mini|Internationale Brigade Das Dąbrowski-Bataillon () war ein polnisches Bataillon der Internationalen Brigaden im Spanischen Bürgerkrieg.

Zu Beginn des Spanischen Bürgerkrieges bildeten in Barcelona die ersten polnischen Milizionäre, eine Columna (Kolonne) mit dem Namen Dąbrowski. Sie wurde benannt nach dem polnischen demokratischen Revolutionär Jarosław Dąbrowski. Diese Columna wurde Namensgeber der Centuria Dąbrowski, des Dąbrowski-Bataillons und der XIII. Internationalen Brigade.

Die Centuria Dąbrowski und das Dąbrowski-Bataillon wurden zunächst aus polnischen Brigadisten, großteils prosowjetischen Kommunisten, gebildet. Es dienten anfangs vornehmlich Polen in der Centuria Dąbrowski und dem Dąbrowski-Bataillon. Gegen Ende des Spanischen Bürgerkrieges kämpften dann vornehmlich Spanier im Dąbrowski-Bataillon. Nur Offiziere und Unteroffiziere waren noch überwiegend Polen. Wie alle Bataillone, wurde das Bataillon von der Komintern und dem sowjetischen Sicherheitsdienst NKWD organisiert und betreut. Die polnischen Brigadisten dienten bis zur Aufstellung der XIII. Internationalen Brigade mit Namen Dąbrowski im August 1937 in verschiedenen Gemischten Brigaden (Brigada Mixta) wie z. B. in der 150. Brigade Mixta. Das Dąbrowski-Bataillon wurde mit der XIII. Internationalen Brigade (Dąbrowski) am 24. September 1938 aufgelöst.

Geschichte → siehe Tabellarische Chronologie Dąbrowski-Bataillon

mini|Soldaten der polnischen Brigade Die rechtliche Situation Nach dem Staatsangehörigkeitsgesetz der polnischen Republik von 1920, die den Dienst in einer nicht polnischen Armee, ohne eine Genehmigung der polnischen Republik, verbot, verloren polnische Staatsbürger ihre Staatsbürgerschaft beim Eintritt in eine fremde Armee. Am 11. Dezember 1936 warnte die polnische Regierung in einer Proklamation die Freiwilligen vor der drohenden Aberkennung der polnischen Staatsbürgerschaft. Am 26. Februar 1938 leitete der Innenminister von Polen, mit einer Verordnung den Vollzug der Aberkennung der polnischen Staatsbürgerschaft ein.

Weitere polnische Bataillone Neben dem Dąbrowski-Bataillon kämpfte auch das polnische Palafox-Bataillon und das Mickiewicz-Bataillon, abgerufen am 5. Mai 2012. in der XIII. Internationalen Brigade (Dąbrowski). Des Weiteren kämpften auch im Neun-Nationen-Bataillon der XIV. Internationalen Brigade (Marseillaise) Polen. Während des Spanischen Bürgerkrieges kämpften zwischen 4000 und 5000 Polen auf der Seite der Spanischen Republik. Ein großer Teil der Brigadisten waren Bergleute, die in Frankreich, Belgien oder in anderen Ländern arbeiteten, wobei etwa 800 der polnischen Brigadisten direkt aus Polen kamen. Zudem kämpften an Seite der Polen westukrainie Brigadisten in einer eigenen Einheit mit dem Namen Taras Schewtschenko.

Des Weiteren kämpften Polen auch in POUM-Milizeinheiten. Zum Beispiel befehligte ein Pole die POUM-Centuria Extranjero I.

Die ersten kommunistischen polnischen Milizionäre

Am 28. August 1936 überquerten neun polnische Bergleute aus Frankreich die französisch-spanische Grenze und nahmen an der Verteidigung der Stadt Irún teil. Sie kämpften mit Franzosen in der Milizgruppe Wroblewski, mit der deutschen Gruppe Edgar André und mit der Milizgruppe Gorizia. Der Stellvertretende Kommandeur der 200 Mann starken Milizeinheit war Leib Jampolski (Jean-Paul) und der Anführer der polnischen Milizionäre war Francis Palka. Nach der Niederlage der Republikaner flohen die polnischen Milizionär am 4. September 1936 nach Frankreich und kehrten über Süd-Frankreich nach Spanien zurück.

In Barcelona trafen sie auf eine aus Paris kommende Gruppe, um Stanisław Matuszczak, Stanisław Ulanowski und Antoni Kochanek. Eine Gruppe von insgesamt 36 Polen formierte am 8. September 1936 in der Kaserne „Carlos Marx“ (Kloster von Pedralbes) der Kommunistischen Partei Cataloniens (PSUC) eine Maschinengewehr-Abteilung mit dem Namen Jarosław Dąbrowski. Sie wurde Teil des Korps Libertad.

