Danny Kaden, gebürtig Daniel Kirschenfinkel, Pseudonym Nunek Danuky, (* 10. Juni 1884 in Warschau, Polen; † 1942 ebenda) war ein polnisch-jüdischer Regisseur, Schauspieler, Drehbuchautor, Produzent und Komponist.

Leben Kaden war der Sohn des polnisch-jüdischen Ehepaares Markus und Ewa Kirschenfinkel. Er besuchte bis 1902 ein Gymnasium in Warschau und ging 1907 nach Berlin. In den folgenden Jahren betätigte er sich unter dem Künstlernamen Nunek Danuky als Filmkomiker. Ab August 1913 arbeitete er als Regisseur, Autor und Hauptdarsteller und vermutlich unter Pseudonym auch als Drehbuchautor für die neu gegründete Uranus-Film-Gesellschaft. Im Juni 1914 kündigte er seinen Vertrag und übernahm kurzfristige Verpflichtungen ausschließlich als Regisseur.

Im Juni 1918 gründete er unter seinem neuen Künstlernamen Danny Kaden die Danny Kaden Films GmbHHandelsregister Berlin HRB Nr. 15519 und arbeitete als Regisseur für wechselnde Firmen. Im April 1919 ging er im Auftrag der Ufa nach Polen zurück und gründete hier die Ufa-Tochter Warszawska Kinematograficzna S.A. Zugleich arbeitete er als Regisseur für die Filmfirma Sfinks. In den folgenden Jahren war er als Filmfunktionär aktiv und wurde 1927 zum ersten Vorsitzenden des soeben gegründeten Verbandes der polnischen Filmproduzenten gewählt. 1934 wurde er Mitinhaber und später Direktor der neuen Gesellschaft Atelier i Laboratorium Sfinks.

Im Frühjahr 1939 trat Kaden zum Protestantismus über. Am 29. Oktober 1940 wurde er zusammen mit seiner Frau Wilhelmine geb. Gerstmair in das Warschauer Ghetto zwangsweise umgesiedelt und dort zwei Jahre später bei der Liquidierung des Ghettos erschossen.Kay Weniger: „Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben …“. Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. Acabus-Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86282-049-8, S. 35, .

Filmografie Regie 1913: 3 × 3 = 1 1913: Das Geheimnis des Hauses 69 1913: Der Ersatzreservist 1913: Die verhängnisvolle Visitenkarte 1913: Freibadfolgen 1913: Gestörte Freunde 1913: Marga, Lebensbild aus Künstlerkreisen 1913: Max, das unbewußte Genie 1913: Nicht um eine Million 1913: Tangozauber 1913: Verbrecher aus verlorener Ehe 1913: Wenn die Taxe springt 1913: Zwei Tage im Paradies 1914: 40 Jahre in der Sekunde 1914: Aber Nunek, die Hosen! 1914: Das Ende einer Liebe 1914: Das zweite Ich 1914: Der Hut meiner Frau 1914: Der kurierte Schuhfreier 1914: Der Mann ohne Herz 1914: Der schlauste Kerl im Regiment 1914: Die beliebte Schwiegermutter 1914: Die lieben süßen Frauen 1914: Eifersucht macht blind 1914: Ein schmerzliches Abenteuer 1914: Frauen – Überflüssig 1914: Fräulein Puppe – Meine Frau 1914: Hans im Glück 1914: Heirat auf Befehl 1914: Im Mädchenpensionat 1914: Kunststück mit dem Mundstück 1914: Laß die Köchin in Ruh! 1914: Meine Frau hat Mut 1914: Meschugge ist Trumpf 1914: Miklosch reist in Unterwäsche 1914: Nunek geigt so schön 1914: Nunek hat zwei Bräute 1914: Nunek in tausend Ängsten 1914: Nunek träumt so schwer 1914: Sie kann nicht nein sagen 1914: So 'n fauler Zahn 1914: Wer anderen eine Grube gräbt 1914: Wollen Sie meine Tochter heiraten? 1915: Die Masuren 1915: Wie werde ich Amanda los? 1916: Auto 444 1916: Bald hier, bald da 1916: Die Klabriaspartie 1916: Leutnant auf Befehl 1916: Meine Braut, seine Frau 1916: Talarso, der Mann mit den grünen Augen 1917: Ballzauber 1917: Das Fräulein von der Kavallerie 1917: Das Wäschermädel Seiner Durchlaucht 1917: Der zehnte Pavillon der Zitadelle 1917: Die Männerfeindin 1917: Eine Walzernacht 1917: Hoheit Radieschen 1917: Im stillen Ozean 1917: Kinder des Ghettos 1917: Onkelchens Liebling 1918: Das blonde Vergnügen 1918: Die Dame im Schaufenster 1918: Die Nacht des 24. August 1918: Die Nichte des Herzogs 1918: Ein durchschlagender Erfolg 1918: Ein gesunder Junge 1918: Gesucht ein Mann, der ein Mann ist 1918: In Sachen Marc Renard 1918: Wenn der Vater mit dem Sohne 1919: Krysta 1922: Strzal 1922: Wszystko sie kreci 1923: Od kobiety do kobiety

