Die Eckausrundung ist ein Gestaltungselement im Straßenentwurf und beschreibt die Ausrundung an Knotenpunkten, an denen zwei Fahrbahnränder aufeinandertreffen. Sie ermöglicht es Fahrzeugen, von einer Straße in eine andere abzubiegen, ohne die Fahrbahn zu verlassen oder über angrenzende Flächen auszuweichen.

Ohne eine solche Ausrundung – etwa bei rechtwinklig aufeinander treffenden Fahrbahnrändern – wäre ein Abbiegen für viele Fahrzeuge, insbesondere größere Fahrzeuge, geometrisch nicht möglich.

Zweck und Funktion Eckausrundungen erfüllen mehrere Funktionen im Straßenraum. Sie stellen zunächst sicher, dass Fahrzeuge die Abbiegebeziehung grundsätzlich befahren können. Maßgeblich ist dabei das sogenannte Bemessungsfahrzeug, also ein typisches Fahrzeug, das die jeweilige Straße regelmäßig nutzt (z. B. Linienbusse, Müllfahrzeuge oder Drehleitern).

Gleichzeitig beeinflusst die Größe der Eckausrundung auch das Fahrverhalten. Größere Radien ermöglichen höhere Abbiegegeschwindigkeiten, während kleinere Radien zu langsameren und damit in der Regel sichereren Abbiegevorgängen führen. In der Planung besteht daher ein Zielkonflikt zwischen ausreichender Befahrbarkeit und möglichst niedrigen Geschwindigkeiten, insbesondere zum Schutz querender zu Fuß gehender und Radfahrender.

Ausführungsformen In der Praxis werden unterschiedliche Formen der Eckausrundung eingesetzt.

Der einfache Kreisbogen ist die Standardlösung und wird in den meisten Fällen verwendet. Er ist geometrisch einfach zu planen, kostengünstig herzustellen und für die meisten Abbiegevorgänge geeignet.

In Situationen mit besonderen Anforderungen, wie beispielsweise bei häufigem Schwerverkehr, kann eine mehrteilige Ausrundung (Korbbogen) eingesetzt werden. Sie besteht aus mehreren aufeinanderfolgenden Kreisbögen mit unterschiedlichen Radien und orientiert sich näherungsweise an der tatsächlichen Fahrkurve größerer Fahrzeuge. Der Korbbogen ermöglicht es, die Befahrbarkeit für große Fahrzeuge sicherzustellen, ohne den gesamten Eckbereich mit einem großen einheitlichen Radius auszubilden. Dadurch können die für Pkw wirksamen Radien kleiner gehalten werden, was zu niedrigeren Abbiegegeschwindigkeiten beiträgt.

Bemessung Für die Bemessung der Eckausrundung gelten in Deutschland Pauschalwerte, die der Richtlinie für die Anlage von Stadtstraßen (RASt) und der Richtlinie für die Anlage von Landstraßen (RAL) entnommen werden können. Im Einzelfall wird der Wert ggf. sachgerecht erhöht (z. B., wenn Straßenbahnen abbiegen). Dabei gilt grundsätzlich:

Die Ausrundung muss so groß sein, dass das maßgebende Fahrzeug die Kurve befahren kann. Gleichzeitig müssen die Radien möglichst klein gewählt werden, um hohe Abbiegegeschwindigkeiten zu vermeiden.

In innerörtlichen Bereichen wird daher bewusst mit kleineren Radien und einfachen Kreisbögen gearbeitet, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Wenn größere Fahrzeuge dennoch berücksichtigt werden müssen, kann dies durch differenzierte Lösungen wie die Mitbenutzung angrenzender Flächen (z. B. Befahren des Gegenverkehrs im Einzelfall oder Markierung gestaffelter Haltlinien) oder die Anlage eines Korbbogens erfolgen.

Außerorts werden pauschalisierte Abbiegetypen für Links- und Rechtsabbiegende eingesetzt, die analog eines Baukastensystems zu verwenden sind. Auch diese Abbiegetypen besitzen festgelegte Bemessungen, die nicht variiert werden dürfen, um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten.

Einzelnachweise

Kategorie:Straßenentwurf Kategorie:Knotenpunkt (Straße)