Ab dem 11. September 1936 kämpfte das Korps Libertad in den Anhöhen von Talavera de la Reina, 100 Kilometer westlich von Madrid. Die polnischen Milizionäre nahmen auch in der Hochebene von Talavera de la Reina an einem Gegenangriff auf Pelahustán teil und verteidigte den Hügel Osso in dieser Hochebene. Am 6. Oktober 1936 zwangen die Truppen der Nationalisten das Korps "Libertad" sich nach Madrid zurückzuziehen. Bei Rückzugsgefechten wurde das Korps Libertad eingekesselt. Nur wenigen polnischen Brigadisten gelang es, sich in Richtung Madrid abzusetzen. Sie nahmen daraufhin an Gefechten westlich von Madrid bei Brunete sowie an Gefechten bei El Escorial zur Verteidigung Madrids teil. Aufgrund hoher Verluste wurde die polnische Milizgruppe mit dem Bataillon Commune de Paris vereint.

Dąbrowski-Bataillon Nach dem Beschluss der spanischen Regierung wurden die Milizeinheiten zu Bataillonen umorganisiert. Das Dąbrowski-Bataillon wurde wahrscheinlich am 22. Oktober 1936 formiert. Das Bataillon gehörte ab dem 25. Oktober neben dem Garibaldi-Bataillon, dem Thälmann-Bataillon, dem Commune-de-Paris-Bataillon, dem späteren Edgar-André-Bataillon und eine Artilleriebatterie zur IX. Brigada Móvil de Choque. Am 1. November 1936 erfolgte des Weiteren die Umgruppierung der IX. Brigada Móvil de Choque zur XI. Internationale Brigade.Sociedad Benéfica de Historiadores Aficionados y Creadores: , abgerufen am 7. April 2019., abgerufen am 13. Mai 2012.

Internationale Brigaden Im Oktober 1936 wurde eine Gruppe von polnischen Brigadisten nach Albacete beordert. In Albacete, dem zentralen Stützpunkt und Ausbildungslager der Internationalen Brigaden, erfolgte am 28. Oktober 1936 die Neuformierung des Dąbrowski-Bataillons mit drei Kompanien und einer Mannstärke von 300 bis 600.Las Brigadas Internacionales en España (spanisch), abgerufen am 12. Mai 2012. Es erhielt die Bezeichnung No 4. Es war neben dem Edgar-André-Bataillon und dem Commune-de-Paris-Bataillon eines der ersten drei Bataillone in Albacete aufgestellten Bataillone. Die Brigadisten des Dąbrowski-Bataillons waren vornehmlich Polen. Kommandeur des Dąbrowski-Bataillons wurde Stanisław Ulanowski (Pseud. Tadeusz Oppmann), politischer Kommissar wurde Stanisław Matuszczak. Die Bewaffnung des Dąbrowski-Bataillons bestand aus alten mexikanischen Kanonen, vier Maschinengewehren des Typs MG 08 und Granaten, hergestellt aus Konservendosen.

XI. Internationale Brigade (Thälmann)

Am 4. November 1936 wurde die XI. Internationale Brigade mit dem Dąbrowski-Bataillon, dem Edgar-André-Bataillon, dem Commune-de-Paris-BataillonAbel Paz: Durruti. Leben und Tod des spanischen Anarchisten, Edition Nautilus, 1994, ISBN 3-89401-224-2, (a) S. 562, (b) S. 563. und mit einer britischen Kompanie von Albacete zur Madrider Front beordert. Der Kommandeur der XI. Internationalen Brigade war Manfred Stern, besser bekannt als General Emilio Kléber. Der Generalinspekteur der Brigade Thälmann war André Marty. Am 8. November erreichte die XI. Internationale Brigade mit 1.900 Mann Madrid. Am 8. November 1936, auf dem Höhepunkt der Kämpfe um Madrid, zogen die Bataillone der XI. Internationalen Brigade mit einer Parade über die Gran Vía zur Front mit Rufen „Hoch lebe Russland“. Das Dąbrowski-Bataillon wurde nach Villaverde im Süden von Madrid zur Unterstützung des Fünften Regimentes beordert. Am folgenden Tag, dem 9. November, zog General Emilio Kléber die Internationale Brigade im Casa de Campo zusammen und befahl einen Angriff in den Abendstunden. Der Angriff zog sich bis in den Morgen des 10. November hinein.Hugh Thomas: Der spanische Bürgerkrieg, Verlag Ullstein, Berlin West 1962, (a) S. 254, (b) S. 270. Als die Kämpfe abflauten, waren die nationalen Truppen aus ihren Stellungen gedrängt, die geplante schnelle Eroberung Madrids war gescheitert und die XI. Internationale Brigade hatte ein Drittel ihrer Soldaten verloren. Ab dem 12. November 1936 kämpfte das Dąbrowski-Bataillon erneut am Fluss Manzanares in der Gegend der Eisenbahnbrücke Puente los Franceses. Über den Park Casa de Campo versuchten die Nationalisten die Eisenbahnbrücke über den Fluss Manzanares einzunehmen., beinhaltet eine Karte der Schlacht von Madrid vom 4. bis zum 23. November 1936 (spanisch), abgerufen am 9. Mai 2012. Bei Gefechten rund um die Eisenbahnbrücke hatte die XI. Internationale Brigade hohe Verluste. Laut dem Bericht des ungarischen Fotojournalisten Endre Friedmann (Pseud. Robert Capa) verlor das Dąbrowski-Bataillon bei Kämpfen östlich der Eisenbahnbrücke Puente los Franceses eine komplette Kompanie beim Häuserkampf, nahe dem Französischen Institut (Calle de Casa de Velázquez) im Universitätsviertel.Robert Capa en la Guerra Civil Española Bericht eines Augenzeugen, abgerufen am 9. Mai 2012. Nur der Kommandeur Adam Davridowicz und sechs weitere Brigadisten überlebten das Gefecht. Des Weiteren traf am 13. November die XII. Internationale Brigade mit 1550 Brigadisten in Madrid ein. Am 20. November wurde die XI. Internationale Brigade mit dem Dąbrowski-Bataillon wegen Erschöpfung von der Front abgezogen. Am 27. November 1936 kämpfte die XI. Internationale Brigade erneut an der Front. Neben der XI. Internationalen Brigade kämpften auch zehn weitere Brigaden der regulären spanischen Armee mit einem hohen Anteil von ausländischen Freiwilligen in Madrid.

