mini|Kornél Mundruczó (2026) mini|Kornél Mundruczó (2008) Kornél Mundruczó (* 3. April 1975 in Gödöllő) ist ein ungarischer Film- und Theaterregisseur. Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, unter anderem 2002 mit einem Silbernen Leoparden in Locarno für den Film Pleasant Days, bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2014 für den Film Underdog und mit dem Nestroy-Theaterpreis 2024 für die beste Regie für die Inszenierung Parallax mit dem von ihm gegründeten Proton Theater.
Leben Kornél Mundruczó studierte von 1994 bis 1998 Schauspiel und von 1998 bis 2003 Regie für Film und TV an der ungarischen Universität für Theater und Filmkunst in Budapest. In dieser Zeit lernte er Viktória Petrányi kennen, mit der er seitdem im Team sowohl am Drehbuch seiner Filme als auch als Produzentin eng zusammenarbeitet. Zusammen gründeten sie im Jahr 2003 die Filmproduktionsfirma Proton Cinema GmbH.
Werk Film Kornél Mundruczós erster Kurzfilm Afta (Tag für Tag) wurde 2001 zu den Internationalen Kurzfilmtagen Oberhausen eingeladen., InterFilm an den Internationalen Kurzfilmtagen OberhausenB, abgerufen am 6. März 2017. Sein zweiter Spielfilm Szép napok (Pleasant Days) erhielt 2002 den Silbernen Leoparden in Locarno.
Im Jahr 2003 bekam er ein Stipendium von Cinéfondation, einer Stiftung der Internationalen Filmfestspiele von Cannes zur Unterstützung junger, internationaler Filmemacher. Als Stipendant verfasste er das Drehbuch von Delta zusammen mit Yvette Bíró in Paris. Der Spielfilm gewann 2008 den FIPRESCI-Preis bei den Filmfestspielen von Cannes.Béatrice de Mondenard: CINEFONDATION – the Festival incubator – 24. Mai 2013, Updated: 28. März 2014., CinéfondationKimberly Carralero: Ungarischer Regisseur gewinnt in Cannes, budapester-archiv.bzt.hu, 9. Juni 2008.
Er ist seit 2004 Mitglied der Europäischen Filmakademie. 2005 nahm er am Berliner Nipkow-Programm teil, einem Stipendienprogramm für Film- und Fernsehschaffende, das dabei hilft, Kontakte und Erfahrungen zu erweitern, indem Projektmitarbeit in allen Bereichen der Filmproduktion ermöglicht wird.
Johanna, seine filmische Opernadaption der Geschichte der Jeanne d’Arc lief 2005 bei den Filmfestspielen in Cannes in der Reihe Un Certain Regard. Auch Underdog wurde 2014 in Cannes gezeigt und erhielt den Hauptpreis der Sektion Un Certain Regard.Eva Thöne: Sozialfabel Underdog: In Ungarn rasen die Hunde, spiegel.de, 26. Juni 2015. Die Spielfilme Delta, Tender Son – Das Frankenstein Projekt und Jupiter-MondVon Hanns-Georg Rodek: Das stärkste Cannes-Programm seit Jahren, welt.de, 13. April 2017. waren 2008, 2010 und 2017Hungarian Films at the 70th Cannes Film Festival, mnf.hu – 2017. május 17 (englisch). im Rennen um die Goldene Palme.
Sein englischsprachiger Debütfilm, Pieces of a Woman, wurde 2020 in den Wettbewerb der Filmfestspiele von Venedig eingeladen,Vanessa Kirby gleich zwei Mal im Venedig-Wettbewerb, weser-kurier.de, 6. September 2020. sein Film Evolution feierte 2021 in der neuen Sektion „Cannes Premiere“ der Internationalen Filmfestspiele in Cannes seine Weltpremiere. Im Jahr 2026 ist sein Film At the Sea in den Wettbewerb um den Goldenen Bären bei den 76. Internationalen Filmfestspielen Berlin eingeladen.
Theater Mundruczó arbeitet seit 2003 auch als Theater- und Opernregisseur, erst in Ungarn, später aber auch im Ausland. In der Spielzeit 2009/10 inszenierte er Das Judasevangelium oder Verrat ist deine Passion und in der darauffolgenden Spielzeit Die Zeit der Besessenen am Thalia-Theater in Hamburg. Am Schauspiel Hannover waren von ihm 2010 Eszter Solymosi von Tiszaeszlár, die Geschichte einer Anklage und 2011 Die Verlobung in Santo Domingo oder My sweet Haiti zu sehen. Seinen Film Szép napok adaptierte er 2012 im Theater Oberhausen als Schöne Tage, eine „proletarische Operette für das 21. Jahrhundert“Christiane Enkeler: Aliens vor und hinter dem Zaun „Schöne Tage“ von Mundruczó im Theater Oberhausen, deutschlandfunk.de, 14. Januar 2012. für die Bühne, die deutsche Übersetzung besorgten Orsolya Kalász und Monika Rinck.Sarah Heppekausen: Schöne Tage – Kornél Mundruczós proletarische Operette für das 21. Jahrhundert in Oberhausen alt Trostlose Trägheit, nachtkritik.de, 13. Januar 2012. Er führte bei zwei Produktionen der Flämischen Oper (Vlaamse Opera) Regie, 2014 bei Herzog Blaubarts Burg/Winterreise, 2016 bei Die Sache Makropulos. Letztere wurde in der Kategorie Neuinszenierung für den International Opera Awards 2017 nominiert.2017 International Opera Awards winners and nomenees, operaawards.org, abgerufen am 27. August 2017.
