1861, Aquarell; Archiv des Heimatvereins Varel. Wasserfall im Ilsetal im Harz, o. J., Aquarell. Interieurs und Gebäude/Architektur Schulhaus auf dem Gesundbrunnen, 1869, Aquarell; Stiftung Stadtmuseum Berlin. Schlafzimmer Friedrich des Großen in Rheinsberg, Aquarell, Entstehung und Verbleib unbekannt. Wilhelm Streckfuß: Das Atelier des Künstlers in Berlin, Aquarell, 1860er Jahre, Verbleib unbekannt. Porträts Porträt einer jungen Dame mit Maiglöckchen im Haar (Allegorie auf den Frühling), 1846, Öl auf Leinwand, Verbleib unbekannt. Porträt des Dirigenten und Pianisten Hans von Bülow, 1856, AquarellEine Abbildung des Porträts in: Maren Goltz, Hertha Müller: Königin und Täubchen. Die Briefe von Cosima Wagner an Ellen Franz / Helene von Heldburg. München 2014, online: Selbstporträt, um 1880, Aquarell
Auszeichnungen Roter Adlerorden IV. Klasse (1894)
Literatur Streckfuss, Karl Wilhelm. In: Friedrich von Boetticher: Malerwerke des neunzehnten Jahrhunderts. Beitrag zur Kunstgeschichte. Dresden 1898, Band II, S. 352. Jan Siefke Kunstreich: Wilhelm Streckfuß, ein Gast an der Kieler Förde. In: Nordelbingen Jg. 34 (1965), S. 255–260. Lisa Hackmann: Streckfuß, Karl Wilhelm. In: Bénédicte Savoy, France Nerlich (Hrsg.): Pariser Lehrjahre. Ein Lexikon zur Ausbildung deutscher Maler in der französischen Hauptstadt. Band 1: 1793–1843. De Gruyter, Berlin/Boston 2013, ISBN 978-3-11-029057-8, S. 279–281.
Einzelnachweise
Kategorie:Maler (Berlin) Kategorie:Hochschullehrer (Akademische Hochschule für die bildenden Künste) Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 4. Klasse Kategorie:Geboren 1817 Kategorie:Gestorben 1896 Kategorie:Mann