Karl Wilhelm Heinrich von Kleist (* 1. November 1836 in Hohennauen; † 2. Januar 1917 in Berlin) war ein preußischer General der Kavallerie. mini|hochkant=0.6|Geburtshaus: v. Rauchhaupt’sches, später v. Bornstedt’sches und v. Kleist’sches Rittergut Hohennauen, um 1864/65, Sammlung Alexander Duncker. Leben Herkunft Karl Wilhelm Heinrich von Kleist stammte aus dem hinterpommerschen uradeligen, in Preußen und dem Baltikum weitverzweigten Geschlecht von Kleist. Innerhalb der Familie gehörte er dem Ast Kleist von Bornstedt an, dem die preußische Krone am 11. April 1803 die Namens- und Wappenvereinigung mit den von Bornstedt genehmigt hatte.Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel). 1975. Band XIII, Band 60 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke-Verlag, Limburg an der Lahn 1975, S. 322. Er war der dritte Sohn des preußischen Majors Ludwig Karl Kleist von Bornstedt (1772–1854), Fideikommissherr auf Hohennauen, und dessen zweiten Ehefrau Wilhelmine von Hanstein (1818–1869).Walter von Hueck: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel). 1975. Band XIII, Band 60 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke-Verlag, Limburg an der Lahn 1975. S. 324. Er hatte eine Schwester Luise, sie lebte in Wiesbanden, und mehrere Halbgeschwister, mit Neffen und Nichten, aus der ersten Ehe des Vaters, die Hohennauen erbten. Jakob Friedrich von Rüchel-Kleist war sein Onkel.
Militärkarriere Als für den väterlichen Fideikommiss nicht erbberechtigter nachgeborener Sohn wählte Kleist den Soldatenberuf. Er trat am 6. März 1856 als Fähnrich in das 10. Husarenregiment der Preußischen Armee ein und wurde dort am 5. Februar 1857 zum Secondeleutnant ernannt. Es folgte nun eine sehr lange Leutnantszeit mit mehrfachen Versetzungen zu anderen Einheiten. So wurde er am 15. Dezember 1863 Adjutant der 8. Kavallerie-Brigade, 1866 Adjutant bei der 7. Division und dort am 20. Juli 1866 zum Premierleutnant befördert. Wieder Adjutant, diesmal in der 11. Kavallerie-Brigade, wurde er schließlich unter Belassung auf seinem Dienstposten überzähliger Rittmeister. Am 14. Dezember 1868 kam er wieder zurück zur Truppe und wurde Eskadronchef. Schließlich wurde er am 24. Oktober 1871 Generalstabsoffizier in der 13. Division, nachdem er vorher einige Monate zum Großen Generalstab abgeordnet worden war. Seit dem 10. September 1872 war er Major. Nach weiteren Verwendungen in verschiedenen Positionen im Generalstab kehrte er 1878 in den Truppendienst zurück und wurde nach Ablauf einer vorübergehenden Beauftragung endgültig Kommandeur des Dragonerregiments Nr. 19 und Oberstleutnant. 1883 wurde er zum Oberst befördert und zum Kommandeur der 31. Kavallerie-Brigade ernannt und 1888 Generalmajor. Schließlich ernannte ihn der Kaiser am 18. Oktober 1891 zum Kommandeur der 10. Division in Posen und zum Generalleutnant. 1898 wurde er zur Disposition gestellt.
Anlässlich seines 50-jährigen Dienstjubiläums 1906 wurde Kleist zum General der Kavallerie befördert.Ergänzungsband zu Band III Familienchronik. Ist: Geschichte des Geschlechts von Kleist. Fortführung 1880-1980. Hrsg. Vorstand des Familienverbandes derer v. Kleist, Ulf Pedersen, Braunschweig 1982, S. 175.
