Der Große Preis von Italien 1983 (offiziell LIV Gran Premio d’Italia) fand am 11. September auf dem Autodromo Nazionale di Monza in Monza statt und war das 13. Rennen der Formel-1-Weltmeisterschaft 1983.

Berichte Hintergrund Zwischen dem Großen Preis der Niederlande und dem folgenden WM-Lauf in Italien testete mit Williams ein weiteres Team einen Turbomotor. Es handelte sich dabei um das Honda-Aggregat, welches bereits seit dem Großen Preis von Großbritannien von Spirit Racing verwendet wurde. Während man sich allerdings bei Williams gegen einen Einsatz des neuen FW09 beim Grand Prix in Monza entschied, stattete McLaren von nun an beide Werksfahrer mit dem inzwischen als ausreichend erprobt angesehenen TAG-Porsche-Triebwerk aus.

In der Fahrerwertung führte Alain Prost mit acht Punkten vor René Arnoux und mit 14 Punkten vor Nelson Piquet. In der Konstrukteurswertung führte Ferrari mit elf Punkten vor Renault und mit 39 Punkten vor Brabham.

Mit Arnoux, Niki Lauda, Piquet und Prost (jeweils einmal) traten vier ehemalige Sieger an diesem Grand Prix teil. Piquet gewann dabei den Großen Preis von Italien 1980 als dieser einmalig in Imola ausgetragen wurde.

Training Zwei Wochen nach der ersten Pole-Position für Brabham in dieser Saison gelang eine weitere, diesmal allerdings durch Riccardo Patrese. Dessen Teamkollege Piquet folgte auf dem vierten Startplatz hinter den beiden Ferrari 126C3 von Patrick Tambay und Arnoux.

Keke Rosberg belegte Rang 16 und war somit der Beste derjenigen Piloten, die nicht über einen Turbomotor verfügten. Sein Teamkollege Jacques Laffite verfehlte als 28. die Qualifikation. Laffite qualifizierte sich erstmals seit dem Großen Preis von Monaco 1975 nicht für einen Grand Prix.

Rennen Nach einem guten Start befand sich Piquet am Ende der ersten Runde direkt hinter seinem Teamkollegen Patrese auf dem zweiten Rang. Als dieser in der dritten Runde aufgrund eines Motorschadens ausschied, übernahm der Brasilianer die Führung und verteidigte sie bis ins Ziel. Er verschaffte sich zwar während des gesamten Rennens keinen deutlichen Vorsprung gegenüber seinen direkten Verfolgern Arnoux und Eddie Cheever, gab ihnen jedoch durch sein fehlerfreies Rennen auch keine Chance zum Überholen.

An vierter Position liegend, schied der in der Weltmeisterschaft führende Prost in der 25. Runde wegen eines Schadens am Turbolader aus. Dadurch gelangte Tambay auf den vierten Rang vor Elio de Angelis und Derek Warwick.

Während des Rennens kam es in der Boxengasse zu einem ungewöhnlichen Zwischenfall. Nach einem Boxenstopp blieb Laudas McLaren vor der Brabham-Box stehen. Die Brabham-Mannschaft, die sich gerade auf den für Piquet geplanten Stopp zum Nachtanken und Reifenwechsel vorbereitete, erhielt Unterstützung von Brabham-Teameigentümer und FOCA-Chef Bernie Ecclestone: Gemeinsam schoben sie Laudas Wagen an, um ihn wieder ins Rennen zu bringen und den Bereich für Piquet freizumachen. Der Österreicher schied jedoch kurz darauf aufgrund eines Elektrikdefekts aus.

Ein weiterer Zwischenfall ereignete sich am Ende des Rennens, als die Tifosi auf die Strecke liefen, um Arnoux’ zweiten Platz zu feiern, während die Fahrzeuge noch unterwegs waren. Nigel Mansell, der in seinem Lotus-Renault an siebter Stelle lag, verringerte das Tempo, um keinen der Zuschauer zu überfahren, wurde dabei jedoch von Bruno Giacomelli im Toleman-Hart überholt. Wutentbrannt fuhr Mansell in falscher Richtung in die Boxengasse.

Zum ersten Mal seit dem Großen Preis von Frankreich 1967 belegte kein Fahrzeug mit Ford-Cosworth-Motor einen Platz in den Punkterängen.

Meldeliste Team Nr. Fahrer Chassis Motor Reifen 1 Williams FW08C Ford Cosworth DFV 3.0 V8 2 3 Tyrrell 012 4 Tyrrell 011B 5 Brabham BT52B BMW M12/13 1.5 L4t 6 7 McLaren MP4/1E TAG/Porsche TTE PO1 1.5 V6t 8 9 ATS D6 BMW M12/13 1.5 L4t 11 Lotus 94T Renault EF1 1.5 V6t 12 15 Renault RE40 16 17 RAM 01 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 22 Alfa Romeo 183T Alfa Romeo 890T 1.5 V8t 23 25 Ligier JS21 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 26 27 Ferrari 126C3 Ferrari 021 1.5 V6t 28 29 Arrows A6 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 30 31 Osella FA1E Alfa Romeo 1260 3.0 V12 32 33 Theodore N183 Ford Cosworth DFV 3.0 V8 34 35 Toleman TG183B Hart 415T 1.5 L4t 36 40 Spirit 201C Honda RA163-E 1.5 V6t