Schauspieler 1913: 3 × 3 = 1 1913: Das Geheimnis des Hauses 69 1913: Der Ersatzreservist 1913: Die verhängnisvolle Visitenkarte 1913: Freibadfolgen 1913: Gestörte Freunde 1913: Max, das unbewußte Genie 1913: Nicht um eine Million 1913: Tangozauber 1913: Zwei Tage im Paradies 1914: 40 Jahre in der Sekunde 1914: Aber Nunek, die Hosen! 1914: Der Hut meiner Frau 1914: Der kurierte Schuhfreier 1914: Der Mann ohne Herz 1914: Die lieben süßen Frauen 1914: Ein schmerzliches Abenteuer 1914: Kunststück mit dem Mundstück 1914: Laß die Köchin in Ruh! 1914: Meine Frau hat Mut 1914: Nunek geigt so schön 1914: Nunek hat zwei Bräute 1914: Nunek in tausend Ängsten 1914: Nunek träumt so schwer 1914: So 'n fauler Zahn 1927: Usmiechy zycia

Drehbuch 1913: 3 × 3 = 1 1913: Das Geheimnis des Hauses 69 1916: Leutnant auf Befehl 1916: Meine Braut, seine Frau 1917: Ballzauber 1917: Der zehnte Pavillon der Zitadelle 1917: Eine Walzernacht 1917: Hoheit Radieschen 1917: Prinz Sami 1917: Im stillen Ozean 1918: Das blonde Vergnügen 1918: Die Dame im Schaufenster 1918: Gesucht ein Mann, der ein Mann ist 1918: In Sachen Marc Renard 1922: Wszystko sie kreci 1923: Od kobiety do kobiety

Produzent 1917: Der zehnte Pavillon der Zitadelle 1917: Hoheit Radieschen 1917: Kinder des Ghettos 1918: Das blonde Vergnügen 1918: In Sachen Marc Renard 1922: Wszystko sie kreci 1937: Parada Warszawy

Komponist 1918: Das blonde Vergnügen

Weblinks

Literatur Jerzy Maśnicki, Kamil Stepan: Danny Kaden (Nunek Danuky) – Regisseur, Autor, Darsteller, Prooduzent. In: CineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen Film, Lg. 25, 1995

Einzelnachweise

Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Stummfilmschauspieler Kategorie:Drehbuchautor Kategorie:Filmkomponist Kategorie:Filmproduzent Kategorie:Pseudonym Kategorie:Häftling im Warschauer Ghetto Kategorie:Opfer des Holocaust Kategorie:Darstellender Künstler (Warschau) Kategorie:Geboren 1884 Kategorie:Gestorben 1942 Kategorie:Mann