Felix Menzel (* 8. Oktober 1985 in Karl-Marx-Stadt) ist ein deutscher neurechter Publizist und politischer Aktivist. Er ist Gründer, Herausgeber und Chefredakteur der Jugendzeitschrift Blaue Narzisse. Er gilt als eine der Schlüsselfiguren der rechtsextremen Identitären Bewegung in Deutschland. Gegenwärtig (2025) ist Menzel Pressesprecher der AfD-Fraktion im Sächsischen Landtag.Website der AfD-Fraktion im Sächsischen Landtag, abgerufen am 11. März 2025.

Leben Studium, Sport und Familie Felix Menzel besuchte das Alexander-von-Humboldt-Gymnasium Chemnitz. Nach dem sächsischen Abitur 2005 absolvierte er bis 2010 ein Magisterstudium (M.A.) der Medien- und Kommunikationswissenschaften, Politikwissenschaft und Betriebswirtschaftslehre an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg im benachbarten Sachsen-Anhalt.Michael Bartsch, Andreas Speit: Entmietung des deutschen Geistes. In: taz, 13. August 2013, S. 7.

Seit 1993 betreibt er Karate. Er gewann 1999 bei den Sächsischen Jugendmeisterschaften den dritten Platz (Kumite) und war 2000 Deutscher Mannschaftsmeister (Kata und Kumite). Heute ist er als Trainer aktiv und trägt den 2. Dan (schwarz).Vorstand, Tenno-Karate-Do Chemnitz e. V., abgerufen am 19. Oktober 2013.

Menzel ist verheiratet und hat vier Kinder.

Burschenschaftliche Kontakte Mit einer Gruppe von Mitschülern begründete er 2002 die Pennale Burschenschaft Theodor Körner zu Chemnitz, die von 2004 bis 2006 Beobachtungsobjekt des Landesamtes für Verfassungsschutz Sachsen war.Antwort des Sächsischen Staatsministerium des Innern auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Kerstin Köditz, Fraktion DIE LINKE, Drs. 5/13924, Thema: „Pennale Burschenschaft Theodor Körner zu Chemnitz“, S. 1–3, hier: S. 1 f. Bis 2007 war er Vorsitzender des Dachverbandes Allgemeiner Pennäler Ring (APR).Felix Krebs: Hamburgs schlagender Nachwuchs. Störungsmelder, 29. Juni 2013. Er pflegt bis heute Kontakte ins DB-organisierte burschenschaftliche Milieu, so war er u. a. Vortragender bei der Alten Halleschen Burschenschaft (AHB!) Rhenania-Salingia zu DüsseldorfNele Dohmen, Studentennetzwerk: Studentenleben zwischen Bier und Degen, Westdeutsche Zeitung vom 6. August 2016., der Marburger Burschenschaft Germania,Benno Hafeneger: Die Identitären. Vorübergehendes Phänomen oder neue Bewegung? (= Expertisen für Demokratie. 1/2014). Friedrich-Ebert-Stiftung, Forum Berlin, Berlin 2014, S. 3. der Burschenschaft Danubia München, Burschenschaft Danubia München, abgerufen am 7. Oktober 2014. und der Burschenschaft Teutonia Prag zu Würzburg.Im Netz der rechten Hetzer von „Politically Incorrect“. In: Main-Post, 23. März 2015. Letztere sind Vertreter der Burschenschaftlichen Gemeinschaft (BG).

2010 beleidigte er die Grünen-Politikerin Claudia Roth in einem Referat bei der Burschenschaft Normannia-Nibelungen zu Bielefeld.Hubertus Gärtner: Roth erstattet Strafanzeige gegen Menzel. In: Neue Westfälische, 17. Dezember 2010. Daraufhin stellte Roth Strafanzeige und erklärte über ihren Sprecher, die Veranstaltung mache „rechtsextremistische Weltbilder salonfähig“. Das Amtsgericht Chemnitz verurteilte ihn 2012 wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe in Höhe von 1.350 Euro.Geldstrafe für Beleidigung von Claudia Roth. In: Neue Westfälische, 28. Mai 2012.