Umgruppierung der XI. Internationale Brigade Nach einer von der Comandancia (Brigadeführung) aufgestellten Liste war bis zum 3. Dezember 1936 das Dąbrowski-Bataillon neben dem Thälmann-Bataillon, dem Edgar-André-Bataillon, das Commune-de-Paris-Bataillon, eine französisch-belgische Batterie, eine spanische Batterie, ein Kavallerie-Peloton und eine Panzerabwehrgruppe Teil der XI. Internationale Brigade. Laut dieser Liste lag die Mannstärke des Dąbrowski-Bataillons in der XI. Internationalen Brigade bei 310.Patrik von zur Mühlen: Spanien war ihre Hoffnung. Die deutsche Linke im Spanischen Bürgerkrieg 1936 bis 1939, (PDF-Datei; 9,66 MB), Forschungsinstitut der Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn, Verlag Neue Gesellschaft, 1983, ISBN 3-87831-375-6, (a) ab S. 212, (b) S. 213.Ludwig Renn: Im Spanischen Krieg. 5. Auflage. Aufbau-Verlag, Berlin / Weimar 1983, , S. 130.

Aufgrund der hohen Verluste bei den Kämpfen von Madrid und der sprachlichen Homogenisierung der Brigaden wurden die Internationalen Brigaden nach einem Beschluss ab dem 28. November neu organisiert. Im Zuge der Umgruppierung der Internationalen Brigaden zur Sprachhomogenisierung wurde das Dąbrowski-Bataillon Teil der XII. Internationalen Brigade (Garibaldi).

XII. Internationale Brigade (Garibaldi) Nach der Umgruppierung der Internationalen Brigaden am 4. Dezember 1936 wurde das Dąbrowski-Bataillon der XII. Internationalen Brigade (Garibaldi) unterstellt. Eingruppiert waren in die XII. Internationale Brigade das Dąbrowski-Bataillon, das André-Marty-Bataillon, das Garibaldi-Bataillon und ein weiteres Bataillon.

Boadilla del Monte / Las Rozas Im Dezember 1936 versuchten die Truppen von Franco die Straße nach A Coruña im Nordosten von Madrid abzuschneiden, um die Stadt weiter einzukreisen. Die nationalistische Offensive begann am 3. Dezember und wurde am 13. Dezember intensiviert. Nach der Einnahme von Boadilla del Monte am 14. Dezember wurden die beiden Internationalen Brigaden in den Kampf geworfen. Dem Dąbrowski-Bataillon mit dem Thälmann-Bataillon gelang es Boadilla del Monte zurückzuerobern. Nach einer Umzingelung des Ortes durch die Truppen Francos kam es zu schweren Kämpfen innerhalb von Boadilla del Monte. Die beiden Bataillone ließen 78 Tote zurück. Nach der Einnahme von Boadilla del Monte und Villanueva de la Cañada beendeten die Nationalisten die Offensive. Am 28. Dezember 1936 wurde das Dąbrowski-Bataillon zur Sicherung des wichtigen Verkehrsknotenpunktes Madrid–Saragossa, Madrid–Soria sowie einer Nebenstraße Guadalajara–Cuenca nach Guadalajara verlegt.