mini|Königshütte (Bad Lauterberg) – Springbrunnen aus Gusseisen, gefertigt für die Weltausstellung Paris 1889 Die Königshütte in Bad Lauterberg im Harz ist eine ehemalige Hochofenanlage, Gießerei und Drahtzieherei aus der Zeit des frühen 19. Jahrhunderts. Sie war das größte kurhannoversche Eisenhüttenwerk und steht als technisches Denkmal unter Denkmalschutz.
Geschichte mini|„Königshütter Kunst-Guß-Waaren“ auf der 1859 gezeigten Ausstellung des Gewerbevereins für das Königreich Hannover;Foto von Eugen Lulves mini|hochkant|Ritscher-Denkmal am Scholben in Bad Lauterberg
Die Anlage entstand 1732 bis 1737 als Staatsbetrieb, der Architekt war Karl-Heinrich Mummenthey aus Sankt Andreasberg. Als Vorläufer stand an dieser Stelle die Süssenhütte, erbaut um 1580–1624. Die Anlage wurde in einer zweiten Bauphase 1820–1832 umgebaut und modernisiert. Die Königshütte lieferte insbesondere Eisenwaren für den Bergbau im Harz, ab 1834 auch Drahtseile. Des Weiteren stellte die Königshütte neben vielen Kunstguss-Produkten auch Kanonen, Obelisken und Grabkreuze her. Eisenerz wurde aus der Grube Roter Bär und anderen Gruben bezogen. Die Roheisenerzeugung mit zwei Hochöfen endete 1863. Der Betrieb der Gießerei endete 2001.
Berühmte Besucher waren: J. W. Goethe, König Jérôme, König Ernst August von Hannover und König Georg V. von Hannover.
2014 Anerkennung der Königshütte als „Kulturerbe von nationaler Bedeutung“.Historie koenigshuette-badlauterberg.de
Das Museum wird vom Förderkreis Königshütte Bad Lauterberg e.V. ehrenamtlich betrieben.Der Förderkreis koenigshuette-badlauterberg.de
Gebäude und Anlagen Die folgenden teils repräsentativen Gebäude der Königshütte sind um einen zentralen Platz gruppiert: Faktoreihaus (1736) Eisenmagazin mit Portikus, der von zwei Pfeilern und vier gusseisernen, hohlen, dorischen Säulen getragen wird (um 1828), Neoklassizismus Maschinenfabrik (vor 1820) Hüttenschenke, 18. Jahrhundert Formhaus (Formerei) mit Hüttenuhr und gusseisernen Bogenfenstern (1820–1825), Neoklassizismus Hochofen- und Gießereigebäude (1825–1832), Neogotik (durch Umbauten äußerlich nicht mehr erkennbar) Springbrunnen aus Gusseisen, gefertigt 1889 für die Weltausstellung in Paris (ob er wirklich dort war, ist umstritten), anschließend in der Mitte des Platzes aufgestellt Walzwerk für Draht mit durch Wasserkraft angetriebener Walzstraße (1840) Walzwerk für Stabeisen mit durch Wasserkraft angetriebener Walzstraße (1834) Wohnhäuser (hinter dem Faktoreihaus) Südharzer Eisenhüttenmuseum ehem. Getreidemühle Wassergraben vom Scholm- oder Scholbenwehr zur Königshütte (1,6 km lang) für den Antrieb der Pochwerke, Gebläse und Hammerwerke, erbaut 1733, erneuert 1905
Derzeitiger Zustand Die Anlage steht unter Denkmalschutz. Das Südharzer Eisenhüttenmuseum hat seinen Sitz auf dem Gelände.
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Literatur Wilfried Ließmann: Historischer Bergbau im Harz: Ein Kurzführer. 3. Auflage. 2008, ISBN 978-3-540-31327-4. Rainer Slotta: Technische Denkmäler in der Bundesrepublik Deutschland, Bd. 1. Deutsches Bergbaumuseum, Bochum 1975, S. 240–241. Rainer Slotta: Der Neubau der Königshütte in Bad Lauterberg. Ein Werk des Kunstmeisters und Berggeschworenen Karl Heinrich Mummenthey. In: Der Anschnitt, Jg. 28, 1976, Heft 2, S. 64–80. (Digitalisat auf bergbaumuseum.de, abgerufen am 28. März 2026) Christian Juranek (Hrsg.): Der Harzer Eisenkunstguss im 19. Jahrhundert. Lukas Verlag, Berlin 2026, ISBN 978-3-86732-116-7.
Weblinks
Industriedenkmal Königshütte Bad Lauterberg im Harz Offizielle Seite des Förderkreises Königshütte Bad Lauterberg e. V. Fotografien der Königshütte Bad Lauterberg
Buchvorstellung „Der Harzer Eisenkunstguss im 19. Jahrhundert“ lauterneues.de
Einzelnachweise
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