Der Turn- und Sportverein Schott Mainz e. V., kurz TSV Schott Mainz, ist ein Breitensportverein aus der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz. Der am 11. Juni 1953 gegründete Sportverein hat (Stand: September 2024) rund 3700 MitgliederHomepage In: tsvschott.de und bietet über 30 Sportarten in 14 Abteilungen an.
Ein Arbeitsschwerpunkt des Vereins liegt in der sportlichen Ausbildung und Entwicklung seiner fast 2000 Kinder und Jugendlichen. Finanziell, personell und organisatorisch unterstützt von der Schott AG, einem der weltgrößten Produzenten von technischen Gläsern und Glasartikeln, verfügt der Club mit dem Otto-Schott-Sportzentrum über eine ausgedehnte und moderne Sportstätte mit mehreren Sportplätzen und Hallen.TSV Schott Mainz: Wir über uns. Siehe ferner: Unterseite Otto-Schott-Sportzentrum.
Im Spitzensport ist insbesondere die Schachabteilung des TSV erfolgreich. So gehörten im Mannschaftsschach sowohl die Damen als auch die Herren zu den Gründungsmitgliedern der jeweiligen Schachbundesliga. Die erste Fußballmännermannschaft spielte in der Saison 2023/24 für eine Spielzeit in der viertklassigen Regionalliga Südwest, stieg am Ende der Saison wieder ab und in der Saison 2024/25 direkt wieder auf. Die erste Fußballmannschaft der Frauen spielte von 2015 bis 2018 in der 2. Bundesliga Süd.
Sportarten Schach mini|hochkant|Zigurds Lanka, hier 2008, spielte für Mainz mini|hochkant|Ildikó Mádl, hier 1984 bei der Schacholympiade in Thessaloniki, verstärkte in den 1990er-Jahren die Damen-Mannschaft des TSV Im Juli 2009 gewann der für Schott Mainz spielende lettische Großmeister Zigurds Lanka mit 6,5 Punkten aus 7 Runden die Einzelmeisterschaft des Schachbundes Rheinland-Pfalz. An der Meisterschaft, die erstmals als Offenes Turnier nach Schweizer System ausgetragen wurde, nahmen 147 Spieler teil.Schachbund Rheinland-Pfalz: Abschlusstabelle 1. Rheinland-Pfalz-Open
Bundesliga Herren Die Herren-Mannschaft stieg 1975 in die zu dieser Zeit noch viergleisige Schachbundesliga auf und belegte in der Saison 1975/76 in der Gruppe West den 4. Platz. Die beiden folgenden Spieljahre beendete der TSV auf dem 6. Platz. In der Saison 1978/79 wechselte das Team in die Bundesliga-Gruppe Südwest. Nach einem 5. Platz erreichte sie 1979/80 mit dem 2. Platz ihre beste Bundesliga-Platzierung überhaupt. Mit diesem Erfolg war sie als einer der vier Vertreter der Gruppe Südwest für die 1980 neu gebildete eingleisige Schachbundesliga qualifiziert. Allerdings landete das Team in der Saison 1980/81 auf dem 15. und vorletzten Platz und musste die neue Bundesliga gleich wieder verlassen.
Nach fast 20 Jahren in der viergleisigen 2. Bundesliga spielte sie 2000/01 noch einmal erstklassig, stieg aber – wie die übrigen drei Neulinge auch – sofort wieder in die 2. Liga Süd ab. In dieser bisher letzten Bundesligasaison saß für Mainz der Internationale Meister Jakob Balcerak mit einer Elo-Zahl von 2413 am ersten Brett. Trotz höherer Elo-Zahlen (2524 und 2538) spielten der Großmeister Anthony Kosten und Slavko Cicak (IM, inzwischen GM) nur an Brett zwei und drei. Im 14-köpfigen Mannschaftskader setzte der TSV in seinem bislang letzten Bundesligajahr lediglich zwei ausländische Spieler ein, während der Deutsche Meister 2000/01, der Lübecker Schachverein von 1873, gleich zwölf ausländische Spitzenspieler aufbot. Zu den weiteren Meisterspielern, die für Mainz im Bundesliga-Einsatz waren, zählen Slavko Cicak (GM) und Florian Grafl (IM). In der Ewigen Tabelle der Schachbundesliga belegen die Herren mit Stand Abschluss der Saison 2011/12 den 59. Rang.
Bundesliga Damen Die Damen-Mannschaft qualifizierte sich 1991 als Vertreter der Landesverbände Baden und Rheinland-Pfalz für die neu gebildete eingleisige Schachbundesliga. Nach mehreren Ab- und Aufstiegen war sie in der ersten Liga in den Spielzeiten 1991/92, 1992/93, 2007/08, 2010/11 und 2011/12 vertreten.