Mit einem Team ungarischer Schauspielerinnen und Schauspieler arbeitet Mundruczó seit Jahren kontinuierlich zusammen, die in der Stückentwicklung gleichwertige künstlerische Partner sind. Nach Jahren der freien Zusammenarbeit mit diesem Team, gründete Mundruczó zusammen mit der Theaterproduzentin Dóra Büki 2009 seine eigene unabhängige Theaterkompanie Proton Theater in Budapest. Produktionen des Proton Theaters werden als internationale Koproduktionen entwickelt, darunter mit den Wiener Festwochen, dem Berliner Theater Hebbel am Ufer, dem Festspielhaus Hellerau und dem Trafó Haus der Zeitgenössischen Künste in Budapest. Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein wurde im Rahmen von Theater der Welt 2010 in Essen gezeigt und im November 2011 beim Festival Politik im Freien Theater in Dresden mit dem Hauptpreis ausgezeichnet.Festival Politik im Freien Theater, nachtkritik.de, abgerufen am 7. März 2017.
Für die Wiener Festwochen 2012 adaptierte Mundruczó unter dem Titel Szégyen den Roman Schande von Nobelpreisträger J. M. Coetzee in ungarischer Sprache für die Bühne. Das Theaterstück diente später als Inspiration für den Film Underdog.Daniel Kothenschulte: Kornél Mundruczó „Underdog“ Dunkler Disney, fr.de, 24. Juni 2015. Schande, wie auch Scheinleben aus dem Jahre 2016, waren von Nachtkritik.de in der Liste der wichtigsten 50 Inszenierungen der jeweiligen Jahre nominiert.nachtkritik.de-Theatertreffen 2013: Die Nominierungen, nachtkritik.de, 29. Januar 2013.nachtkritik-Theatertreffen 2017: die Nominierungen Wählen Sie die wichtigsten Inszenierungen des Jahres!, nachtkritik.de, 25. Januar 2016. Für Scheinleben wurde Mundruczó 2017 in der Kategorie Regie Schauspiel für den Deutschen Theaterpreis Der Faust nominiert. Es war das erste Mal in der Geschichte des Preises, dass sich ein nicht-deutsches Theater, in diesem Fall das ungarische Proton Theater, unter den Nominierten befand.„Faust“- Nominierungen 2017 aus NRW, theaterpur.net, 21. September 2017.A legjelentősebb német színházi díjra jelölték Mundruczó Kornélt. In: hvg.hu, 15. September 2017 (ungarisch). Für die Inszenierung Parallax erhielt er 2024 in der Kategorie „Beste Regie“ den Nestroy-Theaterpreis. Es war das erste Mal in der Geschichte des Preises, dass ein ungarischer Regisseur mit einer ungarischen Theaterproduktion gewonnen hat.Nestroy-Preis 2024, nestroypreis.at, abgerufen am 24. Dezember 2024.
Die Vorstellungen des Proton Theaters wurden bis 2024 auf mehr als 130 Festivals gezeigt, unter anderem beim Festival von Avignon, über das Adelaide Festival, Singapore Arts Festival, Bo:m Festival in Seoul bis zum Zürcher Theater Spektakel.
