Auf dem Altenteil ist eine Novellevon Studnitz, S. 313, Eintrag 50 von Wilhelm Raabe, die im November 1878 entstand und am 30. Dezember 1878 im „Deutschen Montagsblatt“ bei Rudolf Mosse in Berlin erschienHoppe in der verwendeten Ausgabe, S. 471 oben, S. 472, Eintrag Z. Der Redakteur Oskar Blumenthal hatte die kleine Skizze angenommenFuld, S. 274–275.
Inhalt Die lieben Kinder und Kindeskinder des greisen Paares haben drei Viertel des Hauses peu à peu in Besitz genommen. Am Silvesterabend entschlüpfen die beiden Alten dem Trubel. Sie wollen nicht auf das neue Jahr warten, sondern auf ihrem Altenteil in den Lehnstühlen neben dem Ofen vor dem Zubettgehen sich noch ein wenig von dem Händeschütteln, Küssen und guten Neujahrswünschen erholen.
Im Dahindämmern erscheint dem Paar in den letzten Minuten des alten Jahres sein Ännchen. Das ist die älteste Tochter, die mit zwölf Jahren verstorben ist. Ännchen spricht zu den Eltern: „Wer kann mir meinen Platz nehmen in eurer Seele, wer in dem Hause, das ihr gebaut habt und in dem ihr mich einmal euer Glück nanntet?!“Verwendete Ausgabe, S. 373, 2. Z.v.o. Es sei immer da gewesen, fährt das Kind fort und erwähnt seinen kleinen Sarg, in den die Eltern es legen mussten. Doch, so tröstet die Tote, im Haus lebe ja wieder ein Ännchen – eines der Enkel des Paares. Der Versuch, am Silvesterabend gemeinsam mit den lebenden Kindern noch einmal jung zu sein, sei zwar anfangs nicht ganz gelungen, doch am Ende schon. Denn nun, da das tote Ännchen sich zu ihnen gesetzt habe, sei jene Rückkehr geglückt.
Das Paar spricht über die Erscheinung. Nach dem Glockenschlag zwölf schweigen beide.
Rezeption
Hoppe weist auf ein gemeinsames Merkmal der Erzählung mit „Der gute Tag“ und „Ein Besuch“ hin: In allen drei Texten sei die Vision beziehungsweise der Traum Stilelement.Hoppe in der verwendeten Ausgabe, S. 472, 4. Z.v.o. Fuld nennt die Skizze unbedeutendFuld, S. 34, 12. Z.v.u. und sentimental-gefälligFuld, S. 275, 16. Z.v.o..
Ausgaben
Verwendete Ausgabe
Auf dem Altenteil. Eine Silvester-Stimmung. S. 365–377. Mit einem Anhang, verfasst von Karl Hoppe, S. 471–473 in Hans Finck (Bearb.), Karl Hoppe (Bearb.): Wunnigel. Deutscher Adel. Der gute Tag. Auf dem Altenteil. Ein Besuch. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1977. Bd. 13 (2. Aufl., besorgt von Jörn Dräger), ISBN 3-525-20126-5 in Karl Hoppe (Hrsg.), Jost Schillemeit (Hrsg.), Hans Oppermann (Hrsg.), Kurt Schreinert (Hrsg.): Wilhelm Raabe. Sämtliche Werke. Braunschweiger Ausgabe. 24 Bde.
Literatur
Cecilia von Studnitz: Wilhelm Raabe. Schriftsteller. Eine Biographie. 346 Seiten. Droste Verlag, Düsseldorf 1989, ISBN 3-7700-0778-6 Werner Fuld: Wilhelm Raabe. Eine Biographie. 383 Seiten. Hanser, München 1993 (Ausgabe dtv im Juli 2006), ISBN 3-423-34324-9.
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Werk von Wilhelm Raabe Kategorie:Literarisches Werk Kategorie:Literatur (19. Jahrhundert) Kategorie:Literatur (Deutsch) Kategorie:Erzählung