René Leynaud (* 24. August 1910 in Lyon; † 13. Juni 1944 bei Villeneuve, Département Ain) war ein französischer Journalist und Dichter, der sich während des Zweiten Weltkriegs durch seinen Einsatz in der Widerstandsgruppe Combat in Lyon auszeichnete.
Biografie Aufgewachsen im Viertel Vaise in Lyon, besuchte er das Gymnasium Ampère und studierte danach Rechtswissenschaften an der Universität Lyon.Bernard Collonges, Le Quartier des Capucins, p.82-83 Neben seinem Studium begann er 1933 eine Karriere als Journalist bei der Zeitung Le Progrès.René Leynaud, journaliste du Progrès exécuté pour „délit de résistance“. In: Le Progrès. 4. Januar 2010 1939 wurde er zur Armée de terre eingezogen, kämpfte in Lothringen, in Belgien und nahm an der Schlacht von Dünkirchen teil. Zu Beginn des Jahres 1942 nahm er Kontakte zur Résistance auf und wurde unter dem Decknamen Clair der Verantwortliche für die Nachrichtenverteilung innerhalb der Widerstandsgruppe Combat sowie der örtliche Leiter des nationalen Komitees der Journalisten im Untergrund. Er setzte seine journalistische Tätigkeit bei der Zeitung Le Progrès bis November 1942 fort. Zu diesem Zeitpunkt wurde beschlossen, das Erscheinen der Tageszeitung einzustellen. Während des Kriegs schloss er Freundschaft mit dem Schriftsteller Albert Camus, der ebenfalls Mitglied der Widerstandsgruppe Combat war. Camus übernachtete oftmals bei Leynaud in seinem Zimmer in der Straße Vieille Monnaie auf dem Hügel La Croix-Rousse.
Am 16. März 1944 wurde René Leynaud, der Geheimdokumente bei sich trug, an der Place Bellecour von Soldaten der Miliz festgehalten. Er versuchte zu fliehen, wurde jedoch an den Beinen verwundet. Nach einiger Zeit im Krankenhaus wurde er in die Festung Montluc gebracht, die den Deutschen als Gefängnis diente. Er blieb dort bis zum 13. Juni 1944. Zu diesem Zeitpunkt beschlossen die deutschen Besatzer, die die Evakuierung von Lyon vorbereiteten, 19 aktive Widerstandskämpfer unter den Gefangenen auszuwählen, und Leynaud gehörte zu dieser Gruppe. Sie wurden ins Gestapo-Hauptquartier an der Place Bellecour gebracht und danach bis Villeneuve, einer Ortschaft im Département Ain gefahren. Am Ausgang des Dorfes befahlen ihnen die Soldaten, sich auf einen kleinen Wald zuzubewegen, und dabei wurden sie durch Schüsse in den Rücken getötet.
Die Stadtverwaltung von Lyon beschloss am 9. Juli 1945 zu Ehren René Leynauds die rue Vieille Monnaie in rue René Leynaud umzubenennen. 1947 erschien posthum eine Gedichtssammlung von René Leynaud mit einem Vorwort von Albert Camus, der darin ein Lebensbild dieses Autors und Widerstandskämpfers aus Lyon zeichnete.
Werke René Leynaud: Poésies posthumes. Vorwort Albert Camus. Gallimard, Paris 1947 Zweisprachige Ausgabe deutsch-französisch, 1994 (nicht im Handel)
Literatur Albert Camus: René Leynaud und Vorwort zu den Gedichten von René Leynaud, in: Verteidigung der Freiheit. Politische Essays, übersetzt von Guido M. Meister, Rowohlt 1968, S. 15–28 (aktuell Rowohlt 1993, ISBN 978-3-499-22192-7) Bernard Collonges: Le Quartier des Capucins: Histoires du Bas des Pentes de la Croix-Rousse. Aléas, Lyon 2004, ISBN 2-84301-100-0 Bruno Permezel: Résistants à Lyon, Villeurbanne et aux alentours: 2824 engagements. Edition Permezel, 2003, ISBN 2-90999-291-8 Albert Camus: René Leynaud und Vorwort zu den Gedichten von René Leynaud, in: Verteidigung der Freiheit. Politische Essays, übersetzt von Guido M. Meister, Rowohlt 1968, S. 15–28 (aktuell Rowohlt 1993, ISBN 978-3-499-22192-7)
Weblink Bernhard BeutlerGoethe-Institut Lyon: Conscience et Résistance. Vom Symbol zur kulturellen Nachhaltigkeit. Hommage à René Leynaud. 1994, zum 50 Jahrestag der Befreiung. Über eine zweisprachige Ausgabe der Poésies (dt.-frz.) für eine nicht-kommerzielle Ausgabe von 1000 Exemplaren; sowie eine Vertonung von 9 Gedichten 2016
Anmerkungen
Kategorie:Autor Kategorie:Journalist (Frankreich) Kategorie:Lyrik Kategorie:Résistancekämpfer Kategorie:NS-Opfer Kategorie:Franzose Kategorie:Geboren 1910 Kategorie:Gestorben 1944 Kategorie:Mann