In der Saison 2010/11 landete das Team ebenso wie der SC Leipzig-Gohlis und der SAV Torgelow auf einem Abstiegsplatz; da jedoch der SK Großlehna nach der Saison seine Mannschaft aus der Bundesliga zurückzog, blieb Mainz erstklassig. Ein Jahr später konnte Schott Mainz den Abstieg nicht mehr verhindern, obwohl im 14-köpfigen Mannschaftskader der Saison 2011/12 mit den beiden Polinnen Joanna Worek und Hanna Leks zwei Internationale Meister der Frauen (WIM) an Brett eins und zwei gemeldet waren. In den 1990er-Jahren verstärkte die Großmeisterin (WGM) Ildikó Mádl (WGM) die Damen-Mannschaft des TSV, in der Saison 1999/2000 zählte Nikoletta Lakos (WGM) zum Kader der 2. Bundesliga.
Fußball Männer
Die erste Fußballmannschaft der Männer spielte jahrzehntelang lediglich auf lokaler Ebene. Zwischen 1962 und 1969 war die Mannschaft in der 2. Amateurliga Rheinhessen aktiv. Ende der 2000er Jahre erlebte die Abteilung einen sportlichen Aufschwung. Im Jahre 2008 gelang der Aufstieg in die Bezirksklasse. Unter dem Trainer Bert Balte schaffte der TSV Schott drei Aufstiege in Folge, welche die Mannschaft in die Verbandsliga Südwest brachte. Ergänzt wurde die Mannschaft unter anderem durch Nils Döring, einen ehemaligen Zweitbundesligaspieler, der seine fußballerische Laufbahn eigentlich beenden wollte, nachdem er beim SV Wehen Wiesbaden keinen neuen Vertrag erhalten hatte. In: Allgemeine Zeitung, 22. Juli 2011
Zur Saison 2013/14 übernahm Ali Cakici von Christian Hock den Trainerposten, und mit Preston Zimmerman, Martin Willmann und Markus Kreuz verstärkten weitere ehemalige Profis die Mannschaft. Drei Spieltage vor Saisonende stand der Aufstieg in die Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar rechnerisch fest. Zwei Jahre später erreichten die Mainzer erstmals das Endspiel im Südwestpokal. Das Endspiel verlor die Mannschaft auf neutralem Platz in Römerberg gegen den SC Hauenstein mit 1:2 nach Verlängerung. Zur Saison 2016/17 übernahm Sascha Meeth den Trainerposten. Der TSV sicherte sich am 33. Spieltag den Meistertitel der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar und damit den Aufstieg in die Regionalliga Südwest. Janek Ripplinger wurde mit 37 Toren Torschützenkönig der Oberliga. In der Folgesaison stieg Schott direkt wieder in die Oberliga ab, kehrte 2020 zurück in die Regionalliga und stieg nach der Saison 2021/22 schließlich erneut in die Oberliga ab. Die Mannschaft gewann aber den Südwestpokal 2022 und qualifizierte sich erstmals für die Teilnahme am DFB-Pokalwettbewerb. Dort unterlag man in der ersten Runde dem Zweitligisten Hannover 96 mit 0:3. Mit dem Gewinn des Südwestpokals beendete Sascha Meeth nach 6 Jahren seine Trainertätigkeit bei den Mainzern und wurde ein Jahr später Sportlicher Leiter des Vereins.
Zur Saison 2023/24 stieg das Team erneut in die Regionalliga auf, jedoch direkt wieder ab.https://www.buerstaedter-zeitung.de/sport/fussball/fussball-mainz/der-tsv-schott-mainz-steigt-in-die-regionalliga-auf-2583777 Zudem verteidigte der TSV durch den Finalsieg über Wormatia Worms den Südwestpokal und nahm dadurch in der Saison 2023/24 erneut am DFB-Pokal teil. Nach dem direkten Wiederaufstieg in der Saison 2024/25, stieg die Mannschaft in der Regionalligasaison 2025/26 direkt wieder in die Oberliga ab.
