mini|hochkant|Max Pietschmann in seinem Atelier, ca. 1904 Ernst Max Pietschmann (* 6. August 1865 in Dresden; † 16. April 1952 in Niederpoyritz, Dresden) war ein deutscher Maler.
Leben Max Pietschmann absolvierte in den Jahren 1883 bis 1889 ein Studium an der Kunstakademie Dresden. Seine Lehrer waren unter anderem Leon Pohle und Ferdinand Pauwels. Pietschmann gehörte der Malerkolonie in Goppeln bei Dresden an, die sich aufs Freiluftmalen spezialisierte. Zwei Jahre verbrachte er mit Hans Unger in Italien, danach setzte er seine Studien an der Académie Julian in Paris fort, wo er sich hauptsächlich mit Aktzeichnen beschäftigte. Sein 3,8 Meter × 2,6 Meter großes Meeresbild Der Fischzug des Polyphem wurde 1892 in Dresden ausgestellt, wobei Pietschmann lobend als „Hellmaler der neuesten Pariser Schule“ bezeichnet wurde, sowie 1893 bei der Weltausstellung in Chicago. 2021 war die Arbeit in der Galerie des Berliner Auktionshauses Grisebach zu sehen und wurde anschließend für 108.750 Euro versteigert (inkl. Aufgeld). 2023 war sie als Hauptwerk gemeinsam mit 4 Studien in der Ausstellung „Anbaden“ in der Villa Schöningen zu sehen. Bei der Weltausstellung 1900 in Paris erhielt er eine Auszeichnung. Er ließ sich dann wieder in Dresden nieder, von 1898 bis 1904 besaß er Wohnung und Atelier im Loschwitzer Künstlerhaus, wo er sich der ersten Dresdner Sezessionsbewegung um die Jahrhundertwende, dem Verein bildender Künstler Dresdens, anschloss.
In Niederpoyritz ließ er sich ein Atelierhaus im „italienischen Stil“ errichten und wohnte dort von 1904 bis 1952. Im Jahre 1909 wurde er zum Professor an der Kunstakademie Dresden ernannt. Pietschmann, der in der Tradition von Künstlern wie Max Klinger und Arnold Böcklin stand und ein ähnliches Repertoire hatte, schloss sich offenbar nicht den Kunstströmungen an, die um die Zeit des Ersten Weltkriegs aufkamen. Mit Oskar Zwintscher, Richard Müller, Georg Jahn, Hans Unger, und Sascha Schneider bildete Pietschmann eine „Phalanx der Starken, die um die Jahrhundertwende Dresdens Kunst bedeutete.“Kuno von Hardenberg. Nach: Max Pietschmann bei Grisebach. Ein gigantischer Fund. In: Weltkunst, Berlin, 9/2020
mini|Fischzug des Polyphem (1892)
Unter dem Pseudonym „Fr. (Francois) Laubnitz“ malte er Bilder, die in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts als Wandbilddrucke sehr beliebt waren.
Pietschmann starb 1952 im Dresdner Stadtteil Niederpoyritz und wurde auf dem Hosterwitzer Friedhof bestattet.
Große Teile des künstlerischen und schriftlichen Nachlasses Pietschmanns befinden sich im Archiv der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.
Werke (Auswahl)
Fischzug des Polyphem (Tafelbild, Öl; 1892; 1893 mit einer Medaille ausgezeichnet zur Weltausstellung in Chicago) Fürst Bismarck in Dresden am 18. Juni 1892 (Tafelbild, Öl; 1895; im Bestand des Stadtmuseums Dresden) Bildnis Adolf Rothermundt (Tafelbild, Öl; 1897; im Bestand der Dresdener Gemäldegalerie Neue Meister) Badende im Waldweiher am Abend (Tafelbild, Öl; 1898; im Bestand der Dresdener Gemäldegalerie Neue Meister) Adam und Eva (Tafelbild, Öl; 1894; im Bestand der Tschechischen Nationalgalerie, Prag)
Ausstellungen (Auswahl) 1893: World’s Columbian Exposition, gezeigt: Fischzug des Polyphem 1896: Internationale Kunst-Ausstellung Berlin, gezeigt: Adam und Eva. Mondaufgang. Bildnisstudie. 1896: „Handzeichnungen Deutscher Künstler“, 20. September – 31. Oktober 1896, Galerie Arnold, Dresden 1899: Deutsche Kunstausstellung Dresden 1900: 32. große Gemälde Ausstellung des Kunstvereins in Bremen, Kunsthalle Bremen 1901: Große Berliner Kunst-Ausstellung 1903: 71. Ausstellung des Kunstvereins Hannover 1903: Große Berliner Kunst-Ausstellung 1903: Sächsische Kunstausstellung Dresden 1904: Große Kunstausstellung Dresden, gezeigt: Das Bad. Adam und Eva. 1906: Große Berliner Kunst-Ausstellung 1908: Große Kunstausstellung Dresden 1908: Münchener Jahres-Ausstellung, gezeigt: Joseph und Maria. Frühlingsidylle. Gebirgswasser. 1910: Große Berliner Kunst-Ausstellung 1910: Ausstellung der Gruppe Grün-Weiß im Kunstsalon Emil Richter in Dresden, gezeigt: Gebiergswasser. Am Wasser. Aus meinem Fenster. 1911: Kunstverein Hamburg, Kollektivausstellung des Ortsvereins Dresden der Allgemeinen Deutschen Kunstgenossenschaft 1912: „Stätten der Arbeit“, 15. März – Mitte April 1912, Galerie Arnold, Dresden 1913: XI. Internationalen Kunstausstellung im königlichen Glas-Palast zu München, gezeigt: Sitzender weiblicher Rückenakt. Badende. Modellpause. 1914: Erste internationale graphische Kunst-Ausstellung, Leipzig 1914: Biennale di Venezia 1914: Große Berliner Kunst-AusstellungBerliner Kunst-Ausstellung 1916: Ausstellung der Künstler-Gilde Berlin, 3. August – 30. September 1916, Nassauischer Kunstverein, Wiesbaden 1917: Franz Marc Gedächtnisausstellung, 1. Februar – 1. April 1917, Nassauischer Kunstverein, Wiesbaden 1925: „Preiswerte Graphik des Graphischen Kabinetts“, Galerie Arnold Dresden 1933: „Portraitausstellung Dresdner Künstler Graphisches Kabinett“, 22. Juni – 25. Juli 1933, Residenzschloss Dresden 1934: „Sächsische Kunstausstellung Dresden 1934“ 1996: Weinbergkirche Dresden-Pillnitz 1999/2000: Galerie Neue Meister, Dresden 2020: „King Kong kommt aus Dresden. Die Wiederentdeckung des Malers Max Pietschmann“, Galerie Grisebach, Berlin 2023: „Anbaden“, 23. April bis 15. Oktober, Villa Schöningen, Potsdam (gezeigt: Fischzug des Polyphem sowie dazugehörige Studien (anfangs drei, nach Verlängerung der Ausstellung vier))
Literatur
Einzelnachweise Catalog of Copyright Entries: Musical compositions, Teil 4, Bände 33–34. Library of Congress. Copyright Office, United States Government Printing Office, 1939. S. 43. ()
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