mini|hochkant=0.9|Ingrid von Reyher zum 90. Geburtstag
Ingrid von Reyher (* 30. Mai 1908 in Riga;Helmut Hammer: Aus der Medienvilla wird die Ingrid-von-Reyher-Villa. Ein Gebäude macht Karriere. Die Hochschule Mittweida ehrt ihre erste weibliche Lehrkraft Ingrid von Reyher. Ingrid-von-Reyher-Preis 2019 vergeben.. In: hs-mittweida.de. Veröffentlicht am 12. November 2019; abgerufen am 11. März 2026. † 24. Juni 2004 in Freiberg) war eine deutsche Chemikerin, welche als erste weibliche Lehrkraft an der ehemaligen Ingenieurschule Mittweida unterrichtete.
Leben mini|hochkant=0.85|links|Wappen der Familie von Reyher
Ingrid von Reyher stammte aus einer deutschbaltischen Adelsfamilie und wurde als Tochter von Carl Joseph Leo von Reyher (1878–1947) und Edith Julie Adele, geb. Schönefeldt geboren. Als sie drei Jahre alt war, zogen ihre Eltern nach Lodz, das zu ihrer Heimat wurde. Sie studierte an der Universität Wien Chemie und wurde 1933 zur Dr. phil. promoviert.Osobiste. In: Ilustrowana Republika vom 16. März 1933, S. 11, abgerufen am 24. August 2014 Danach arbeitete sie am staatlichen Hygieneinstitut in Lodz. Auch während der deutschen Besetzung Polens 1939–1945 führte sie diese Tätigkeit fort. Sie unterrichtete beispielsweise Brunnenbauer in der Technik der chemischen Wasseruntersuchung.Zur Besserung der Wasserversorgung. In: Litzmannstädter Zeitung vom 25. Februar 1943, Beilage, S. 4, abgerufen am 24. August 2014
Im Februar 1945 kam sie als Kriegsflüchtling nach Mittweida. Nach Kriegsende wurde sie nach verschiedenen Nebentätigkeiten Neulehrerin am Gymnasium. Im November 1947 wurde sie als erste weibliche Lehrkraft an der Ingenieurschule Mittweida eingestellt., Mittelsachsen-TV, 9. Juni 2008, abgerufen am 28. August 2014 Bis 1968 unterrichtete sie in den Fächern Chemie, Physik und Werkstoffkunde. 1946 trat Ingrid von Reyher in die Liberal-Demokratische Partei Deutschlands ein. 1977 bis 1989 war sie Stadträtin in Mittweida. Als ehrenamtliche Standesbeamtin nahm sie über 400 Trauungen vor. Ingrid von Reyher führte ehrenamtlich Beobachtungen und Messungen für den Meteorologischen Dienst der DDR und nach der Wiedervereinigung auch in der Bundesrepublik durch. Damit trug sie zur Erforschung der Wetterauswirkungen mit deren Einfluss auf die Biosphäre bei. Für diese Tätigkeit erhielt sie 1992 das Bundesverdienstkreuz.Horst Kühnert: . In: Mittweidaer Stadtnachrichten vom 13. März 2013, S. 13–14, abgerufen am 24. August 2014
1998 wurde ihr für ihre Mitwirkung bei der Gestaltung des öffentlichen Lebens, für ihr Engagement für Lehrtätigkeit und für ihre ehrenamtliche kommunalpolitische Aktivität als erster Frau die Ehrenbürgerschaft der Stadt Mittweida verliehen.
Ingrid-von-Reyher-Preis Zu Ehren von Dr. Ingrid von Reyher wird seit 2012 der Ingrid-von-Reyher-Preis an der Hochschule Mittweida zur Förderung der Chancengleichheit von Frauen und Männern vergeben. Mit diesem Preis wurden u. a. Regina Fischer und Mandy Lange-Geisler im Bereich Mathematik und die deutschen Filmproduzenten Erik Hilse und Andreas Hiekel ausgezeichnet.
mini|Ingrid-von-Reyher-Villa zu Mittweida
Ehrungen 1992: Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland 1998: Ehrenbürgerschaft der Stadt Mittweida 2008: Verleihung der Goldenen Ehrennadel der Hochschule Mittweida (in memoriam) 2019: Benennung des Hauses 19 der Hochschule Mittweida in der Leisniger Straße 9 als Ingrid-von-Reyher-Villa
Werke Wskazówki dla dezynfektorów (Hinweise für Desinfektoren), Litzmannstadt, 1944, mit Walther Pohl Lehrbriefe für das Fachschul-Fernstudium. Grundlagen der Elektrotechnik, 1953, mit Werner Tiedemann
Literatur Jan-Peter Domschke: Lebensbild der Ingrid von Reyher – einer Lehrerin Mitweidaer Ingenieure. In: Deutsch-Baltisches Jahrbuch, Jg. 57 (2019), S. 93–110. Horst Kühnert: Zum Weltfrauentag: Der „Engel von Sibirien“ und der „bunte Hund von Mittweida“ – Erinnerungen an Elsa Brändström und Ingrid von Reyher. In: Mittweidaer Stadtnachrichten vom 13. März 2013, S. 13–14, abgerufen am 24. August 2014.
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Einzelnachweise
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