Klassifikationen Qualifying Pos. Fahrer Konstrukteur Qualifikationstraining 1 Qualifikationstraining 2 Start Zeit Ø-Geschwindigkeit Zeit Ø-Geschwindigkeit 1 1:30,253 231,350 km/h 1:29,122 234,286 km/h 1 2 1:31,036 229,360 km/h 1:29,650 232,906 km/h 2 3 1:30,799 229,958 km/h 1:29,901 232,255 km/h 3 4 1:30,202 231,480 km/h 1:30,475 230,782 km/h 4 5 1:32,244 226,356 km/h 1:31,144 229,088 km/h 5 6 1:31,295 228,709 km/h 1:31,272 228,767 km/h 6 7 1:31,613 227,915 km/h 1:31,564 228,037 km/h 7 8 1:32,590 225,510 km/h 1:31,628 227,878 km/h 8 9 1:34,161 221,748 km/h 1:31,959 227,058 km/h 9 10 1:32,407 225,957 km/h 1:32,593 225,503 km/h 10 11 1:34,610 220,695 km/h 1:32,423 225,918 km/h 11 12 1:33,738 222,749 km/h 1:32,677 225,299 km/h 12 13 1:33,190 224,058 km/h 1:33,133 224,196 km/h 13 14 1:35,489 218,664 km/h 1:33,384 223,593 km/h 14 15 1:35,928 217,663 km/h 1:34,705 220,474 km/h 15 16 1:36,631 216,080 km/h 1:35,291 219,118 km/h 16 17 1:37,826 213,440 km/h 1:35,483 218,678 km/h 17 18 1:36,968 215,329 km/h 1:35,624 218,355 km/h 18 19 1:37,270 214,660 km/h 1:36,220 217,003 km/h 19 20 1:36,796 215,711 km/h 1:36,435 216,519 km/h 20 21 1:37,677 213,766 km/h 1:36,619 216,107 km/h 21 22 1:37,565 214,011 km/h 1:36,644 216,051 km/h 22 23 1:36,647 216,044 km/h keine Zeit – 23 24 1:36,788 215,729 km/h 1:37,319 214,552 km/h 24 25 1:38,577 211,814 km/h 1:36,834 215,627 km/h 25 26 1:37,105 215,025 km/h 1:37,634 213,860 km/h 26 DNQ Da das Teilnehmerfeld auf 26 Wagen begrenzt war, scheiterten Boesel, Laffite und Acheson an der Qualifikation. 1:37,798 213,501 km/h 1:37,186 214,846 km/h – DNQ 1:37,277 214,645 km/h 1:37,245 214,715 km/h – DNQ 1:37,755 213,595 km/h 1:37,272 214,656 km/h – Anmerkungen

Rennen Pos. Fahrer Konstrukteur Runden Stopps Zeit Start Schnellste Runde 1 52 1 1:23:10,880 4 1:34,431 (20.) 2 52 1 + 10,212 3 1:34,592 (15.) 3 52 1 + 18,612 7 1:34,644 (9.) 4 52 1 + 29,023 2 1:34,886 (25.) 5 52 1 + 53,680 8 1:34,735 (11.) 6 52 1 + 1:13,348 12 1:35,588 (17.) 7 52 1 + 1:33,922 14 1:35,130 (51.) 8 52 1 + 1:36,035 11 1:35,035 (43.) 9 51 1 + 1 Runde 19 1:36,567 (41.) 10 51 0 + 1 Runde 20 1:37,585 (41.) 11 51 1 + 1 Runde 16 1:36,987 (43.) 12 50 0 + 2 Runden 26 1:38,412 (40.) 13 50 0 + 2 Runden 21 1:38,444 (42.) – 46 0 DNF 25 1:39,334 (35.) – 44 1 DNF 22 1:39,516 (34.) – 42 0 DNF 18 1:38,476 (26.) – 35 1 DNF 9 1:35,853 (18.) – 29 0 DNF 24 1:37,828 (16.) – 27 1 DNF 5 1:34,871 (24.) – 24 2 DNF 13 1:37,132 (8.) – 13 0 DNF 15 1:35,022 (13.) – 10 1 DNF 23 1:40,271 (4.) – 5 0 DNF 10 1:36,398 (4.) – 4 0 DNF 17 1:37,965 (3.) – 2 0 DNF 1 2:59,185 (1.) – 2 0 DNF 6 3:04,569 (2.)

WM-Stände nach dem Rennen Die ersten sechs des Rennens bekamen 9, 6, 4, 3, 2 bzw. 1 Punkt(e). In der Fahrerwertung wurden die besten elf Resultate, in der Konstrukteurswertung alle Resultate gewertet.

Fahrerwertung Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte 1 Renault 512 Ferrari 493 Brabham-BMW 46 4 Ferrari 405 Williams-Ford 256 McLaren-Ford 227 Renault 218 McLaren-Ford 129 Williams-Ford 1110 Tyrrell-Ford 1011 Alfa Romeo 612 Lotus-Ford 613 Brabham-BMW 414 Toleman-Hart 415 Arrows-Ford 416 Alfa Romeo 3 Pos. Fahrer Konstrukteur Punkte17 Tyrrell-Ford 218 Alfa Romeo 219 Theodore-Ford 120 Arrows-Ford 021 Ligier-Ford 022 Toleman-Hart 023 Arrows-Ford 024 Ligier-Ford 025 Spirit-Honda 026 ATS-BMW 027 Osella-Ford 028 Osella-Alfa Romeo 029 Theodore-Ford 030 RAM-Ford 0– Arrows-Ford 0

Konstrukteurswertung Pos. Konstrukteur Punkte 1 892 733 50 4 365 346 127 98 8 Pos. Konstrukteur Punkte9 410 411 112 013 014 015 016 0

Einzelnachweise

Weblinks Rennergebnis auf der offiziellen Website der Formel 1

#1983 Italien Kategorie:Sportveranstaltung in Monza Kategorie:Autodromo Nazionale di Monza