Familie Verheiratet war Kleist seit dem 19. Juni 1869 mit Klara von Gordon (* 6. Juli 1849 in Breslau; † 1920), Tochter der Bertha Jeanette von Schickfuß und Neudorf und des preußischen Generals der Infanterie Hellmuth von Gordon.Kurt von Priesdorff: Soldatisches Führertum. Band 7, Hanseatische Verlagsanstalt Hamburg, o. O. [Hamburg], o. J. , , S. 310, Nr. 2313. Die Tochter Freda Anna Wilhelmine von Kleist (* 18. Mai 1872; † 14. März 1957) heiratete 1895 den Offizier und Hofmarschall Friedrich Rudolf Bernhard von Schwerin auf Stolpe auf Usedom. Daher befindet sich am Schloss Stolpe ein Allianzwappen v. Schwerin v. Kleist. Neben einer weiteren älteren Tochter Isa war der Sohn Rulekin von Kleist, der als Oberstleutnant und Johanniter 1948 in Lausanne starb. Die Enkeltochter Asta, zuletzt verheiratet mit dem Botschafter L. J. Paul-Boncour, starb 1967 in Paris. mini|hochkant|Grabstein in Stolpe. Usedom. Karl Wilhelm Heinrich von Kleist wurde in der Familiengrabstätte in Stolpe beigesetzt, wo sein Grabstein erhalten ist. Sein Gut Pöppelhof im Kreis Rummelsburg (Pommern) wurde zuvor verkauft.Vgl. Jürgen Lux: Rittergut Pöppelhof und Gut Brandheide, Hrsg. Heimatkreis Rummpelsburg in Pommern. Letzte Aktualisierung: 05.06.2016: Stand 8. August 2026.
Auszeichnungen Roter Adlerorden III. Klasse mit Schwertern am Ringe Kronenorden II. Klasse Eisernes Kreuz (1870) II. Klasse Ritterkreuz I. Klasse des Ordens vom Zähringer Löwen mit Eichenlaub und Schwertern Ehrenkomtur des Haus- und Verdienstordens des Herzogs Peter Friedrich Ludwig
Literatur Gustav Kratz u. a.: Die Geschichte des Geschlechts von Kleist. Band III, G. H. Kypke. Heinrich Schindler, Berlin 1878, S. 454. Nr. 757. PDF Bogislav von Kleist: Die Generale der Königlich Preußischen Armee von 1840-1890. Helwingsche Verlagsbuchhandlung, Hannover 1891, S. 937 Nr. 1862. Alexander Freiherr von Dachenhausen: Genealogisches taschenbuch der Adeligen Häuser. 1888. Jahrgang 13, Verlag von Friedrich Irrgang, Brünn/Göttingen November 1887, S. 291–292. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1904. Jahrgang 5, Justus Perthes, Gotha 2. November 1903, S. 424. Herrmann A. L. Degener (Hrsg.): Wer ist`s? Zeitgenossenlexikon. Biographien nebst Bibliographien. Ausgabe I, Selbstverlag, Leipzig Juli 1905, S. 426. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel. 1908. Jahrgang 9, Justus Perthes, Gotha November 1907, S. 390. Walter von Hueck. Erik Amburger, Friedrich Wilhelm Euler, Johann Georg von Rappard: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. A (Uradel). 1975. Band XIII, Band 60 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke-Verlag, Limburg an der Lahn 1975. S. 322–324. Geschichte des Geschlechts von Kleist. Fortführung 1880-1980. Hrsg. Vorstand des Familienverbandes derer v. Kleist, Ulf Pedersen, Braunschweig Januar 1982, S. 175–176.
Einzelnachweise
Karl Wilhelm Heinrich Kategorie:General der Kavallerie (Königreich Preußen) Kategorie:Person im Deutsch-Französischen Krieg Kategorie:Träger des Roten Adlerordens 3. Klasse Kategorie:Träger des Preußischen Königlichen Kronenordens 2. Klasse Kategorie:Träger des Ordens vom Zähringer Löwen (Ritter I. Klasse) Kategorie:Träger des Eisernen Kreuzes I. Klasse Kategorie:Komtur des Oldenburgischen Haus- und Verdienstordens des Herzogs Peter Friedrich Ludwig Kategorie:Adliger Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1836 Kategorie:Gestorben 1917 Kategorie:Mann