Saisondaten Männer seit 2002 Saison Liga Level Platz Tore Punkte 2002/03 Kreisklasse Mainz/Bingen-Ost 1 X 2. 96:35 63 2003/04 Kreisklasse Mainz/Bingen-Ost 1 X 1. 112:19 69 2004/05 Kreisliga Mainz/Bingen-West IX 4. 53:48 52 2005/06 Kreisliga Mainz/Bingen-West IX 3. 98:35 65 2006/07 Kreisliga Mainz/Bingen-West IX 3. 81:27 71 2007/08 Kreisliga Mainz/Bingen-West IX 1. 107:23 80 2008/09 Bezirksklasse Rheinhessen-Nord IX 1. 115:21 80 2009/10 Bezirksliga Rheinhessen VIII 1. 111:20 77 2010/11 Landesliga Südwest-Ost VII 1. 77:31 64 2011/12 Verbandsliga Südwest VI 7. 56:43 47 2012/13 Verbandsliga Südwest VI 2. 82:30 71 2013/14 Verbandsliga Südwest VI 1. 97:21 81 2014/15 Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar V 6. 70:59 55 2015/16 Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar V 13. 65:64 39 2016/17 Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar V 1. 110:41 74 2017/18 Regionalliga Südwest IV 18. 44:76 32 2018/19 Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar V 7. 76:55 57 2019/20 Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar V 1. 49:20 42 2020/21 Regionalliga Südwest IV 20. 55:104 38 2021/22 Regionalliga Südwest IV 17. 36:58 33 2022/23 Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar V 1. 90:28 70 2023/24 Regionalliga Südwest IV 16. 51:78 31 2024/25 Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar V 1. 117:24 91 2025/26 Regionalliga Südwest IV 2026/27 Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar V
Kader der Saison 2025/26 (Stand: 26. April 2026) Nr. Nat. Spieler Geboren Im Verein seit Tor 1 Robin Balters 2024 32 Jan Schulz 2023 Abwehr 2 Benedikt Blum 2025 3 Maurizio Robotta 2025 5 Nils Gans 2023 6 Dominik Ahlbach 2020 8 Silas Schwarz 2020 17 Alexander Rimoldi 2024 24 Jan Just 2023 27 Shai Neal 2025 29 Leon Kern 2017 42 Jan Wiltink 2024 Mittelfeld 4 Daniel Bohl 2024 7 Johannes Gansmann 2022 10 Etienne Portmann 2020 18 Righteous Vodi 2024 20 Sean Horozovic 2025 21 Jost Mairose 2023 23 Ismael Wiegand 2025 25 Luca Wust 2024 30 Florian Lang 2025 33 Luis Hesse 2025 Sturm 9 Jacob Roden 2023 15 Shako Onangolo 2025 19 Abdellatif El Mahaoui 2025 22 Dennis de Sousa Oelsner 2025
Frauen
Ab 2009 bestand eine Frauenfußballabteilung beim TSV Schott. Die erste Mannschaft begann in der Bezirksliga Rheinhessen und stieg 2012 mit einer Tordifferenz von 247:1 in die Verbandsliga Südwest auf. Dabei gewann die Mannschaft alle 22 Saisonspiele. 2012 gewann das Team auch erstmals den Südwestpokal und qualifizierte sich dadurch für den DFB-Pokal. Hier schied man in der ersten Pokalrunde gegen Bayer 04 Leverkusen mit 2:7 aus, nachdem man zur Halbzeit noch 2:1 geführt hatte. Ein Jahr später gelang der Durchmarsch in die drittklassige Regionalliga Südwest. Im Jahre 2013 gewann die Mannschaft auch den Südwestpokal durch einen 5:0-Finalsieg über den SC Kirn-Sulzbach und qualifizierte sich damit für den DFB-Pokal, in dem die Mannschaft in der ersten Runde dem Zweitligisten TSV Crailsheim mit 2:4 unterlag.
Auch in der Regionalligasaison 2013/14 gewann die Mannschaft alle Saisonspiele und war sportlich in die Zweite Bundesliga aufgestiegen. Der Verein hatte es allerdings versäumt, den Lizenzantrag für die Zweite Bundesliga fristgerecht beim DFB einzureichen. Dadurch stieg der Vizemeister 1. FFC Montabaur auf. Im DFB-Pokal 2014/15 schlugen die Schott-Frauen in der ersten Runde den Bundesligaabsteiger VfL Sindelfingen mit 7:1. In der zweiten Runde schieden sie allerdings nach einem 1:9 gegen den FC Bayern München aus. In der Regionalligasaison 2014/15 blieben die Mainzerinnen erneut ohne Punktverlust und stiegen in die Zweite Bundesliga auf. Dort wurde die Mannschaft in der Saison 2015/16 Fünfter. In der dritten Zweitligasaison 2017/18 wurde man zwar wie im Vorjahr Achter, stieg allerdings durch die Einführung der eingleisigen 2. Bundesliga zurück in die Regionalliga Südwest ab.
Im Oktober 2016 erlitten die Mainzer Fußballerinnen einen schweren Schicksalsschlag, als die 21-jährige Abwehrspielerin Larissa Gördel, ehemalige U-15- und U-16-Nationalspielerin, bei einem Autounfall ums Leben kam. In: womensoccer.de
Die B-Juniorinnen des TSV Schott Mainz stiegen in der Saison 2015/16 aus der Regionalliga Südwest in die B-Juniorinnen Bundesliga West/Südwest auf. Die folgende Bundesligasaison 2016/17 beendeten die B-Juniorinnen des TSV Schott Mainz auf dem siebten Platz und sicherten sich damit den Klassenerhalt. Der Verein zog die Mannschaft jedoch zurück, sodass die B-Juniorinnen des TSV Schott Mainz seit der Saison 2017/18 wieder in der Regionalliga Südwest spielten.