Zeitschriftengründung Blaue Narzisse Noch als Schüler (2004) begründete Menzel mit dem Künstler Benjamin Jahn Zschocke, ebenso pennaler Burschenschafter und früherer Mitarbeiter der Chemnitzer Stadtratsfraktion der Republikaner,Helmut Kellershohn: Strategische Optionen des Jungkonservatismus. In: Regina Wamper, Helmut Kellershohn, Martin Dietzsch (Hrsg.): Rechte Diskurspiraterien. Strategien der Aneignung linker Codes, Symbole und Aktionsformen (= Edition DISS. Bd. 28). Unrast, Münster 2010, ISBN 978-3-89771-757-2, S. 23. die Chemnitzer Jugendzeitschrift Blaue Narzisse (BN), deren Chefredakteur er bis heute ist.Mathias Brodkorb: Junge Freiheit 2.0 – Das jung-konservative Projekt www.blauenarzisse.de. Störungsmelder, 21. Februar 2008. Zu dieser Zeit engagierte sich Menzel auch im neurechten Freibund.Helmut Kellershohn: Das Institut für Staatspolitik und das jungkonservative Hegemonieprojekt. In: Stephan Braun, Alexander Geisler, Martin Gerster (Hrsg.): Strategien der extremen Rechten: Hintergründe – Analysen – Antworten. 2. aktualisierte und erweiterte Auflage, Springer Fachmedien, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-658-01983-9, S. 441. 2006 ging das Projekt online. Sie wird dem Umfeld des neurechten Instituts für Staatspolitik (IfS) zugerechnet.Helmut Kellershohn: Widerstand und Provokation. Strategische Optionen im Umkreis des „Instituts für Staatspolitik“. In: Stephan Braun, Alexander Geisler, Martin Gerster: Strategien der extremen Rechten. Hintergründe – Analysen – Antworten. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-531-15911-9, S. 261 f. Außerdem fungiert er seit 2010 als Vorsitzender des mittlerweile gemeinnützigen Fördervereins der Narzisse Verein für Journalismus und Jugendkultur, der auch den Rainer Maria Rilke-Jugendkulturwettbewerb ausrichtet.Hubertus Gärtner: Burschenschaft lädt Rechtsextremen ein. In: Neue Westfälische, 17. Dezember 2010.

Bild sprach 2008 in Bezug auf die Blaue Narzisse von einem „braunen Sumpf“. Menzel sah sich in der Folge durch mehrere Artikel in Tageszeitungen der Axel Springer AG denunziert. Er erklärte, dass er „entschieden jede Form eines rassisch begründeten Sozialismus ablehne und nichts mit Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus zu tun habe“.Marc Felix Serrao: Nachrichten aus dem Netz. In: Süddeutsche Zeitung, 17. Mai 2010, S. 12. Er bezeichnet sich selbst als Neurechten oder Rechtskonservativen. Der Politikwissenschaftler Arno Klönne stimmte dieser Selbsteinschätzung zu.

Menzel unterstützte mit seinem Blatt die bis 2024 in Dresden stattfindenden PEGIDA-Demonstrationen.Maik Baumgärtner, Jörg Diehl, Frank Hornig, Maximilian Popp, Sven Röbel, Jörg Schindler, Wolf Wiedmann-Schmidt, Steffen Winter: Neue deutsche Welle. In: Der Spiegel, 52/2014, 15. Dezember 2014, S. 23–26.Christoph Hägele: „Auch Linke sind willkommen“ (Interview). In: Fränkischer Tag, 20. Dezember 2014, S. 2.Lars Geiges, Stine Marg, Franz Walter: Pegida. Die schmutzige Seite der Zivilgesellschaft? (= X-Texte). Transcript, Bielefeld 2015, ISBN 978-3-8376-3192-0, S. 142. Nach Helmut Kellershohn gehört seine Zeitschrift nunmehr zum „jungkonservativen Netzwerk“ des IfS-Milieus.

