Gaugeac (, ) ist eine französische Gemeinde mit Einwohnern (Stand: ) im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Sie gehört zum Arrondissement Bergerac und zum Gemeindeverband Communauté de communes des Bastides Dordogne-Périgord. Die Einwohner werden Gaujacois und Gaujacoises genannt.
Geografie
Gaugeac liegt etwa 60 Kilometer südsüdöstlich von Périgueux, etwa 37 Kilometer südwestlich von Sarlat-la-Canéda und etwa 38 Kilometer südöstlich von Bergerac im Südosten des Départements an der Grenze zum benachbarten Département Lot-et-Garonne. Die Gemeinde im Südwesten der Landschaft des Bergeracois, Teil des touristisch benannten Périgord pourpre. Das Gemeindegebiet befindet sich im Einzugsgebiet der Garonne und wird entwässert vom Dropt und vom Flüsschen Soulauret, einem seiner linken Nebenflüsse.
Das Département Dordogne liegt auf der Nordplatte des Aquitanischen Beckens und grenzt im Nordosten an einen Rand des Zentralmassivs. Es weist eine große geologische Vielfalt auf. Das Gelände ist in der Tiefe in regelmäßigen Schichten angeordnet, die von der Sedimentation auf dieser alten Meeresplattform zeugen. Das Département lässt sich daher geologisch in vier Stufen unterteilen, die sich nach ihrem geologischen Alter unterscheiden. Gaugeac liegt auf der vierten Stufe von Nordosten, einem Plateau aus Kieselsandsteinablagerungen und lakrustinen Kalksteinen aus dem Tertiär. Die im Gemeindegebiet hervortretenden Schichten bestehen aus Oberflächenformationen aus dem Quartär und aus Sedimentgesteinen, teils aus dem Känozoikum, andere aus dem Mesozoikum.
Das Gebiet von Gaugeac erstreckt sich über eine insbesondere im Südosten bewaldete Hügellandschaft, die von den Tälern der genannten Fließgewässer markant eingeschnitten wird. Ihre Erhebungen erreichen im Norden und im Südosten Höhen über . Der topografisch höchste Punkt liegt mit im Nordosten in der Nähe des Lieu-dit Bonneville, der tiefste Punkt mit im äußersten Südwesten beim Austritt des Dropt aus dem Gemeindegebiet. Die Gemeinde besitzt kein eigentliches Zentrum. Das Bürgermeisteramt (Mairie) liegt im Weiler le Moulin de David oberhalb des Tals des Soulauret auf etwa Höhe.
Rund 55 % der Fläche der Gemeinde werden landwirtschaftlich, hauptsächlich als Grünland genutzt, rund 46 % sind bewaldet.
Umgeben wird Gaugeac von den acht Nachbargemeinden:
Natürliche Risiken mini|Risikokarte zur Quellungs/Schrumpfung von Tonmineralen in Böden für Gaugeac Natürliche Risiken manifestieren sich in Gaugeac neben den meteorologischen Risiken (Sturm, Gewitter, Schnee, extreme Kälte, Hitzewelle) vor allem als Überschwemmungen und den mit ihnen assoziierten Schlammströmen und Hangrutschungen bei langsam ansteigendem Hochwasser Dürren Waldbrände Bodensetzungen
Aufgrund der Schäden, die durch Überschwemmungen, Schlammlawinen und Erdrutschungen in den Jahren 1982, 1996, 1997, 1999, 2003 und 2008 verursacht wurden, wurde für die Gemeinde jeweils der Naturkatastrophenzustand ausgerufen. Im Dossier des Départements über Hauptrisiken sind vorbeugenden Maßnahmen zur Reduktion von Hochwasserschäden festgelegt. Dazu gehört u. a. die Ausweisung von Zonen, die nicht oder nur nach Genehmigung bebaut werden dürfen, die Instandhaltung des Wasserlaufs, um Hindernisse zu begrenzen, und die Schaffung von Regenrückhaltebecken.
Gaugeac ist der Gefahr von Waldbränden ausgesetzt. Im nahezu gesamten Gemeindegebiet besteht deshalb zur Vorbeugung eine rechtliche Pflicht zur Beseitigung von Gestrüpp rund um Häuser und Zufahrten und eine zeitliche und/oder räumliche Beschränkung von offenem Feuer, beispielsweise beim Verbrennen von Abfällen oder Pflanzen, beim Campen oder beim Feuerwerk. Der vom Staat erstellte Plan zur Verhütung von Waldbränden (PPRIF) definiert nicht bebaubare und vorbehaltspflichtige Bauzonen, um die Exposition von Gütern zu verringern.
Wie die Risikokarte zeigt, sind rund 85 % des Gemeindegebiets von einer mittleren bis starken Gefahr durch Bodensetzungen bei abwechselnden Dürre- und Regenperioden betroffen. Die Dürreperiode im Jahr 2005 ist als Naturkatastrophe der Gemeinde klassifiziert worden. Die Erdbebengefahr ist als niedrig einzustufen. Das Gemeindegebiet ist nur einer schwachen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 1 von 3 zugeordnet.
