mini|Jules Engel Jules Engel (* 11. März 1909 in Budapest; † 6. September 2003 in Simi Valley, Kalifornien) war ein ungarisch-US-amerikanischer Maler und Trickfilmer, der auf abstrakte Animation spezialisiert war.

Leben Engel kam in Budapest zur Welt und zog im Alter von 13 Jahren nach Oak Park, Illinois. Er besuchte die High School und studierte 1937 für kurze Zeit an der UCLAVgl. Charles Salomon: Jules Engel, 94; Innovator in Animation Art. Nachruf in der Los Angeles Times, 12. September 2003., bevor er als Landschaftszeichner tätig wurde. Engel arbeitete anschließend als Phasenzeichner in den Charles Mintz Studios und kam im Januar 1939 zu den Disney-Studios, wo er verschiedene Tanzszenen im Langfilm Fantasia (1940) animierte. Auch Szenen des Klassikers Bambi (1942) animierte Engel, der zudem an der Colorierung des Films beteiligt war. Der Streik der Disney-Animatoren beendete 1941 Engels Zeit bei Disney.

Von 1942 bis 1944 gehörte Engel der Hal Roach Motion Picture Unit des Army Air Corps an und kam 1944 zum innovativen Animationsstudio United Productions of America. Engel war hier als Background Artist unter anderem an Filmen wie Gerald McBoing-Boing und der Mister-Magoo-Reihe beteiligt. Im Jahr 1959 verließ Engels UPA und gründete mit Herbert Klynn und Buddy Getzler das Filmstudio Format Films, das unter anderem die Trickfilmserien The Alvin Show (1961–1962) und The Lone Ranger (1966–1969) produzierte. Auch Engels eigene Filme erschienen bei Format Films, darunter mit dem Kurzanimationsfilm Icarus Montgolfier Wright (1962) auch ein oscarnominiertes Werk. Engel war auch als Maler aktiv und stellte seine Gemälde 1945 unter Vermittlung von Hazel Guggenheim erstmals in der Frederick Kahn Gallery in Los Angeles aus.Vgl. Grabrede auf Jules Engel auf awn.com

Im Jahr 1962 ging Engel nach Paris, arbeitete an mehreren Animationsfilmen, war aber auch als Bühnenbildner tätig. Er wandte sich in Frankreich auch der Arbeit an Filmbiografien zu, die er zurück in den Vereinigten Staaten fortsetzte. Über Anaïs Nin kam Engel 1968 in Kontakt mit Herbert Blau, dem ersten Direktor des California Institute of the Arts. Auf seine Anregung hin gründete Engel 1970 CalArts’ Experimental Animation Program,Vgl. Nachruf der CalArts auf Jules Engel das er bis 2001 leitete. Zu seinen Schülern zählten Henry Selick, Tim Burton, Stephen Hillenburg und Glen Keane. Im Jahr 2001 ernannte CalArts Engel zum Institute Fellow, eine Ehre, die zuvor nur zwei anderen Menschen zuteilwurde.

Engel verstarb 2003 nach kurzer Krankheit und wurde auf dem Forest Lawn Memorial Park beerdigt. Stephen Hillenburg widmete Engel 2004 seinen Film Der SpongeBob Schwammkopf Film. Das 2003 gegründete Jules Engel Preservation Project hat sich dem Erhalt und der Pflege von Engels Gesamtwerk verschrieben.Vgl. centerforvisualmusic.org

Filmografie Als Regisseur 1962: Icarus Montgolfier Wright 1963: Carnival (World of Siné) 1965: The Ivory Knife 1965: Coaraze 1966: The Torch and the Torso 1967: New York 100 1967: Centipede 1967: Yellow Taxi 1968: American Sculpture of the Sixties 1968: The Look of a Lithographer 1968: Silence 1969: Light Motion 1969: Pony Express 1971: Landscape 1972: Jubilation 1972: Pink Pony 1973: Accident 1974: Train Landscape 1975: Rumble 1975: Swan 1976: Max Bill 1976: Erogenous Zones 1976: Shapes & Gestures 1977: Wet Paint 1977: Fragments 1977: John Hultberg 1977: Rumble 1978: Three Artic Flowers 1978: Mobiles 1978: Hors d’oeuvres 1978: Celebration 1986: Play Pen 1987: Dance/Lines in Space 1987: Interior 1987: Gallery 3 1988: Times Square 1988: Villa Rospigliosi 1992: Papillon 1993: Fallen Cubist 1994: The Meadow 1996: Lilac Garden 1997: Aviary 1998: Toy Shop

Als Animator 1940: Fantasia 1942: Bambi 1949: Ragtime Bear 1950: Punchy de Leon 1950: Spellbound Hound 1950: The Miner’s Daughter 1950: Giddyap 1950: Trouble Indemnity 1950: The Popcorn Story 1950: Bungled Bungalow 1951: Gerald McBoing-Boing 1951: Barefaced Flatfoot 1951: Georgie and the Dragon 1952: Man Alive! 1952: The Oompahs 1952: Sloppy Jalopy 1952: Madeline 1953: Little Boy with a Big Horn 1953: Christopher Crumpet 1953: Gerald McBoing-Boing’s Symphony 1954: Ballet-Oop 1954: Fudget’s Budget 1954: How Now Boing Boing 1955: Christopher Crumpet’s Playmate 1955: Stage Door Magoo 1955: The Rise of Duton Lang 1956: Gerald McBoing! Boing! on Planet Moo 1956: Magoo Goes West 1956: The Jaywalker 1957: Magoo’s Masquerade 1957: Magoo’s Moose Hunt 1958: Sailing and Village Band 1958: Scoutmaster Magoo 1959: Bwana Magoo 1959: Picnics Are Fun and Dino’s Serenade 1959: Terror Faces Magoo 1959: Wenn es Nacht wird in Arabien (1001 Arabian Nights) 1960: Popeye the Sailor (TV-Serie) 1960: Le monde de Siné

Auszeichnungen (Auswahl) 1963: Oscarnominierung in der Kategorie Bester animierter Kurzfilm für Icarus Montgolfier Wright 1966: Tafel „Löwe von San Marco“ auf den Internationalen Filmfestspielen von Venedig für The Ivory Knife: Paul Jenkins at Work 1977: Internationale Filmfestspiele von Cannes 1977 – im Wettbewerb um die Goldene Palme für den Besten Kurzfilm für Rumble 1992: Golden Award der Motion Picture Screen Cartoonists Awards 1992: Norman McLaren Heritage Award der ASIFA-Canada auf dem Ottawa International Animation Festival 1995: Winsor McCay Award der ASIFA-Hollywood bei den Annie Awards 1998: „Friz“ Lifetime Achievement in Animation auf dem Santa Clarita International Film Festival

Weblinks

Ausführliche Informationen zu Engels Leben und Werk

Einzelnachweise

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