Referent, Organisator und Publizist der Neuen Rechten 2010 nahm Menzel an einer Veranstaltung des 2005 gegründeten NPD-nahen „Bildungswerks für Heimat und nationale Identität e. V.“ teil, in der Hoffnung, wie er schrieb, auf „eine Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis“.Julian Barlen: „Wann kracht es?“ – AfD-Kandidat Arppe startet Wahlkampf mit der „Gefahr eines Vielvölkerstaates“. www.endstation-rechts.de, 17. März 2016. Anfang Februar 2011 übernahm Menzel gemeinsam mit Erik Lehnert in Eisenach die Moderation der Veranstaltung Sarrazin lesen.Patrick Keßler: Die „Neue Rechte“ in der Grauzone zwischen Rechtsextremismus und Konservatismus? Protagonisten, Programmatik und Positionierungsbewegungen. LIT Verlag, Berlin 2018, S. 161. Außerdem nahm er beispielsweise 2012 als Vortragender an den Akademien des IfSPatrick Keßler, S. 161. teil und ist seit Oktober 2009 StammautorGideon Botsch: Die extreme Rechte in der Bundesrepublik Deutschland. 1949 bis heute (= Geschichte kompakt). WBG, Darmstadt 2012, ISBN 978-3-534-23832-3, S. 135. des neurechten Theorieorgans Sezession.Patrick Keßler, S. 160. 2013 initiierte er bereits das in der Öffentlichkeit umstrittene Zentrum für Jugend, Identität und Kultur in Dresden.Jan Bielicki: Identitäre Bewegung. In: Süddeutsche Zeitung, 3. Juli 2013, S. 11. Nachdem er bereits 2013 MitorganisatorJulian Bruns, Kathrin Glösel, Natascha Strobl: Die Identitären. Handbuch zur Jugendbewegung der Neuen Rechten in Europa. Unrast, Münster 2014, ISBN 978-3-89771-549-3, S. 151 f. der durch Kubitschek begründeten neurechten Messe „zwischentag“ war, fiel die alleinige Organisation 2014Tomas Sager: Neue Rechte draußen vor der Tür. Blick nach Rechts, 24. Juli 2014. auf dem Haus der Alten Breslauer Burschenschaft der Raczeks in Bonn, welches als Ausweichquartier fungierte, in seinen Aufgabenbereich.Achim Pollmeier, Kim Otto, Peter Onneken (Red.): . Monitor (ARD), 11. September 2014. 2015 war er erneut für die umstrittene Büchermesse, diesmal auf dem Haus der Erlanger Burschenschaft Frankonia, verantwortlich.Nikolaus Pelke: Rechte Büchermesse in Erlangen – Stadt organisiert Gegendemo. infranken.de, 5. Juli 2015.Andreas Speit: Rechtsextreme Gäste. In: taz, 6. Juli 2015, S. 6. Bei den Zwischentagen waren auch wiederholt Aussteller (Verlage, Zeitschriften u. a.) aus dem rechtsextremen Spektrum vertreten, beispielsweise die Identitäre Bewegung. Menzel gab rechtsextremen Zeitschriften wie Zuerst! oder Die Aula Interviews.Anton Maegerle: Was liest der rechte Rand? Der Blätterwald www.bpb.de, 23. Dezember 2016. Ende Februar 2016 schrieb Menzel auf der Website der Blauen Narzisse über einen angeblichen Hass auf die Sachsen, die z. B. in Clausnitz einfach zivilen Ungehorsam und vielerorts „bodenständigen Protest“ an den Tag gelegt hätten (Ausschreitungen gegen Flüchtlinge in Clausnitz). Die Presse hingegen verdeutliche, so Menzel, dass ein „Umbau Deutschlands in einen autoritären Vielvölkerstaat“ gewünscht sei, „in dem die einheimische Bevölkerung nichts zu melden“ habe. Im Mai 2016 referierte er beim AfD-Kreisverband Mittelthüringen zum Thema „Der vertagte Bürgerkrieg – warum es nicht kracht, obwohl es krachen müßte“. Dort erklärte Menzel, „daß der Staat immer noch in der Lage ist, durch die Leistungen des Sozialstaates die Menschen vom offenen Aufbegehren abzuhalten, was aber nur solange funktioniert, wie eine Mehrheit die dafür nötigen Mittel erwirtschaftet“.

Außerdem war Menzel Autor beim Jugendmagazin und Onlinemedium idealisten.net des evangelikalen Nachrichtenportals Idea.Ulli Jentsch, Eike Sanders (apabiz): „Deutschland treibt sich ab“. Christlicher Antifeminismus und „Lebensschutz“-Organisationen in Berlin. In: Familienplanungszentrum – BALANCE (Hrsg.): Die neue Radikalität der Abtreibungsgegner_innen im (inter-)nationalen Raum. Ist die sexuelle Selbstbestimmung von Frauen heute in Gefahr? AG-SPAK-Bücher, Neu-Ulm 2012, ISBN 978-3-940865-32-8, S. 42. Er wurde überdies 2008 als Referent zum Vortrag „Mit den gleichen Waffen zurückschlagen“ der Jungen Union Hamburg geladen.Andreas Speit: Junge Union wird kreativ. In: taz, 25. September 2008, S. 28.Andreas Speit: Junge Union auf Abwegen. In: taz, 16. Oktober 2008, S. 22. 2012 kam er einer Einladung des konservativ-katholischen „Ellwanger Kreises“ zum Thema „Deutsche Opfer, fremde Täter. Ausländergewalt in Deutschland“ nach.Josephine Lütke: CDU prüft, wie rechts der ‚Ellwanger Kreis‘ ist. In: Schwäbische Zeitung, 30. Juni 2012, S. 1. Auf der thematisch dazugehörigen Webseite betreut er als Redakteur den Chronikteil.Julian Bruns, Kathrin Glösel, Natascha Strobl: Die Identitären. Handbuch zur Jugendbewegung der Neuen Rechten in Europa. Unrast, Münster 2014, ISBN 978-3-89771-549-3, S. 143.

Politischer Aktivismus und Identitäre Bewegung Gemeinsam mit dem neurechten Verleger und Politaktivisten Götz Kubitschek organisierte er die „Konservativ-Subversive Aktion“ (KSA). So demonstrierten beide 2009 in „schwarze[n] Hemden“ in Berlin gegen die Teilnahme der Bundeskanzlerin an den Gedenkfeiern zum Ende des Ersten Weltkriegs in Frankreich.Volker Weiß: Die „Konservative Revolution“. Geistiger Erinnerungsort der „Neuen Rechten“. In: Martin Langebach, Michael Sturm (Hrsg.): Erinnerungsorte der extremen Rechten (= Edition Rechtsextremismus. 101). Springer VS, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-658-00130-8, S. 113.