Etymologie und Geschichte Das kleine Dorf wurde im 12. Jahrhundert in den Schriften durch seine Kirche erwähnt in Sanctus Petrus de Gauiac im Jahre 1153. In der Folge erschien Gayac im 13. Jahrhundert und die moderne Schreibweise in latinisierter Form Gaugeacum im Jahre 1317, ein Datum, an dem die Kirche mit der Stiftskirche von Capdrot vereinigt wurde. Das 16. Jahrhundert lieferte Gauiat (1555). Gaugeac kommt von einem gallorömischen Personennamen, Gaudius, dem das Suffix -acum als Eignertitel angehängt wurde (somit Gaudiacum, Anwesen des Gaudius).Siehe Tanet, Hordé, Seite 166
Das Gebiet der Gemeinde war von Menschen der Acheuléen-Zeit bis zur Eisenzeit besiedelt, wie die dort gefundenen bearbeiteten Feuersteine belegen. 1990 wurden in einem unterirdischen Gang, der sich auf Höhe des gemeinschaftlichen Waschhauses öffnete, ein menschlicher Schädel und Tierknochen aus dem Jungpaläolithikum gefunden. Auf Schloss Bonneville wurde ein gallorömischer Töpferofen entdeckt.
Gaugeac wird Mitte des 12. Jahrhunderts wegen seiner Kirche erwähnt, die damals der Abtei Sarlat unterstand. Das Schloss Saint-Germain, das das Dropt-Tal überblickt, wurde im 15. Jahrhundert auf den Ruinen einer alten Adelsresidenz errichtet, die als Aussichtspunkt für das drei Kilometer südlich gelegene Schloss Biron diente. Ihr Lehnsherr, ein Vasall des Lehnsherrn von Biron, wurde 1310 während eines Gottesurteils in der Bastide Molières hingerichtet. 1318 wurde die Pfarrei Gaugeac der Stiftskirche Capdrot zugeordnet. Im Mittelalter wurden die vom Justizsystem der Bastide Monpazier zum Tode Verurteilten im Süden des heutigen Gemeindegebiets, an einem Ort namens Les Potences, gehängt.
Während der Hugenottenkriege wurden 1574 die Burg Saint-Germain und die Pfarrei Gaugeac von Protestanten erobert, später jedoch von lokalen Garnisonen mit Unterstützung königlicher Truppen zurückerobert.
Die Gegend war seit der Antike von Weinbergen geprägt. 1789 war die Hälfte der Pfarrei damit bedeckt. Es kam sogar zu einem Rechtsstreit zwischen den Winzern und dem Weinverwalter des Domkapitels. Da die Eintreibung des Weinzehnten schwierig war, wurde beim Seneschall von Sarlat um Erlaubnis gebeten, dass die Domherren die Weinkeller und -lager besichtigen dürften.
Der Weiler Fargues, in dem sich Schmieden befanden, wurde 1820 durch ein heftiges Feuer zerstört und um 1830 wieder aufgebaut.
Bevölkerungsentwicklung
Sehenswürdigkeiten Kirche Saint-Pierre-ès-Liens Schloss Saint-Germain aus dem 15. Jahrhundert, Fassaden und Dächer des Schlosses und seiner Nebengebäude sind seit 1984 als Monument historique eingeschrieben, die Kamine der ersten Etagen als Monument historique klassifiziert Schloss Bonneville
Wirtschaft Erwerbstätigkeit Im Jahre 2022 waren 45 Personen zwischen 15 und 64 Jahren in Gaugeac erwerbstätig, entsprechend 71,4 % der Bevölkerung der Gemeinde in dieser Altersklasse.
Branchen und Betriebe 11 nicht-landwirtschaftliche Gewerbebetriebe waren im Jahr 2023 in Gaugeac wirtschaftlich aktiv: Branche Anzahl %Gesamt11Baugewerbe327,3 %Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie327,3 %Finanzen und Versicherungen218,2 %Fachbezogene, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten sowie administrative und unterstützende Dienstleistungstätigkeiten218,2 %Andere Dienstleistungen19,1 %
Landwirtschaft Gaugeac liegt in den Zonen mit geschützter Ursprungsbezeichnung (AOP) der Walnüsse des Périgord und des Nussöls des Périgord.
Im Jahr 2020 lag die technisch-ökonomische Ausrichtung der Landwirtschaft der Gemeinde mit dem Fokus auf Polykulturen und/oder Mischbetriebe in der Tierhaltung. Die Zahl der aktiven landwirtschaftlichen Betriebe in der Gemeinde stieg von 16 bei der Landwirtschaftszählung von 1988 auf 17 im Jahr 2000, fiel auf 16 im Jahr 2010 und auf 11 im Jahr 2020, insgesamt ein Rückgang von 31,3 % in 32 Jahren. Die landwirtschaftlich genutzte Fläche verringerte sich von 499 Hektar im Jahre 1988 auf 427 Hektar im Jahre 2020. Die genutzte Fläche pro Betrieb stieg von 31,2 Hektar auf 38,8 Hektar.
Fernwanderwege Der 1932 Kilometer lange Fernwanderweg GR 36 „De la Manche aux Pyrénées“ von Ouistreham (Département Calvados) nach Bourg-Madame (Département Pyrénées-Orientales) durchquert das Gemeindegebiet.
Verkehr Gaugeac liegt fernab von größeren Verkehrsachsen. Die Departementsstraße D 2 bildet die Hauptverkehrsader der Gemeinde. Sie führt im Nordosten nach Monpazier, im Südwesten bis nach Villeréal im Département Lot-et-Garonne. Lokale Landstraßen verbinden die Weilern der Gemeinde und mit Nachbargemeinden.
Literatur
Weblinks
Einzelnachweise
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