Filmografie 2000: Das wünsche ich und nichts mehr (Nincsen nekem vágyam semmi) 2001: Tag für Tag (Afta) (Kurzfilm) 2002: Schöne Tage 2002: Kleines Apokryph (Kis apokrif no. 1) (Kurzfilm) 2003: A 78-as Szent Johannája (Kurzfilm, Oper) 2004: Kis apokrif no. 2 (Kurzfilm) 2004: Ein kurzer Moment der Stille (Rövid ideig tartó csend) (Kurzfilm) 2005: Johanna 2008: Delta 2010: Tender Son – Das Frankenstein Projekt 2014: Underdog 2017: Jupiter’s Moon 2020: Pieces of a Woman 2021: Evolution 2026: At the Sea
Theaterarbeiten 2004: Nibelungen-Wohnpark von János Térey – Krétakör, Budapest 2006: Caligula von Albert Camus – Radnóti Theater, Budapest 2006: Das Eis von Wladimir Georgijewitsch Sorokin – Krétakör 2007: Das Frankenstein-ProjektShirin Sojitrawalla: Halbzeit bei den „Neuen Stücken aus Europa“ in Wiesbaden Wie europäisches Theater auf die Pelle rückt, nachtkritik.de, 18. Juni 2008. von Kornél Mundruczó und Yvette Bíró – Bárka Theater, Budapest 2009: Das JudasevangeliumKatrin Ullmann: Judasevangelium – Kornél Mundrcuzó eröffnet die Saison in der Gaußstraße Verrat im Plattenbau, nachtkritik.de, 5. September 2009. von Kornél Mundruczó und Yvette Bíró – Thalia Theater (Hamburg) 2010: Es ist nicht leicht, ein Gott zu seinSarah Heppekausen: Es ist nicht leicht, ein Gott zu sein – Kornél Mundruczó sucht bei Theater der Welt in Essen nach der Wahrheit Das Leben ist grausam, nicht ich, nachtkritik.de, 14. Juli 2010. von Kornél Mundruczó und Yvette Bíró – Proton Theater, Budapest 2010: Eszter Solymosi von TiszaeszlárAndré Mumot: Eszter Solymosi von Tiszaeszlár – Kornél Mundruczó entwirft ein erdig düsteres Historienbild des Jahres 1882 Aus Birkenzweigen werden Ruten, nachtkritik.de, 17. September 2010. von Gyula Krúdy – Schauspiel Hannover 2011: Die Zeit der BesessenenKatrin Ullmann: Die Zeit der Besessenen – Kornél Mundruczó Adaption von Dostojewskis Dämonen Gewalt ist eine Schönheit, nachtkritik.de, 19. März 2011. von Fjodor Michailowitsch Dostojewski – Thalia Theater, Hamburg 2011: Die Verlobung in Santo Domingo oder My sweet HaitiAlexander Kohlmann: Die Verlobung in Santo Domingo – In Hannover holt Kornél Mundruczó Kleists Novelle filmreif ins Haiti von Heute Zombies im Dschungel, nachtkritik.de, 16. September 2011. nach Heinrich von Kleist von Kornél Mundruczó und Viktória Petrányi – Schauspiel Hannover 2012: Schöne Tage (Filmadaptation)Sarah Heppekausen: Schöne Tage – Kornél Mundruczós proletarische Operette für das 21. Jahrhundert in Oberhausen Trostlose Trägheit, nachtkritik.de, 13. Januar 2012. von Kornél Mundruczó und Viktória Petrányi – Theater Oberhausen 2012: SchandeMartin Pesl: Szégyen / Schande – Für die Wiener Festwochen adaptiert Kornél Mundruczó den Roman von J.M. Coetzee Ein Hundelebenalt, 17. Mai 2012. von J. M. Coetzee – Proton Theater, Budapest 2012: Die Fledermaus – Selbstmord-Trilogie, Teil 1., diginights.com, 7. Dezember 2014. von Kornél Mundruczó und Kata Wéber – TR Warszawa, Polen 2013: Dementia – Selbstmord-Trilogie, Teil 2.Cornelia Fiedler: Dementia, Or The Day Of My Great Happiness – In München porträtiert Kornél Mundruczó eine Gesellschaft in kollektiver Amnesie Suizidales Weihnachtsmärchen, nachtkritik.de, 20. November 2013. von Kornél Mundruczó und Kata Wéber – Proton Theater, Budapest 2014: Hotel Lucky Hole – Selbstmord-Trilogie, Teil 3.Christoph Fellmann: Hotel Lucky Hole – Kornél Mundruczó wühlt am Schauspielhaus Zürich in völkerverbindenden Abgründen Gesammelte Liebeswerke, nachtkritik.de, 16. November 2014. von Kornél Mundruczó und Kata Wéber – Schauspielhaus Zürich 2015: WinterreiseJúlia Ránki: „Ich will meine Wurzeln nicht verlieren“ Goethe-Institut Ungarn, goethe.de, 2015. von Franz Schubert und Hans Zender – Proton Theater, Budapest 2016: ScheinlebenSusanne Zobl: Ungarische Realität, news.at, 25. Mai 2016. von Kata Wéber – Proton Theater, Budapest 2017: Die Weber von Gerhart Hauptmann – Thalia Theater, HamburgDie Weber nach Gerhart Hauptmann; Regie Kornél Mundruczó, thalia-theater.de/, abgerufen am 27. August 2017. 2018: Das Floß der Medusa von Hans Werner Henze – Ruhrtriennale, Bochum, Deutschland, Proton Theater, BudapestRegine Müller: Das Floß der Medusa – Bei der Ruhrtriennale inszeniert Kornél Mundruczó das Oratorium von Hans Werner Henze – Die Qualen der Vielzuvielen, nachtkritik.de, 31. August 2018.The Raft of the Medusa – premiere at the Ruhrtriennale, protontheatre.hu, 28. August 2018. 2018: Cząstki kobiety von Kata Wéber – TR Warszawa, PolenCząstki kobiety, trwarszawa.pl, 2018. (polnisch)